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Erstellt von Kurt Lautensack | | Gleichamberg

Zuchtzentrum Gleichamberg – ein Partner der Region

Nach genau 10 Jahren fand im „Zuchtzentrum eG“ Gleichamberg wieder ein Hoffest statt. Es war toll vorbereitet, wurde gut angenommen und war Werbung für die Landwirtschaft.

Gleichamberg – Sonntagmorgen (31.5.2026) am Standort in der Römhilder Straße in Gleichamberg. Es war angerichtet in der festlich geschmückten großen Halle, lange gedeckte Tischreihen und Informationsstände prägten das Bild im Inneren und die Gleichberg-Musikanten standen vor einem sehr passenden Hintergrund zum musikalischen Auftakt bereit. Auf dem Freigelände neben der Halle ein ebenso vielfältiges Bild mit einem großen Maschinen- und Fahrzeugpark, Info- und Versorgungsständen. Schon jetzt sei an dieser Stelle allen Mitarbeitern des Zuchtzentrums, dem Vorstandsvorsitzenden und Geschäftsführer Roland Günther, allen Helfern an den Infoständen und bei der Versorgung ein Dankeschön, gesagt die sich eine Menge einfallen ließen für ein großartiges Hoffest gesagt. 

„Grüß Gott ihr Freunde aus nah und fern“, hieß es zum Auftakt bei den Gleichberg-Musikanten, die im wahrsten Sinne des Wortes den Kern der Sache sowohl für die Besucher in der zeitweilig prall gefüllten Halle und im Freien trafen. „Wir sind die Gleichamberg Musikanten“ schoben sie gleich hinterher und unterhielten die Besucher bis in den späten Nachmittag hinein. Und was passt schon besser zu einem solchen Hoffest als die Blasmusik. Für Roland Günther war es natürlich eine besondere Freude, wie er in seiner Begrüßung zum Ausdruck brachte, dass das Hoffest so gut angenommen wurde. Unter den Besuchern waren natürlich auch ehemalige verantwortliche Mitarbeiter aus dem Verwaltungsstab sowie sein Vorgänger Klaus Wetzel, die er alle willkommen hieß. 

Für ihn sei der Einstieg im Jahr 2020 und die folgenden Jahre, vor allem bedingt die Corona-Pandemie, eine schwierige Zeit gewesen, so der aus Wolfmannshausen stammende Roland Günther. So manchen Besucher aus der Umgebung, vor allem auch Mitgliedern des Zuchtzentrums und Flächeneigentümern, war ihr Vorstandsvorsitzender noch wenig bekannt, was sich durchaus änderte. Für ihn war es ein besonderes Anliegen, möglichst mit vielen Leuten ins Gespräch zu kommen, um einen engeren Kontakt zu den Einwohnern im Einzugsbereich aufleben zu lassen und Transparenz herzustellen. So war er auch ständig in der Halle oder außerhalb unterwegs, um viele mit einem Händedruck zu begrüßen oder ein kurzes Gespräch zu führen. Auch schien Petrus für die Landwirtschaft mehr Verständnis zu haben als die Politik. Denn während er sich bis zum Abend beim Hoffest von der Schönwetterseite zeigte, gönnte er danach der Landwirtschaft den gewünschten Regen. 

Verordnungen der Politik halten keine Fruchtfolge aus

Apropos Politik und Landwirtschaft. Zwischenzeitlich fand Roland Günther ausreichend Zeit für ein Gespräch mit Freies Wort zu Problemen und Zukunftsaussichten der Genossenschaft. Zur Entscheidung auf die Einstellung der Milchproduktion in der Stallanlage in Simmershausen 2025 durch die Generalversammlung angesprochen, erklärte er nochmals Gründe dafür. „Die Stallanlage stammte aus den 1970er Jahren und wies trotz Umbau und neuem Melkstand eine marode Bausubstanz und hohe Kosten auf“, so Günther. Ein enormer Investitionsstau, aber auch zunehmender Personalmangel ließen eine solche Entscheidung reifen. Manches gehe schon gar nicht mehr ohne Leiharbeiter. Das sah zu seiner Zeit auch sein Vorgänger Klaus Wetzel ähnlich, der es bei einem anderen Gespräch bestätigte.

Die Rinderhaltung werde aber deswegen im Zuchtzentrum nicht aufgegeben, so der Geschäftsführer, denn „sie ist in unserer Region stark verwurzelt, bedingt auch durch die Nutzungsmöglichkeiten des Ackerbaus auf unseren Böden“. Schwerpunkt werde also auf die Mutterkühe verlegt, wobei zurückliegend erst 100 Mutterkühe gekauft worden seien. „Ziel ist es, eine Herde mit ca. 200 Mutterkühen aufzubauen, um das Grünland ordnungsgemäß zu bewirtschaften“. Sorgen macht Roland Günther vielmehr die Politik mit ihren ständigen Verordnungen und bürokratischen Hürden. „Es gibt keine Verordnung, die eine Fruchtfolge lang hält“, so Günther (Fruchtfolge dauert mindestens drei Jahre mit wechselnden Kulturen), weil dauernd neue Vorgaben unsere Arbeit und Planung erschweren. Das treffe für die Tierhaltung und den Ackerbau ebenso zu wie für den Energiebereich (Kraftstoffe, Biogasanlage, Stromkosten usw.). Das Gesagte konnte auch Toralf Müller (Geschäftsführer der Pfersdorfer Agrar GmbH und Vizepräsident des Thüringer Bauernverbandes), mit Nachdruck bestätigen. Als Landwirt des benachbarten Unternehmens war er natürlich ebenfalls ein gern gesehener Gast anwesend. 

Vielseitiges Angebot beim Hoffest

Zu den Informationsständen gehörte u.a. ein Stand des Regionalbauernverbandes Südthüringen e.V., Ortschronistin Regina Kupfer bot das frisch gedruckte Heft „Die Entwicklung der Landwirtschaft und das dörfliche Leben in und um Gleichamberg“ an, während Rainer Stedtler zu einer Fotoschau mit Bildern aus der Vergangenheit einlud. Interessiert angenommen wurde auch die Wanderausstellung des Landesjagdverbandes Thüringen e.V., der über Wald und Jagd, über Feldgehölze und Lebensgemeinschaften Feuchtwiese informierte sowie über deren Bewohner. Gerade viele Tierarten zogen das Interesse der Kinder und Erwachsene an, wie man einige selten zu Gesicht bekommt, 

Auch das übrige Angebot für Kinder wurde liebend gern angenommen. So war die Idee eines mit Getreide gefüllten Sandkastens ein echter Anziehungspunkt, weil mal so richtig drin herum gewühlt werden konnte. Und wahrscheinlich fiel zu Hause das eine oder andere Korn noch aus Strumpf und Schuhe. Anziehend war ebenso die Stroh-Hüpfburg, die zu Spielideen anregte und auch gleich die kleinen Traktoristen zur Beschäftigung anregte. Denn der Kinder-Fuhrpark war ebenso anziehend wie der große. Da kam sicherlich bei einigen Jüngsten der Wunsch auf, einmal Traktorist zu werden. Ein Beruf, der bei den Erwachsenen längst mehr ist als nur Traktor fahren. 

Das Interesse der Erwachsenen galt natürlich besonders auch dem Fahrzeug- und Maschinenpark, ob es die modernen Traktoren oder die verschiedenen Gerätschaften zur Bodenbearbeitung, Pflege oder Ernte waren. Gerade die modernen Traktoren fanden bei den Besuchern große Aufmerksamkeit. Dar war zum Beispiel der mittelgroße Traktor „John Deere R6 250“mit seiner hohen Leistungsintensität und geringem Leistungsgewicht, der „John Deere R(, ein leistungsstarker Traktor mit intelligenten Power-Management oder der „Claas 5000 Xerion“, ein Systemschlepper, speziell auch geeignet für schwere Zugarbeiten. Interessant auch ein Pflanzenschutzgerät zum Ausbringen von Düngern in speziell dosierter Form mit einer Arbeitsbreite von 24 Metern. 

Ein gelungenes Hoffest, das allen Besuchern sichtlich Freude gemacht hat und alle beste Eindrücke von einem Landwirtschaftsunternehmen mitnehmen durften. Bei einer tollen Versorgung brauchte auch niemand auf seinen Sonntagsbraten oder Rouladen mit Klößen verzichten. 

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