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Erstellt von Kurt Lautensack | | Milz

Wo die Haasn Hossn hässn

Bei der Mundart-Rallye, in die Milz, Irmelshausen und Behrungen integriert waren, erlebten die Besucher einen heiteren, humorvollen Mundartabend, der lange nachklingen wird.

Mundart
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Mundart Bühne
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Milz – „Heut werd widder Mundart gebabbeld, da bleid das hochdeutsch auf der Strecke“, begrüßte Moderator Andreas Peter im Namen seines Milzer Carnevalvereins das Publikum. In Erwartung der drei Vertreter fränkischer Mundearthumoristen erwies sich der Sitzungspräsident des MCV sozusagen als der vierte (thüringisch-fränkische) Mundartspezialist, denn auf seiner eigenen humorvollen Art komplettierte er das Gebabbel.

  Zeitgleich an den drei Orten, eröffnete in Milz Thomas Väth, der „Schmied aus Bischbrunn“, bekannt aus „Fastnacht in Franken“ oder der „Närrischen Weinprobe“ den Mundartreigen. Er gehört zu den letzten seiner Zunft und wie er selbst gesteht, ist er „der letzte Schmied im Spessart“. Als Erster in den Mundartring zu steigen, um das Publikum „warm zu machen“, ist oft nicht einfach. Nicht bei Thomas Väth, der die begeisterungsfähigen Besucher als Schmiedi-Gonzales mit spritzigen Parodien in die Schlagerwelt des Humors entführte. Wie heißt der letzte Rest im Glas oder in der Flasche in Mundart? Die Antwort aus dem Publikum kam prompt und verwies gleichzeitig auf die örtlichen Unterschiede. Es heißt „Nääch“, war zu hören. Und da es in Bischbrunn das „Stümmele“ ist, gab’s dazu auch ein Liedchen. 

  Er spiele auch auf Hochzeiten oder in der Kirche, wobei er sich manchmal frage, „warum hat sie nicht nein gesagt, der sieht doch aus wie ein Trottel“. So sei es eben mit der Liebe. Da sitzen die Frauen daheim und warten auf die Kerle und die kommen erst „nachts, wenn alles schläft“. Ist der Mann etwas liebevoll und meint, er habe „Schmetterlinge im Bauch“, da kommt die niederschmetternde Antwort der Frau, „du frisst aber auch alles“. Wobei er bei den Veganern gelandet war, die offensichtlich „kee Schäufele mit Kloß“ kennen. So hangelte er sich mit Wortwitz und brillanter Musik durch die Schlagerwelt, in die schließlich der gesamte Saal lautstark mit „Haah, haah, haah, haah, haah“ in seinem Gesang einstimmte. 

Die Mundart, eine göttliche Fügung

  Direkt aus Behrungen kommend ging es mit dem sofort die Sympathie des Publikums gewinnenden Alexander Göttlicher aus dem oberfränkischen Spies (Gemeinde Betzenstein) in die zweite Runde. Der Musik-Comedian entpuppte sich als fränkisches Mundart-Genie und Parodist erster Klasse, der die Lachmuskeln beben ließ. Mit seinen kuriosen Wortspielereien und thüringisch-fränkischen Zweideutigkeiten ließ er an seinem Namen keinen Zweifel. Es war göttlich und köstlich zugleich, wenn er erklärte, warum Pfarrer Pellkartoffel essen, eben „weil se ka Pelle ham“ oder dass der Papst gegen die Verhütung sei, „weil er ka Pläne hat“. Eine Erklärung, warum Araber kein Brot haben ist es, „weil se ka Mehl ham“. 

  Gekonnt ließ er seiner fränkischen Zunge freien Lauf und brachte so manche absurde  Gedanken auf den Punkt. So fand er, „ned alles, was a Loch hat, muss gleich da hie sei“. „Hast a Loch in deiner Kappe, haste Luft auf deiner Platte“. Göttlicher stellte fest, dass Veganer keinen Sex haben, weil sie sich fortpflanzen oder ließ Wünsche für Leute folgen, die man nicht mag. So versprühte er seine kabarettistischen Funken und ließ sein Publikum spüren, wo sie „dahoam“ sind, nämlich hier, „wo die Haasn Hossn hässen und die Hoosn Huusn“. Da gab es nach Zugaberufen keinen Halt mehr. 

Alltagsbeobachtungen im Stresstest

  Dem Stimmungshoch noch einen drauf setzten schließlich die „zwei Aabschter Bäuerlich“, Martin Wachenbrönner und Fredi Breunig, bekannt als „Gotthold & Eustach“. Mehr braucht es dazu in Milz kaum als Erklärung für beide. Mit ihren fränkischen Esprit ließen sie ihre Gags los, wobei bei ihren Pointen die Unschuldsvermutung gilt. So meinte Gotthold, dass seine Tochter neue berufliche Herausforderungen als Prostituierte meistert, wonach Eustach anerkennt, „wenn sie das Zeug dazu hat“. Als Witwer auf Suche nach neuem Eheglück, sei er, Gotthold, nach zwei Nächten bei der Frau „noch nicht überall“ gewesen. Wer sich angesichts der Benzinpreise jetzt einen „Gaul“ anschaffen möchte, sollte auch wissen, dass er nur bis 12.00 Uhr gefüttert werden darf. Gesundlachen war angesagt. 

  Ihre messerscharfen Alltagsbeobachtungen hinterließen Lachsalven, so auch bei ihren Antrag für eine „digitale Patientenakte“. Da war ein Sehtest zu bestehen oder ein Hörtest, der zu Verwechslungen von Zäpfchen und Hörgerät führte. Aber auch die anderen Fragen ließen den Patienten beim Ausfüllen eines Fragebogens im wahrsten Sinne des Wortes einen Handstand ausführen. Dass es beim Karneval unbedingt ein Wiedersehen mit beiden geben soll, befand das Publikum lautstark. So fand ein wundervoller unterhaltsamer Abend voller Lachen, Musik und fränkischen Humor seinen Abschluss. 

  Er sollte aber nicht enden, ohne auch den Cheforganisator der Mundart-Ralley, Thomas König vom MCV zu danken, dem Versorgungsteam von Küche und Theke sowie der Saalbedienung durch die Mädels der Großen Garde des MCV. Den perfekten Ton garantierte wie immer Danny Reß mit seinem Team. 

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