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Erstellt von Kurt Lautensack | | Römhild Waldhaus

Ehemaliger Römhilder Steinbruch war Einsatzgebiet

Der Große Gleichberg mit seinen zwei ehemaligen Steinbrüchen, war das diesjährige Ziel der Gemeinde der Steinsburgfreunde, genauer gesagt das Gelände des ehemaligen Römhilder Basaltsteinbruches.

Römhild-Waldhaus – Treffpunkt Parkplatz am Waldhaus, hieß es in der Einladung der Gemeinde der Steinsburgfreunde, die auf eine rege Beteiligung beim geplanten Arbeitseinsatz am letzten Samstag im April 2026 hoffte. War bisher meistens die Steinsburg (Kleiner Gleichberg) mit ihren Blockmeeren das Ziel, so war dieses Mal das Römhilder Steinbruchgelände für einen Einsatz auserkoren. Und die Freude bei den Organisatoren war groß, als sich mehr als 20 Frauen und Männer mit Arbeitsgeräten einfanden, um Naturfreunden Wanderziele am Großen Gleichberg neu zu erschließen. 

  „Völlig im Dunkeln und ein wenig vernachlässigt lagen in letzter Zeit Wegenetz und Wanderziel im Römhilder Bruch“, meinte Horst Worliczek, als er die Arbeitswilligen auf das Vorhaben einstimmte. Man sei deshalb etwas zurückhaltender gewesen, das Bruchgebiet zu erkunden, weil die ungesicherte Ruine des ehemaligen Brecherwerkes problematisch gewesen sei. Einerseits war der Weg zugewachsen und andererseits bestand die Gefahr, in die Ruine tief zu stürzen. Inzwischen sei über die Stadt Römhild das Brecherwerk mit einem Zaun abgesichert und auch der Weg wurde von fleißigen Helfern wieder frei und zugänglich gemacht. 

  Um das Gleichberggebiet noch anziehender zu machen, das historisch und geologisch interessant ist, soll das Wegenetz erneuert und die beiden Ebenen des Basaltsteinbruches wieder begehbar gemacht werden. Erste Arbeiten dazu wurden nun beim Arbeitseinsatz vorgenommen. Während auf der Südseite des Großen Gleichberges, also auf der Seite des Gleichamberger Bruches, das Wegenetz mit vielen Beschilderungen durch die „Gleichbarchrotte“ aufgewertet wurde, wurde u.a. im Römhilder Gelände „eine Naturkosmetik rund um die aufgestellten Infotafeln“ vorgenommen. Die verschiedenen Schautafeln informieren über den geologischen Aufbau der Gleichberge, über den Basaltabbau und über die Stelle der berühmten Saurierfunde durch Hugo Rühle von Lilienstern. Erinnert sei an dieser Stelle auch an das Arbeitserziehungslager der Nazis, das sich von 1943-1945 auf dem großen Gleichberg befand. Zur Untermauerung dessen, worüber die Infotafel informiert, wurden auch Basaltstufen und Keuperschichten wieder sichtbar gemacht. 

  Ein abschließender gemeinsamer Rundgang durch das Einsatzgebiet ließ alle nochmals am Arbeitsergebnis und ergänzenden Informationen durch Horst Worliczek teilhaben. Und nach getaner Arbeit durften sich alle in freier Natur am Steinsburgmuseum an einem Büfett stärken. Dafür sorgte auf wunderbarer Weise Vorstandsmitglied und Hobby-Koch Kai Storch. Eine kleine Zusammenfassung des Einsatzes wird es sicherlich bald durch Vorstandsmitglied und Podcaster Benjamin Will noch geben. 

Römhilder und Gleichamberger Bruchgeschichte in Kürze

Die beiden  Gleichberge prägen das Landschaftsbild einer ganzen Region und bilden ein bedeutendes Natur- und Kulturdenkmal im Grabfeld. Abgesehen von dem Kelten-Oppidum des Kleinen Gleichberges (Steinsburg) bildet der Große Gleichberg ein imposantes Bild aus welcher Richtung man ihn auch betrachtet. Doch das Landschaftsbild drohte zum Ende des 19. Jh. einer Zerstörung durch den Basaltabbau ausgesetzt zu werden. Denn am Großen Gleichberg wurde in zwei Steinbrüchen Basalt abgebaut. Sein Gestein fand überregionale Verwendung, vor allem beim Straßenbau, für Pflastersteine, Gesimse, Mauern oder Häusersockel, wie es in der Region noch häufig zu sehen ist. 

  Der Gleichamberger Basaltbruch am Südhang des Berges wurde 1897 durch den  Unternehmer Rudolph Sonnefeld eröffnet. Gleiches galt für den Römhilder Steinbruch auf der Nordseite, der auf Betreiben des damaligen Bürgermeisters Georg Griebel im Jahre 1900 als städtischer Steinbruch eröffnet wurde. Es gab jeweils Seilbahnen, mit denen der Basalt zu den Basaltwerken nach Gleichamberg und nach Römhild bis Standort am Bahnhof transportiert wurde. Dazu befand sich im Sattel der Gleichberge bei der Waldhaussiedlung eine Winkelstation, die die Seilbahn in Richtung Römhild umlenkte. Obwohl bereits 1942 nach langen Bemühungen die Gleichberge zum Landschaftsschutzgebiet (heute Naturschutzgebiet) erklärt wurden, ging der Abbau weiter. Der Römhilder Bruch wurde im April 1968 geschlossen und am Gleichamberger Bruch wurden die Arbeiten 1981 endgültig eingestellt.

  Von 1968 bis 1991 war das gesamte Gipfelplateau einschließlich der beiden Steinbrüche militärisches Sperrgebiet mit einer Funk- und Radarstation der sowjetischen Armee und für die Zivilbevölkerung nicht zugänglich. Auf dem Gipfel befindet sich ein ehemaliger Fernsehumsetzer, der den Südwesten Thüringens und grenznahe Bereiche Bayerns mit Fernsehen versorgte und heute nur noch dem Mobilfunk dient.

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