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Erstellt von Kurt Lautensack | | Römhild

Willkommen und Abschied im Standesamt der „Glücksburg“

Eine Trauung im wundervollen Ambiente des „roten Trauzimmers“, wie der Festsaal im Schloss Glücksburg auch genannt wird, ist ein besonderer Höhepunkt für das Brautpaar, aber auch immer wieder für die Standesbeamtinnen.

Römhild – „Dich sah ich, und die milde Freude floss von dem süßen Blick auf mich, ganz war mein Herz an deiner Seite und jeder Atemzug für dich“, so heißt es in einer Strophe von „Willkommen und Abschied“, eines der wohl berühmtesten Gedichte von Johann Wolfgang von Goethe. Ob das Brautpaar, Laura Jünger aus Beinerstadt und Manuel Hopf aus Ehrenberg, im Moment der Traurede ähnliche Gedanken hatte oder ob es doch eher die adrette Standesbeamtin Sahra Machalett war, die mit ihren herzlichen Worten ein Lächeln auf die Gesichter der beiden zauberte, das soll ihr ganz persönliches Geheimnis bleiben. Zumindest werden sie ihren Worten gelauscht haben, ist doch das Herzstück der Trauzeremonie die Traurede, eine Rede über und für das Brautpaar. 

  Und wenn für diesen wunderbaren Anlass ein Schloss, noch dazu mit dem Namen „Glücksburg“, diese freudige Verbindung eint, dann muss eine solche Ehe einfach glücklich werden. Ein Wunsch, der wohl Hochzeitsgäste und Standesbeamtinnen miteinander verbindet. Und mit dieser Trauung dürfte das Paar sogar in die Geschichte des Römhilder Standesamtes in Wort und Bild mit eingehen. Denn die Trauung könnte für die beiden Standesbeamtinnen Sahra Machalett und Christina Kleinert unter dem Motto „Willkommen und Abschied“ stehen. Während für Sahra Machalett die Zeit der Trauungen bei der Stadt Römhild begonnen hat, war es für die Verwaltungsangestellte Christina Kleinert ein Abschied aus dem beruflichen Leben und damit auch als Standesbeamtin, zu der sie nach der Ausbildung in Salzschlirf berufen wurde. 

500 Trauungen in 30 Jahren als Standesbeamtin    

  Am Donnerstag (26.06.) nahm sie ein letztes Mal als stiller Zuhörer an der Trauungszeremonie ihrer inzwischen ehemaligen Kollegin teil, zumindest aus beruflicher Sicht. Nach 38 Jahren in der Stadtverwaltung Römhild trat sie vor wenigen Tagen ihren wohlverdienten Ruhestand an. „Von diesen 38 Jahren war ich 30 Jahre als Standesbeamtin tätig und habe in dieser Zeit 500 Eheschließungen durchgeführt“, erzählt Christina Kleinert nach dem Fototermin mit dem Brautpaar. Natürlich seien das nicht alle Trauungen gewesen, die im Standesamt Römhild stattfanden, erklärt sie, weil natürlich auch Urlaub, Krankheit oder andere Gründe es nicht möglich machten. Eheschließungen hätten deswegen stattgefunden, denn ihre schon vor längerer Zeit ausgeschiedene Kollegin Isabella Kariton und die noch in der Stadtverwaltung tätige Katja Rußwurm waren dafür qualifiziert. 

  Wie viele Trauungen es in den 30 Jahren insgesamt waren, vermochte Christina Kleinert in diesem Moment nicht zu sagen, da müsste man nochmals genauer die Statistik bemühen. Doch die Römhilder Standesbeamtin hat viele schöne Erinnerungen an romantische Augenblicke der Trauung, ob im kleineren oder größeren Kreis, ob im kleineren Trauzimmer, das sie als das „grüne Trauzimmer“ bezeichnete oder eben im Festsaal des Schlosses „Glücksburg“. Spontan fällt Christina Kleinert eine ganz besonders feierliche Trauung im Festsaal ein, die schon etliche Jahre her sei. „Es war eine große Hochzeit mit über 60 Personen und Live-Musik. In der Hochzeitsgesellschaft befand sich ein Pianist, der die Trauung auf dem vorhandenen Flügel wundervoll begleitete". Das sei einfach ergreifend und romantisch zugleich gewesen, so die ehemalige Standesbeamtin. 

  Weniger angenehme Erinnerungen habe sie an die Corona-Zeit, als die Hochzeitsgäste außen vor bleiben mussten. Das war für beide Seiten wenig erfreulich. „Die Stadtverwaltung war für den öffentlichen Besucherverkehr ganz und gar geschlossen, aber geheiratet werden durfte, wenn auch die Anzahl auf Brautpaar, Eltern und Trauzeugen beschränkt war, so Christina Kleinert. „Doch die Arbeit als Standesbeamtin hat mir über all die Jahre hinweg sehr viel Spaß gemacht, in denen ich wundervolle Augenblicke mit den Brautpaaren erleben durfte. Und ich wünsche allen Brautpaaren, die ich getraut habe, dass die Ehe lange halte“, so Kleinert. 

   Und wie war es nun heute als passive Standesbeamtin. „Sahra hat das wunderschön gemacht, wie auch schon die Trauungen zuvor“, so Kleinert. Nach seiner Meinung gefragt fand dies übrigens auch der „Hochzeitsvater“ Andreas Hopf und sicher auch die bestens gelaunten Gäste beim Sektempfang im Schlosshof. Für Sahra Machalett war es übrigens ein erstes kleines Jubiläum, denn es sei wohl ihre 10. Trauung gewesen. Denn der Übergang vollzog sich ja nicht von heute auf morgen, wie beide erklärten, sondern habe sich im Laufe des vergangenen Jahres fließend vollzogen. Als Verwaltungsangestellte der Stadt habe sie sich weiter zur Verwaltungsfachwirtin qualifiziert und dann die Ausbildung zur Standesbeamtin in Bad Salzschlirf absolviert, erklärte Sahra Machalett. Danach erfolgte die Berufung in das Amt der Standesbeamtin. Ihr mache diese Arbeit auch sehr viel Freude, wie man ihrem Gesichtsausdruck unschwer entnehmen kann. Es sei immer wieder eine schöne Aufgabe, aus dem Gespräch mit dem Brautpaar heraus die richtigen Worte für die Trauung zu finden, da jede für sich ja etwas ganz Besonderes sein soll. Und die frisch Vermählten werden sich hoffentlich recht lange an diesem Moment erinnern.

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