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Erstellt von Kurt Lautensack | | Westenfeld

Naturlehrpfad will entdeckt und erwandert werden

Westenfeld bietet ein neues Ausflugsziel, einen begehendwerten und interessanten Naturlehrpfad am Spielberg, ideal für die ganze Familie.

Westenfeld – Bilderbuchwetter zur Eröffnung des Naturlehrpfades am Sonntag vor Pfingsten in Westenfeld mit mehr als 60 Teilnehmern war der schönste Lohn für alle, die daran beteiligt und mitgearbeitet haben. Dieses große Interesse an dieser geführten Wanderung freute natürlich Detlef Floßmann, Vorsitzender des Heimatvereins Westenfeld und Wanderführer, Ortssprecherin Pauline Kuhles und Sylva Müller, Regionale Projektleiterin bei der „Ländlichen Erwachsenenbildung Thüringen e.V.“ (LEB) Weimar ganz besonders. Passend zur Wanderung entlang des Naturlehrpfades stimmte das Milzer Alphorn-Quartett mit wundervollen Alphornklängen ein. 

  Den kurzen Begrüßungsworten durch Detlef Floßmann ließ Ortssprecherin Pauline Kuhles die kurze Geschichte des Naturlehrpfades kurz anklingen. „Die Idee, am Spielberg einen Lehrpfad anzulegen, gab es schon Mitte der 1980er Jahren, als es in Westenfeld noch eine Regelschule gab“ erklärte Pauline Kuhles. Der „Heimatverein Westenfeld 1999 e.V.“ habe sich dieser Idee angenommen und in Kooperation  mit der AG Regional Bildung ein Konzept erarbeitet. Verstärkt worden sei der Gedanke, einen solchen Naturlehrpfad einzurichten noch durch eine frühere geführte Kräuterwanderung, wobei die Vielzahl der auf kleiner Fläche entdeckten Wiesenkräuter bei der Kräuterfrau wahre Begeisterung hervorgerufen hatte. Projektleiterin der LEB Mitte, Sylva Müller, fand die Idee ebenfalls großartig und setzte sich für die Umsetzung ein, die finanziell vom Thüringer Finanzministerium gefördert wurde. 

  Startpunkt für die knapp 2 km lange Strecke war am Platz an der ehemaligen Grundschule (Spielberg), wo eine größere Tafel über den Verlauf informiert. Kaum 100 m weiter war die große und interessierte Wanderschar bereits an der ersten Station „Insektenhotel – Nisthilfen für Wildbienen“ angelangt. Neben einer kurzen Erklärung zur aufgestellten kleinen Infotafel, klärte Katrin Schlefke darüber auf, wie kleine Holzstücke z. B. für Wildbienen aufbereitet werden. Was sicherlich mancher Mitwanderer noch nicht wusste ist, dass die feinen Bohrlöcher ein wenig ausgeschliffen werden sollten, damit sie auch angenommen werden können. 

  Die kleinen Infotafeln, wie erklärte wurde, enthalten nicht nur lesenswertes und kleine Tipps zum Mitmachen oder Gestalten, sondern sind auch mit einem QR-Codes versehen, der lesbare und hörbare Informationen bereithält. So war beim Scannen am Bienenstand das Summen der Wildbienen zu hören. Am „Lesesteinhaufen“ gab es u.a. Informationen, wie man einen solchen anlegt. Lesesteinhaufen sind ideale Lebensräume für viele Tiere, so für Eidechsen, Iltisse oder verschiedene Insekten. Als besonderer Fotomoment bot sich der „krumme Baum“ an, aber auch ein Blick in die weiträumige Landschaft. Eine Hörversion gibt es zur Geschichte des krummen Baumes.

  Eine weitere aktive Station war der „Wiesen-Weitsprung“, wo man seine Sprungkraft testen kann, aber auch erfährt, wie weit beispielsweise ein Floh, eine Waldmaus oder ein Hase hüpfen kann. Gerade auch für Kinder eine willkommene Zwischenstation, wenn es bei den Erwachsenen mit der Sprungkraft nicht mehr so gut klappt. Warum Bläulinge (Schmetterlinge) als junge Larven als der „Wolf im Schafspelz“ in einem Ameisenhaufen bezeichnet werden, das erfährt man an anderer Stelle. Und wer sein Handy dabei hat, darf natürlich den QR-Codes scannen. Schließlich wird der höchste Punkt (ohne größere Anstrengung) erreicht, die sogenannte Kanzel. Hier werden alle mit einem wahrhaften Bilderbuchblick belohnt (Eine feste Sitzgruppe wäre ein echtes Sponsorengeschenk wurde angemerkt). 

  Wie bereits erwähnt, wurde bei diesem Naturlehrpfad auch an die Kinder gedacht. Dass aber dieser Erdhaufen und ein großes Loch seine Anziehungskraft nicht verfehlte, hat eine andere Bewandtnis. Wie Floßmann schon angedeutet hatte, soll der Naturlehrpfad immer Möglichkeiten für Neues bieten. An besagter Stelle ist bereits an einer tollen Ergänzung gedacht, bei der der Marmor-Center Römhild wieder seine Verbundenheit zur Region zum Ausdruck bringen wird. Denn ähnlich wie auf den beiden Gleichbergen, möchte hier Steffen Würstl eine Panoramatafel aufstellen. Damit bei der Wanderung ein bleibender Eindruck hinterlassen wird, erwartete die Naturfreunde kurz vor dem Ausgangspunkt ein Hörgenuss mit Landschaftsblick durch die Milzer Alphornbläser, der in den Alpen kaum schöner sein kann. 

  Zurück am Startpunkt, erwartete die Wander- und Naturfreunde eine Stärkung in gemütlicher Runde bei vielen Gesprächen. Detlef Floßmann lag es besonders am Herzen, sich nochmals für die große Unterstützung allen am Naturlehrpfad Beteiligten zu danken. Besonders freute es ihn, dass sich junge Leute aus Westenfeld, so wie Ortssprecherin Pauline Kuhles, sich engagiert ins Ortsgeschehen einbringen. „Wenn solche junge Leute mit am Dorfstrang ziehen und noch andere mitnehmen“, so der Vorsitzende des Heimatvereins, „dann ist mir um unser Dorf nicht bange“. 

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