Die FFw der Stadt Römhild zog positive Fünf-Jahresbilanz
Die diesjährige Jahreshauptversammlung (07.3.26) stand im Zeichen des Besuches von Georg Maier, Thüringer Minister für Inneres, Kommunales und Landentwicklung (kurz Innenminister).
Römhild – „„Zusammenkommen ist ein Beginn, Zusammenbleiben ist ein Fortschritt und Zusammenarbeiten ist ein Erfolg“, sagte einst Stadtbrandmeister Stefan Laube während seiner Amtseinführung 2020. Und viele der anwesenden Kameradinnen und Kameraden bei der Jahreshauptversammlung (JHV) am vergangenen Freitag im Vereinsheim der RKG in Römhild werden sich auch noch an die aufrüttelnden Worte von Bürgermeister Heiko Bartholomäus auf der JHV vom September 2020 erinnern. Denn die damalige Situation in der FFw verlangte einen konsequenten Schnitt und Neubeginn, passend zu den Eingangsworten. So sah der Stadtbrandmeister in der JHV einen guten Anlass, den Stand der FFw zu analysieren und auf das Erreichte der vergangenen fünf Jahre zurückzublicken.
Als besonderen Gast neben Bürgermeister Heiko Bartholomäus und Kreisbrandmeister Mathias Dressel konnte Stefan Laube den Thüringer Innenminister Georg Maier unter dem Beifall der Versammlung begrüßen, der gerade von einer Bundestagssitzung aus Berlin nach Römhild gekommen war. Doch bevor Laube mit seinem Rückblick begann, wurde mit Worten der Ehrung und einer Schweigeminute der verstorbenen Kameradinnen und Kameraden gedacht.
Erfolge und Entwicklungen der vergangenen fünf Jahre
Der Jahresbericht sei eine gute Möglichkeit, so der Stadtbrandmeister, die Arbeit der Feuerwehr transparent darzustellen und allen Bürgern bewusst zu machen, „dass wir uns für den Schutz und die Sicherheit in allen Ortsteilen der Stadt engagieren und einsetzen“. Dabei würdigte er ganz besonders die Hingabe aller Feuerwehrleute in der ehrenamtlichen Tätigkeit und das große Verständnis, das die Angehörigen ihnen entgegenbringen. So habe die Feuerwehr in den vergangenen fünf Jahren insgesamt 700 Einsätze erfolgreich bewältigt. Dabei zeigte er die gesamte Palette der gefahrenen Einsätze, von technischer Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen über Beseitigung von Sturmschäden bis zur Brandbekämpfung auf. Eine erfolgreiche Entwicklung sei dabei unübersehbar bei konstanter Personalentwicklung (144 Einsatzkräfte, 99 Kinder und Jugendliche in der Jugendfeuerwehr und 79 Personen in der Alters- und Ehrenabteilung). Gleichzeitig ging er auf den Altersdurchschnitt in den einzelnen Wachen ein und warb für weiteren Nachwuchs für das Ehrenamt Feuerwehr.
Aus- und Fortbildung und infrastrukturelle Entwicklung
Die Ausbildungstätigkeit reicht von der internen über die Gemeinschaftsausbildung mit der Gemeinde Straufhain, der Kreisausbildung bis zur Qualifizierung in der Landesfeuerwehrschule Bad Köstritz. Dazu gehören die ständigen Herausforderungen, die eine hohe technische Ausstattung mit sich bringt, die Ersatzbeschaffungen an Fahrzeugen und Technik, an persönlichen Ausrüstungen sowie die umfassende Digitalisierung in den verschiedenen Aufgabenbereichen. Ebenso ging der Stadtbrandmeister auf die infrastrukturelle Entwicklung ein. Dazu gehöre die Sanierung und Erhaltung bestehender Gebäude und der geplante Neubau der Wache 4 in Gleichamberg. Die Planungsvergabe sei abgeschlossen und mit einem Einzug rechne man Ende 2027. Diese gesamte Entwicklung mache sich natürlich auch im gestiegenen Haushaltsvolumen für die FFw bemerkbar, so Laube. So stieg das Gesamtvolumen im Verwaltungs- und Vermögenshaushalt in fünf Jahren um 230.400 Euro.
Besonders angesprochen wurde vor allem auch die Entwicklung in den aktuell sechs Jugendfeuerwehren, wobei neben Römhild, Haina und Westenfeld, Bedheim/Simmershausen, Milz/Eicha und Gleichamberg/Gleicherwiesen jeweils gemeinsam eine bilden. Er erinnerte dabei an die vielen Aktionen der Jfw, von der Teilnahme am Jugendleistungsmarsch, am gemeinsamen Zeltlager mit der VG Feldstein, an die Erste Hilfe, an Löschangriffe, an Knotenlehre und Wissenstest sowie an gemeinsame Feiern. Mit einem Ausblick auf die primäre Aufgabe, „Personal gewinnen, motivieren und aktivieren“, den Vorhaben und Investitionen im Jahr 2026 sowie einen nochmaligen ausdrücklichen Dank an alle Feuerwehrleute und Familien schloss Stefan Laube seine Ausführungen.
Bürgermeister und Innenminister haben das Wort
Heiko Bartholomäus knüpfte an die letzten Worte an und sprach von einer großen Wertschätzung für die Aktiven, aber auch von einer besonderen Wertschätzung der Arbeit der FFw durch die Teilnahme des Innenministers Georg Maier. Trotz mancher Kritiken sei in den vergangenen Jahren erfolgreich gearbeitet worden. Dabei sprach er auch die Ersatzbeschaffung von Fahrzeugen an, die aber nicht größer sein kann als es der Geldbeutel hergebe, so der Bürgermeister. Dem Minister dankte er für die Beibehaltung der Feuerwehrpauschale, verwies aber auch auf weiteren Förderbedarf. „Wir investieren mehr als 2 Mio Euro, weil wir zwei wichtige Standorte (Römhild und Gleichamberg) brauchen. Lange Einsatzwege rund um die Gleichberge kosten uns viel Geld, da würde uns eine Förderung sehr helfen“, so Bartholomäus an den Innenminister gerichtet. Zudem dankte er seinen Stadträten, die die hohen Investitionen durch ihre Entscheidungen mittragen würden.
„Ich bin hoch erfreut über das, was ich hier höre, über das was alles gemacht wird“ sagte Georg Maier und dankte allen dafür, „was im südlichsten Zipfel unseres Landes geleistet wird“. Auch sei es eine gute Sache, dass in Gleichamberg ein Gerätehaus gebaut werde, was zur Verbesserung der Infrastruktur beitrage und damit auch zu einem besseren Schutz vor Gefahren. Dazu gehöre natürlich auch die Ersatzbeschaffung. Er komme gerade von einer Sitzung des Bundestages, wo es u.a. um den „Schutz der Kritischen Infrastruktur“ ging (Schutz lebenserhaltene Einrichtungen, Sicherheitsstörungen, Cyberangriffe und Sabotage, als physische und digitale Infrastruktur). Als Beispiele nannte der Innenminister den Stromausfall in Berlin oder Angriffe auf die Bahn in Erfurt.
„Die ruhigen Zeiten sind vorbei“, so Maier, „wir müssen lernen, damit umzugehen“. Gleichzeitung mahnte er die Feuerwehrleute zur Vorsicht bei Einsätzen und nannte in diesem Zusammenhang zwei tragische Momente mit tödlichem Ausgang. Damit meinte er nicht nur Unfallgefahren, sondern auch Stressmomente oder Unwohlsein. Deshalb müsse man auch auf sein Inneres hören. Sein besonderes Augenmerk richtete er auch auf den Brandschutz, den man sehr ernst nehmen müsse, was sowohl gefährliche Waldbrände oder auch Sabotageakte betreffe. „An Sicherheit darf nicht gespart werden, deshalb habe auch der präventive Brandschutz große Bedeutung“. Er würdigte auch die Arbeit in der Jugendfeuerwehr, sprach von der Jugendfeuerwehrpauschale und resümierte, dass Thüringen im Ländervergleich gut aufgestellt sei. Auf die verschiedenen Hilfeleistungen eingehend meinte der Innenminister abschließend: „Es muss in das Bewusstsein der Menschen eindringen, dass bei Einsätzen Leib und Leben in Gefahr in Gefahr gebracht wird, gerade auch dann wenn Angriffe auf das Personal erfolgen, gleich ob es die Polizei, die Feuerwehr oder der Rettungsdienst ist“. Als Dank für die geleistete Arbeit überreichte er dem Bürgermeister und dem Stadtbrandmeister einen Erinnerungspokal.
Schließlich kam auch Kreisbrandmeister Mathias Dressel zu Wort, der sich für die gute Zusammenarbeit mit Stefan Laube bedankte, aber auch mit den Feuerwehrleuten. Egal wann er dabei sein konnte, stets sei alles ruhig und sachlich abgelaufen. Es habe ihn persönlich gefreut, dass es bei einem Brand in Simmershausen „endlich gelungen sei, dass die feuerwehren von Römhild und der Gemeinde Straufhain gut zusammengearbeitet haben. Gerne hätte er dem Innenminister noch auf den Weg mitgegeben (hatte aus Termingründen die Versammlung inzwischen verlassen), dass es keinesfalls gut angekommen sei, dass die Kopfpauschale gestrichen worden sei. Aber vielleicht klingle es noch in seinen Ohren, meinte Dressel. Den Kammeradinnen und Kameradensagte er: „Bleibt bei der Stange und kommt immer gesund heim“.
Außerdem fand die Neuwahl des Stadtfeuerwehrwartes statt. Marcel Noll wurde mit 72 von 75 abgegebenen Stimmen gewählt.
Beförderungen und Auszeichnungen
Befördert wurden:
- zum Feuerwehrmann Paul Oppel und Elias Leffler.
- zum/zur Oberfeuerwehrmann, -frau Lea Marie Friedrich, Leon Esche und Cedric Ehrhardt
- zum/zur Hauptfeuerwehrmann, -frau Sebastian Scheller und Andrea Schubert
- zum Löschmeister Christian Frank und Kai Schneider
- zum Oberlöschmeister Manuel Kling.
- Guido Katzenberger wurde zum Brandmeister befördert.
Für 25 Jahre treue Dienste in der Feuerwehr erhielten die Silberne Brandschutzmedaille am Bande Alexander Bäßler und Kai Schneider. Die Goldene Brandschutzmedaille am Bande für 40 Jahre Feuerwehr erhielt Peter Thomas.
Mit einer Laudatio für 70 Jahre Treue zur Feuerwehr, für Verlässlichkeit und Einsatzfreude wurde Lorenz Schüler aus Gleichamberg geehrt. Er erhielt das Große Brandschutzehrenzeichen am Bande, Stufe II vom Thüringer Feuerwehrverband. 70 Jahre habe Lorenz Wiegler seine Kraft der FFw gewidmet, so Stefan Laube. Im April wird Lorenz Schüler 90 Jahre.