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Erstellt von Kurt Lautensack | | Gleichamberg

Musikklänge und Waldgeflüster

Am letzten August-Wochenende führte ein gemeinsames Probenlager im und am Vereinshaus (bekannt als Taubenhaus) in Gleichamberg die Jungs und Mädchen nach der Sommerpause wieder zusammen.

Gleichamberg – Bei Ortsjubiläen, Kirmesveranstaltungen, Back- und Brauhausfesten und bei vielen anderen Anlässen gehört einfach auch die Musik dazu. Woche für Woche werden Kapellen oder andere Musikformationen gebraucht. Doch die Kapellen brauchen auch Nachwuchs, um ihr Fortbestehen zu sichern. Nachwuchsorchester bieten dafür die Voraussetzungen, so wie das KJO Gleichamberg, das im nächsten Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiern kann. 

     Mit Schuljahresbeginn startete auch das Kinder- und Jugendorchester Gleichamberg (KJOG) nach ersten Einzelproben mit einem zweitägigen Probenlager ins neue Orchesterjahr. Der Vereinsvorstand mit Lukas Mülle (musikalischer Leiter), Marion Peißig-Hessenauer (Vorsitzende), Anne Koch, Antje Krämer, Alexandra Mai und Alexander Witter hatte dazu ein kleines abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. So trafen sich die Nachwuchsmusiker am Freitagnachmittag zur ersten gemeinsamen Probe im Taubenhaus, nach dem bereits mit Schulbeginn die Einzelproben wieder aufgenommen worden waren.           

     Für den erfahrenen musikalischen Leiter kam es darauf an, die Kinder wieder zusammenzuführen, um „gemeinsam das Orchester kennenzulernen“. Deshalb sei eine längere gemeinsame Zeit äußerst wertvoll, um sich auch gegenseitig näher kennenzulernen, soweit dies für die Neuen noch nicht der Fall war. „Wichtig ist es vor allem, die Kinder, die bisher nur im Einzelunterricht zu hören waren, neu in das Orchester mit einzubringen“, erklärte Lukas Müller. Neu und zum ersten Mal bei einer gemeinsamen Orchesterprobe dabei war u.a. auch Melissa, die sich für Trompete entschieden hatte. Ihre Eltern hatten sogar für sie die momentan passende Trompetengröße besorgen können. Ebenfalls neu dabei war Josias mit seiner Klarinette. Mit einem kleinen Flötensolo gab sogar Amy Rose ihren Einstand.  

Waldpädagogisches Angebot gerne angenommen

     Der späte Nachmittag bzw. frühe Abend war mit viel Wissenswertem zum Thema Wald ausgefüllt. Dieses Thema mit den Kindern aufzugreifen, dazu hatte sich die „zertifizierte Waldpädagogin“ Annekatrin Scholz, selbst Kinder im Jugendorchester, bereiterklärt. „Mir liegt die Bedeutung des Waldes vor unserer Tür am Herzen, die ich gerne weitergeben möchte“, so Annekatrin Scholz. Das Ökosystem Wald biete viele Berührungspunkte, die man Kindern und Jugendlichen einfach näherbringen müsse, meinte die Waldpädagogin. Gerade bei der permanenten Reizüberflutung könne die Natur als Gegenstück punkten. Und tatsächlich ist auch das Taubenhaus rings vom Wald des Großen Gleichberges umgeben.  

     Nach einer Umfrage bei den Kindern des KJO hätten sich entsprechende Themen für eine Waldführung ergeben. So wurde z. B. die Frage geklärt, welche Tiere es am Gleichberg gibt und welche Rolle ihnen im Zusammenspiel zukommt. Hilfreich waren auch die vielen Tafeln, auf denen Fragen zu den Tieren aufgeworfen und beantwortet wurden. Wo hab ich doch gleich meine Nüsse versteckt, fragte sich da das Eichhörnchen, Wo befinden sich die Mäuse am Baum, Was steckt hinter der Baumrinde oder wo stecken sie am Tage, die man nachts grunzen hören kann? Auf all die Fragen gab es eine Antwort. Mit Fragen, welche Tiere Nutzen für den Wald und gegenseitig haben oder was haben Eiche, Käfer und Specht miteinander zu tun, wurde die Vernetzung untereinander deutlich und damit Zusammenhänge erkannt. Eine kleine Pirsch durch den Wald sollte die eigenen Sinne schärfen, um „Waldgeflüster“ wahrzunehmen und die Erkenntnis bringen, dass man so manches sehen, riechen oder auch schmecken kann.      

Musikalisch Interessierte werden noch gesucht   

     Ein solches Walderlebnis macht natürlich hungrig, vielleicht auch müde? Für Ersteres hatten Vereinsmitglieder und Eltern reichlich gesorgt. Danach wartete noch ein besonderes Erlebnis auf die Mädchen und Jungen. Denn übernachtet wurde teilweise in Zelten oder im Taubenhaus. Und nach einiger Zeit zog auch hier die „Waldesruh“ ein. Und nach einer Stärkung am nächsten Morgen galt es wieder die Hörsinne zu schärfen, denn es standen die Registerproben an. Das Erlernte zeigten sie dann Eltern, Freunden und Verwandten bei einem kleinen Konzert zum Abschluss. Lukas Müller versäumte bei der Gelegenheit nicht darauf hinzuweisen, wie wertvoll diese gemeinsamen Proben sind. Zwei Tage hintereinander hätten das Zusammenspiel spürbar verbessert. Was dem Orchester noch fehle sei eine Posaune oder auch ein weiterer Tenorhornspieler. Beides seien wundervolle Instrumente, meinte Lukas Müller. 

     Für Marion Peißig-Hessenauer war es wichtig danke dafür zu sagen, dass das gesamte Wochenend-Projekt zum größten Teil gefördert wurde von der „Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt“ sowie durch das Landratsamt Hildburghausen.  Ihr Dank galt auch allen Eltern und Beteiligten, die zum Gelingen beigetragen haben. 

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