Jeder Topf fand den richtigen Deckel
„Bühne frei“ hieß es am vergangenen Wochenende (21./22.3.26) im Kulturhaus in Milz, als die Theatergruppe „Storchenbühne“ ihre herzerfrischende Vorstellung „Besuch ist wie Fisch“ präsentierte.
Milz – Die zwei Worte „Bühne frei“ hatten für die Laienschauspieler eine doppelte Bedeutung, denn durch die verschiedenen Veranstaltungen vom Karneval über Seniorennachmittag und Puppentheater bis zum Storchennest-Basar mussten sie sich mit ihren Bühnenproben in Geduld üben. So gab es in den letzten beiden Wochen vor der Premiere einen wahren Probenmarathon. Selbst die Milzer Dorffunkies sprachen scherzhaft davon, dass im Kulturhaus sogar Feldbetten aufgestellt wurden, damit die Mitglieder gar nicht erst nach Hause gehen mussten. Es seien tatsächlich zwei intensive Vorbereitungswochen gewesen, gestand Silvio Supp, da ja auch die Original-Kulisse für die Proben wichtig gewesen sei. Doch das Team war mit Herz und Hand bei der Sache und so war alles für den Auftakt ihres ersten Theaterjahres bereit.
Mit heiteren, lebendigen Worten, bei denen das Publikum selbst seine innere Begeisterung spüren konnte, stimmte Rico Frank, 1. Vorstand des Vereins, sein Publikum im voll besetzten Saal am Samstag (Premiere) und Sonntag auf die Komödie aus der Feder von Christiane Cavazzini ein. „Wir wollen mit unserem Stück in dieser holprigen Zeit ein wenig Freude und Frohsinn bereiten“, so Frank. „Hinter dem Bühnenvorhanf waren wir schon ziemlich aufgeregt“, gestand Conny Lautensack nach der Vorstellung am Sonntag, „zumal wir mit unserer Generalprobe nicht so recht zufrieden waren“. Aber wie heißt es doch oft bei solchen Situationen, wenn die Generalprobe daneben geht, dann klappt es mit der Vorstellung. Das sollte sich mehr als nur bewahrheiten.
Die Akteure bei „Besuch ist wie Fisch“
Wer hat es nicht schon im Urlaub erlebt oder kennt es zumindest, man lernt jemanden kennen, findet ihn sympathisch, erlebt schön Stunden und am Ende des Urlaubs heißt es: „Wenn ihr in der Nähe seid, kommt uns doch mal besuchen“. Doch die Ellerbecks, Ehefrau Maria (Conny Lautensack), ihr Mann Hermann (Silvio Supp) und seine beiden Brüder Alfred (Rico Frank) und Kevin-Wolfgang (Michael Thoms) erst einmal zur Ruhe kommen. Weit gefehlt, denn die Urlaubskoffer waren kaum verstaut, meldete sich schon die Urlaubsfamilie Krawinkel zum Besuch an. „Na ja, es waren ja nette Nachbarn und es war ein schöner Urlaub“ meinte Maria, die aber schon mit ihren drei bequemen Männern ihre liebe Not als Hausfrau hatte. Denn die Brüder, zwei eingefleischte Junggesellen lassen sich gerne verwöhnen und genießen ihr Dasein in vollen Zügen.
Damit nicht genug, kaum daheim, kommt schon die wissbegierige Nachbarin Ingrun (Liesa Meininger), die ohne Punkt und Komma von den Ellerbecks alles über den Urlaub erfahren möchte. „Maria, du kannst mir alles erzählen. Ich will alles wissen.“ Außerdem macht sie Alfred schöne Augen, umschmeichelt ihn und lässt sich durch nichts abhalten. Da wäre auch noch Mutter Adele (Sybille Reß), eine junggebliebene Seniorin, die umgehend auf der Matte stand, kaum waren die Ellerbecks angekommen. Dann stehen sie da, die Familie Krawinkel, Klaus (Udo Eppler) und Gudrun (Annette Tandel) mit ihrer Tochter Cheyenne-Chantal (Silke Frank). Wie sich dann so alles entwickelt ist herzerfrischend und wirklich erholsam für Seele und Geist. Lachen ist gesund, hieß es da und es gab Beifall auf offener Szene. Am Schluss heißt es schließlich „Fisch ist wie Besuch, er fängt am dritten Tag an zu stinken“.
Da es eine Komödie ist, hat sie bekanntlich auch ein gutes Ende. Was die Rollenverteilung bzw. Zuordnung betraf, hätte man meinen können, die Autorin kannte die Milzer. Um es mit einem geflügelten Wort zu sagen, fand „jeder Topf seinen Deckel“ oder wie es auch heißt, „da passt die Faust aufs Auge“. Sie alle meisterten ihre schauspielerischen Herausforderungen bravourös. Bei rhythmischen Beifall blieb Rico Frank nur noch, sich beim Publikum zu bedanken, bei den Souffleusen, Betty Reuter und Christin Büsch, beim gesamten Versorgungsteam Küche und Ausschank, bei den beiden Technikern Danny Reß und Christoph Seifarth, bei allen Helfern sowie bei Landrat Sven Gregor für sein kommen, der für die neu gegründete „Storchenbühne e.V.“ einen Scheck im Gepäck hatte.