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Römhild

Vor der malerischen Kulisse der Gleichberge liegt inmitten des Grabfeldes unweit der Landesgrenze zwischen Thüringen und Bayern die kleine Stadt Römhild. Von Römhilds bewegter Geschichte zeugen heute noch erhaltungswürdige Bauwerke im Altstadtbereich. Genannt sei u. a. das Schloss “Glücksburg”, zumeist spätgotischer Bau um zwei Höfe gruppiert, der im Laufe der fünf Jahrhunderte verschiedenen Zwecken gedient hat. In unmittelbarer Nähe des Schlosses erhebt sich der gotische Bau der Stiftskirche. Umrundet wird das Ensemble durch die gut erhaltene Stadtmauer.

Die Stadt Römhild ist als Unterzentrum im Regionalen Raumordnungsplan Südthüringen (RROP) eingestuft. Ein Gewerbegebiet steht interessierten Investoren zur Verfügung.

Die Siedlung (locus) Rotmulte, deren Ersterwähnung in der Schenkungsurkunde der Milzer Äbtissin Emhilt an das Kloster Fulda vom 03.02.800 beurkundet ist, lag 1000 m nordöstlich des heutigen Stadtkerns. Die Verleihung der Stadtrechte ist uns urkundlich nicht überliefert. Der erste Nachweis eines (Stadt-) Bürgers (civis) stammt aus dem Jahre 1317. Fast 200 Jahre später, als das Stadtschloss erbaut wurde, hat man die Stadtmauer (bis 1488) errichtet.

Das 500-jährige Schloss, ehemals Residenz Henneberger Grafen der Römhilder Linie und des Herzogs Heinrich von Sachsen-Römhild.. Seit 1979 befindet sich das Museum im hinteren Teil der Schlossanlage. Der gestaltete Garten mit seinen Großkeramiken und die Ausstellung „Keramik International“ sind der zeitgenössischen Keramik gewidmet. Alle waren sie Teilnehmer der in Römhild seit 1975 stattgefundenen Keramiksymposien. Der restaurierte Festsaal mit seinen Kerbschnitzereien wird als Galerie, für Sonderausstellungen, Konzerte und Lesungen genutzt. Eine Sammlung der griechischen Familie Mavrogordato beinhaltet Stücke der römischen und griechischen Antike sowie beeindruckende Künstler- und Charakterpuppen aus der 1. Hälfte des 20. Jh. Die Geschichte des Schlosses und der Stadt gehören ebenso zum Ausstellungsangebot wie eine imposante Spielzeugausstellung aus Urgroßmutters Zeiten. Eindrucksvoll ist auch die „Hönn’sche Sammlung“ als Zeugnis der Arbeits- und Lebensbedingen. Jeweils am vorletzten Augustwochenende bieten die Schlosshöfe eine beeindruckende Kulisse für den Keramikmarkt in Römhild.

Viele Veränderungen prägten das Stadtbild von Römhild. Handwerk, Gewerbe und Landwirtschaft prägten zu allen Zeiten das Wirtschaftsgeschehen der Stadt. Besondere Tradition hat dabei das Töpferhandwerk. In einer Schautöpferei kann der Besucher die Herstellung von Töpferwaren beobachten. Der Töpferhof Gramann und auch die seit 2009 wieder stattfindenden Keramiksymposien beleben die Tradition des Töpferhandwerks in Römhild.

Eine weitere erhaltene Tradition in Römhild ist der “Kalte Markt”. Jeweils am letzten Donnerstag im Januar treffen sich seit über 200 Jahre die Händler und Käufer. Als Kram- und Taubenmarkt ausgewiesen, hat sich gerade dieser, trotz der kalten Jahreszeit in seiner Tradition bis in unsere Gegenwart erhalten.

Im Sattel der Gleichberge gelegen bietet das Steinsburgmuseum, Spezialmuseum für Ur- und Frühgeschichte Südthüringens, anschauliche Einblicke in das wirtschaftliche und kulturelle Leben von der Mittelsteinzeit um 8000 v.u.Z. bis zum Hochmittelalter. Museum und nahegelegene Steinsburg, die Burg der Kelten vom 5. - 1. Jh.v.u.Z. bilden ein einmaliges Ensemble. Den vorgeschichtlichen Reichtum der Gleichberglandschaft erschließen der Archäologische Wanderweg und der Kelten-Erlebnisweg.

Römhild wurde 1991 in die Städtebauförderung – das Bund-Länder-Programm für städtebauliche Entwicklung (BLSE) - aufgenommen. Öffentliche Gebäude wie z.B. Rathaus, Kindergarten, Teile des „Schloss Glücksburg“, das ehemalige Volksbad, das Pfarrhaus, das Dach der Stiftskirche und nicht zu vergessen die Friedhofskirche, welche im Jahr 2008 mit dem Thüringer Denkmalschutzpreis ausgezeichnet wurde, konnten mit Zuschüssen aus diesem Förderprogramm grundhaft und nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten aufwendig saniert und damit erhalten werden, wozu auch die Regelschule Römhild zählt. 2010 weihte die Stadt Römhild das neue errichtete Feuerwehrgerätehaus ein.

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