Milzer haben Olympisches Feuer entfacht
Der MCV hätte es mit seinem Motto „‘S gett drüm rüm“ kaum besser treffen können, das sich dann auch wie ein roter Faden durch eine bravouröse und stimmungsvolle Karnevalssitzung zog.
Milz – „Mir genn zur Dämmerfastnacht, da komme net so spät hemm“, war bei kleinen Begrüßungsgesprächen vor dem Milzer Kulturhaus kurz vor Sitzungsbeginn zu hören. Wenn sich da manche nicht ein wenig geirrt hatten. Aber ein wahrhaft kurzweiliges, fast sechsstündiges Programm ließ einfach die Zeit vergessen. Dafür sorgte der MCV von der ersten Minute an mit seinem feurigen Mix aus Bütt, Sketch, Garde- und Showtanz, aus Musik, Gesang und Film, unterstützt von der Band „Bajazzo“.
Zugegeben, es „gett drüm rüm“, wer vor oder nach Mitternacht zu Hause ist. Und so verwies auch Sitzungspräsident Andreas Peter, wie stets bestens aufgelegt und sein Publikum anfeuernd, auf das Motto. Ob bei politischen Verhandlungen, im aktuellen Wirtschaftsgeschehen oder bei den olympischen Winterspielen, siegen oder verlieren, es geht „drüm rüm“. Auch stand die Frage, wird das neue Bühnenbild fertig, auf das er stolz verweisen konnte, ebenso wie auf die Initiatoren Danny Reß und Christoph Seyfarth mit Helferteam. Dabei geht das „Hellau“ mit zwei L auf eine Episode aus den 1970er Jahren zurück. Damals wie heute steht die „Technikfamilie“ Reß für den neuesten Stand der Technik. So wurde an der aufwendig gebastelten Beleuchtung ein Schreibfehler erst später bemerkt. Rückgängig machen unmöglich und so wurde das „Hellau“ zum Markenzeichen.
Sängerlust und Augenschmaus
Wie sein Sitzungspräsident versprach auch Präsident Michael Thoms seinem Publikum vergnügliche Stunden. „Wo sonst kann man noch so richtig lachen oder darf man das Leben mal auf den Arm nehmen“ und verwies zugleich auf die vielen Mitstreitern in der Technik, in Küche und Saal oder den Elferratsfrauen, die solche Veranstaltungen erst möglich machen. Büttenredner Thomas Perlick fand dafür treffliche Worte als er reimte, „die Helden hier und da, das müsst ihr wissen, sind vor und hinter den Kulissen“. Damit hinein in das humorige Treiben, das der Schlagerchor, unterstützt vom Elferrat mit „In Milz, in Milz ist Karneval“ eröffnete. Später machten sich Liesa Meininger und ihre Sängerknaben auf Urlaubsreise nach Mallorca, wo sie sich einen „Magen-Darm-Infekt“ einhandelten. Immer für beste Stimmung sorgen die „Sänger vom heißen Stein“, die mit bekannten Melodien, aber eigenen Texten glänzten. Sven Rußwurm begleitete die Sängergruppen am Keyboard.
Die Mlzer „Stürchlich“, der jüngste Nachwuchs des Vereins, entführten ihr Publikum mit ihrem Showtanz ins Weltall, Mit im Raumschiff saßen die Trainerinnen Conny Lautensack, Heike Günther und Michelle Müller. Mit ihren schicken Kostümen glänzte die Nachwuchsgarde bei ihrem Gardemarsch und inmitten der Mädchenschar Leo Thoms (trainiert von Anna Frank, Lea Jakob). Und mit Lea Lindemann, Jolina Reß und Paula Jentsch wirbelten gleich drei Tanzmariechen über den Bühnenboden. Ein Paradestück ist natürlich immer wieder der temporeiche Gradetanz der Großen Garde (Lilly und Lisa Jakob), dem mit dem Showtanz der Juniorengarde (Xenia Martinez Salazar) ein weiterer tänzerischer Höhepunkt folgen sollte. Komplettiert wurde das Tanzvergnügen mit dem Hexentanz des Männerballetts. Hinter den Kulissen emsig tätig, das Schminkteam Andrea Hölzer und Michaela Reß. Den Schlusspunkt setzte die Große Garde mit ihrem Showtanz.
Doch bevor es soweit war, galt das aktuelle Geschehen dem „MCV-TV“ mit Sprecherin Liesa Meininger. Die humoristischen Einlagen ins richtige Bild setzte Thomas Peter von „Visiotec“, unterstützt von Torsten Göhring, Thomas König und Axel Peter. Ein absolutes Highlight dabei der Videodreh in der Bäckerei Kühn, die nach neuesten Nachrichten ab April wieder öffnen soll.
Lachmuskeln trainiert - Olympiamannschaft vorgestellt
Von Thomas Perlick war schon die Rede, der zusammen mit Tochter Margarete (per Videoaufnahme) von seiner Reise nach Kanada berichtet. Ganz so weit wollte Eddi aus Reurieth nicht reisen, er wollte lieber „dehemm bleiben“, als um ein Büfett zu kreisen. Bei Reserveoffizier „Oberst Klaus“ (Klaus Friedrich) gab es da einen ganz anderen Reisebefehl, wie ihn sein Kumpel Thomas (Elferrat Thoms König) entlocken konnte. Nach Erich sei er nun von Pistorius rekrutiert worden. Und das in dieser Jahreszeit, im Winter. Das schien ein Stichwort für Johannes Eppler zu sein, der sich von den Wettermeldungen überrumpelt fühlte. „Stellt euch vor, meinte er, „da sind wir im Winter tatsächlich von drei Tagen Winter überrascht worden“. Ganz andere Gedanken machte er sich über seinen Heimatort nach Söders Gebietsreform zu Großfranken und dessen Empfang in Milz. ben.
Das olympische Feuer wurde dagegen von Nachwuchstalent und „Olympionik“ Leo Thoms entfacht. Seine Bütt erwies sich als echter Kracher, als er seine Olympiamannschaft dem Publikum vorstellte. Nicht um vorher auf vergangene Größen auf dem Eis und in der Loipe zu verweisen. Ob es Gold, Silber oder gar Holz wird, „s gett drüm rüm“. Doch mit seiner durchtrainierten Truppe zeigt er sich zuversichtlich, wenn es auch im Eiskanal vielleicht beim Doppelsitzer etwas eng zugehen wird. Leo wurde übrigens vom Präsidenten, Papa Michael, als Nachwuchs-Büttenredner mit dem „Milzer Storch“ ausgezeichnet. Genesungswünsche gingen per WhatsApp live ins Krankenhaus zu Jörg Schwamm, einem Milzer Urgestein.