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27.07.2015 14:50

Kinderfernsehen mit Sebastian Kneipp auf einer Linie

Höhepunkt, wenige Wochen vor Beginn der Sommerferien 2015 startete die Kneipp-Grundschule Bedheim ihr Schulfest mit einem sehr vielgestaltigen Programm.

Von: Kurt Lautensack

Bedheim – Das Motto des Kneipp-Schulfestes „Sei dabei – mach fernsehfrei“, hätte auch den Pfarrer und Naturheilkundler Sebastian Anton Kneipp (1821-1897) sehr gut gefallen. Die Kneipp-Grundschule Bedheim, die seit 2011 auf diesen Beinamen stolz sein kann, den sie sich mit vielen Aktivitäten und der Beschäftigung mit der Person erwarb, hat sich nämlich neben den lehrplanmäßigen Anforderungen auch dem visionären Lebenskonzept von Kneipp verschrieben, der Einheit von Lebensgewohnheiten und natürlicher Umwelt. Denn für den „Wasserdoktor“, wie er mitunter auch genannt wurde, galt: die Elemente, Wasser, Pflanzen, Ernährung und Bewegung sowie einen geistig-seelischen Ausgleich (Entspannung) in ausgewogener Balance als aktive Gesundheitsfürsorge zu betreiben. Und genau das war zum Inhalt des Schulfestes nach obigem Motto gemacht worden. 

Die eigentliche Anregung dafür kam vom Nickelodeon-Team des Kinderfernsehens. Es hatte die Schulen nicht nur zu einem fernsehfreien Tag, sondern zu einem „Spieltag“ im Rahmen eines Schulfestes aufgerufen. Als Anreiz dazu hatte das Team 100 Spielpakete in Aussicht, die unter den Bewerbern verlost wurden. Der Spieltag, an dem von 13.00 bis 17.00 Uhr Sendepause herrschte, fiel genau auf das ohnehin geplante Schulfest am 19. Juni und so hatten sich die Mädchen und Jungen der Kneipp-Schule erfolgreich beworben. Das Spielpaket kam rechtzeitig an und gepaart mit den bereits ausgedachten Kneipp‘schen Ideen sollte es ein äußerst gelungenes Schulfest werden.

Zum Auftakt hatten die Schulkinder gemeinsam mit ihren Lehrerinnen das Musical „Kunterbunt“ eingeübt, das in der von Besuchern prall gefüllten Turnhalle aufgeführt wurde. Das Musical beinhaltet kurz und knapp folgendes: Ein herrlicher Regenbogen strahlt über dem Land Kunterbunt, in dem ein König über seine Untertanen, den vielen, vielen Farben, herrscht. Doch eines Tages meinten die blauen, roten und gelben Farben, dass sie wichtiger seien als die anderen. Also ruft der König jeden Tag eine andere Farbe als „Farbe des Tages“ aus. So bestimmt das Himmel-Blau, das prachtvolle Rot oder das strahlende Gelb jeweils die Stimmung im Land. Doch der Regenbogen verblasste allmählich, denn wie kann er kunterbunt strahlen, wenn die Farben es nicht gemeinsam tun? Doch ohne das Strahlen wirkt das Land wie ein grauer Stein. Zum Glück erkennen König und Untertanen rechtzeitig ihren Fehler und können ihn korrigieren, so dass der Regenbogen wieder in all seinen Farben erstrahlte, eben kunterbunt.

Das Musical war und ist durch seine Verbindung von Musik, den Emotionen und Farben zugleich ein Plädoyer für eine tolerante Gesellschaft. Und so befand auch Schulleiterin Elke Pommer zum Schluss, dass es „in die Welt passt, denn sie sollte kunterbunt und schön sein“, und das gelinge nur gemeinsam. Federführend bei der Einstudierung waren Cornelia Kolk von der Musikschule Hildburghausen, die auch den Schulchor mangels einer Musiklehrerin leitet, und Katrin Juch von der Grundschule als Leiterin der Laienspielgruppe.

Schließlich begann das bunte Treiben auf dem Schulhof und im Gebäude. Dabei hatten die Bedheimer auch noch Glück mit dem Wetter, wenn auch das Wassertreten im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser fallen musste, da es doch für die kleinen Füßchen etwas zu kalt war. Doch da war ja das große Spielpaket des Kinderfernseh-Teams Nickelodeon. Das enthalte eine Menge Utensilien, von Spielbällen über verschiedenes Bastelmaterial, Malkreide, Buntstifte, Mandala-Set mit Schablonen, zwei Kartensets u.a.m., die für fünf verschiedene Spielstationen geeignet sind, erklärte Gertraud Schiecke. So bestand ein solcher Spielparcours aus den Stationen Ballmeister, Wassernixe, Chefpilot, Baumeister und Straßenkünstler. Eigenen Ideen waren dabei natürlich keine Grenzen gesetzt. Und die gab es auch.

Ganz im Sinne Kneipp, dass es in der Schule nicht nur auf den Kopf ankommt, sondern auf das ganze Kind, gab es eine musikalische Reise unter dem Motto“ Brahms & Co“ zur Entspannung, Sport- und Bewegungsspiele auf der Tartananlage auf dem Sportplatz, die Hüpfburg zur Bewegungskoordination oder die Rückenschule mit Physiotherapeutin Jaqueline Kambach von der Physiotherapie aus Roth. Mittels eines Modells der Wirbelsäule führte sie die Kinder geschickt in das Thema Bewegung oder Sitzhaltung ein, um dann mit ihnen kleine Übungen zu machen. Daneben gab es weitere Kleinaktivitäten wie z. B. das beliebte Schminken oder ein Nageldesign, von Eltern oder anderen geschickten Händen gerne übernommen.

Die Schule plant auch die Anschaffung einer transportablen Bühne, so Elke Pommer, für die natürlich auch kleine Spenden der Besucher willkommen seien. Außerdem soll der Erlös des Schulfestes zum Ansparen verwendet werden. Dazu beigetragen hat sicherlich die reichhaltige Kaffeetafel mit Selbstgebackenen oder das Herzhaftere vom Rost. Die ehemalige Kolleginnen Christa Krämer und Linde Witter gestalteten einen informativen Kräuterstand und boten Kräutersalz, Bärlauchöl und verschiedene Teebeutel sowie Holunder- und Waldmeisterlimo an. Außerdem konnten Kinder und Erwachsene ihren Riechsinn prüfen. Pfefferminze, Melisse, Lavendel, Liebstöckel, Kamille, Rosmarin und Salbei, das Lieblingskraut von S. Kneipp war als Pflanze und als kleines Riechsäckchen vorhanden. Nicht immer gelang die richtige Zuordnung. Aber auch im Schulgarten war man fleißig, wo Zierkürbisse, Sonnenblumen, Estragon und einige Blumenarten aus eigener Anzucht feil geboten wurden. Und vielleicht hat sich ja die Spendenkasse um einiges gefüllt. Gewinner des Schulfestes aber waren alle, diejenigen, die sich an den Darbietungen erfreuten und die, die sich an den Aktivitäten beteiligten.

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