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Radverkehrsnetz soll Verkehrssicherheit und Attraktivität erhöhen

Erstellt von Kurt Lautensack | | RömhildHindfeldGleichambergEicha

Für die Stadt Römhild wurde ein klassifiziertes Radverkehrskonzept mit dem Ziel erstellt, die zurzeit noch bestehenden Lücken im Radverkehrsnetz (RVN) der Stadt schrittweise zu schließen.

Römhild – Im Bereich der Stadt Römhild mit ihren 14 Ortsteilen gibt es spezielle Radwege und Radwege in Kombination mit landwirtschaftlichen Wegen. Doch es klaffen Lücken zwischen den genannten Wegen, die geschlossen werden sollen, um die Radwege an die überregionalen Radwanderwege (hochwertige touristische Routen) anzuschließen. Bei einem erfolgten Lückenschluss bieten sich Anschlussmöglichkeiten an den Werra-Obermain-Radweg (Hildburghausen-Staffelstein) und damit an den Werratal- und Main-Radweg, aber auch an den Keltenradweg, z. B. von Bad Königshofen, Trappstadt, Eicha, Römhild, Dingsleben nach Reurieth (Werra) oder den Radweg von Römhild über Haina, Exdorf, Jüchsen nach Meiningen (MR).

Um solche noch bestehenden Lücken zu schließen, aber auch um die Verkehrssicherheit und die Attraktivität im Fahrradverkehr im ländlichen Raum zu erhöhen, ist über das Sonderprogramm „Stadt und Land (S&L) auch die Förderung von Radwegen und deren Planung möglich. Diese Gelegenheit nahm die Stadt wahr und ließ ein „klassifiziertes Radverkehrskonzept“ erstellen. Nach den Worten von Römhilds Bürgermeister Heiko Bartholomäus sei es auch der Wille des Stadtrates gewesen, da sich „das Fahrrad als Verkehrsmittel im Alltag und in der Freizeit einen festen Platz“ erobert habe. Freies Wort sprach deshalb mit Heiko Bartholomäus und Andreas Peter, Mitarbeiter im Bauamt der Stadt, über die geplanten Möglichkeiten des Lückenschlusses.

Was den momentanen Stand angelangt, so sei die Planung zum Lückenschluss des Radweges Haina-Exdorf (MR) am weitesten fortgeschritten, erklärte Andreas Peter. Es betrifft die Gemarkung der Stadt Römhild und der Gemeinde Grabfeld, so dass das Vorhaben als eine gemeinsame Maßnahme entsprechend der Planung bereits ausgeschrieben wurde. Hier warte man nur noch auf die Fördermittelzusage vom Land, dann könne es losgehen. Geteert ist der Weg bereits von Haina bis zum „Eiserich“ am Eisenhügel. Dort laden übrigens drei Ruhebänke zum Verweilen ein und bieten einen herrlichen Blick von Westenfeld über Römhild und Haina bis zum Großen Gleichberg. Eine Magerrasenfläche und ein Lebensturm für die Tierwelt bieten weitere Beobachtungsmöglichkeiten. Auch von Exdorfer Seite ist eine Teilstrecke mit einer Bitumendecke versehen. Aufgrund der Flurneuordnung sei der Weg vor Jahren nicht durchgehend geteert worden, was nun erfolgen soll.

Bei der Kostenschätzung wurde von einer Summe von 247300 Euro ausgegangen, wobei die Förderung im Rahmen des Sonderprogramms 90 % beträgt. Gefördert werde allerdings nur eine Breite von 2,50 m (Radwegbreite), so Peter. Da er auch als landwirtschaftlicher Weg genutzt werden soll, werde er auf 3,50 m ausgebaut. Die Kostendifferenz ist nicht in der Förderung enthalten. Außerdem werde im Rahmen des Sonderprogramms zur Radwegeförderung ein sogenanntes „Verkehrssicherheitsaudit“ (auch Straßenverkehrssicherheitsaudit, engl. Road Safety Audit) gefordert. Bei der Planung müssen bekanntermaßen Kompromisse zwischen den Interessen verschiedener Beteiligter eingegangen werden. Um aber die Verkehrssicherheit (Vorbeugen von Unfällen) einerseits einzuhalten und andererseits das ökologische Umfeld und technische Grenzwerte zu berücksichtigen sind, werde dafür ein unabhängiger Prüfer (Auditor) eingesetzt. Die Umsetzung dieser Maßnahme wird und muss im Jahr 2023 erfolgen.

Eine weitere Lücke soll durch den Bau des Radweges Hindfeld-Gleichamberg erfolgen. Diese Maßnahme sei ebenfalls bereits angemeldet, so Bartholomäus und der Antrag müsse bis zum 30.10.2022 gestellt werden. Mit dem Baugrundgutachten und die Vermessung sei bereits ein Planungsbüro beauftragt worden. Der straßenbegleitende Radweg mit einer Breite von 2,50 m knüpft an den Radweg bei Hindfeld an, überquert die K 505 Hindfeld-Gleichamberg und verläuft dann parallel dazu 1100 m, bevor sie die 505 im rechten Winkel wieder quert. Auf den restlichen 900 m verläuft sie in Richtung Hegler’schen Anwesen und unterhalb weiter bis zur Gärtnerei in Gleichamberg (Bettelecke). Die Kostenschätzung beläuft sich hier auf ca. 560000 Euro.

Den gleichen Planungsstand wie Hindfeld-Gleichamberg weise auch der Streckenabschnitt Eicha-Landesgrenze (Keltenradweg)in Richtung Trappstadt aus, der straßenbegleitend zur L1131 verlaufen soll, erklärte Andreas Peter. Eine Vorplanung habe es bereits vor wenigen Jahren vom zuständigen Straßenbauamt Südthüringen gegeben, aber der Bau schließlich nicht für notwendig erachtet worden. Allerdings waren bereits Flächen übertragen und auch gesichert worden, die das Straßenbauamt nun an die Stadt weitergebe. Antragsfrist für den 1500 m langen Abschnitt sei auch hier der 30.10.2022, um in den Genuss einer Förderung zu kommen. In weiterer Zukunft sollen natürlich weitere Lückenschlüsse im Auge behalten werden wie z. B. Simmershausen-Bedheim und Gleicherwiesen-Streufdorf (Anschluss WOB) sowie Roth-Zeilfeld. Aber alles könne eben nur nach und nach erfolgen, je nach Kassenlage und Förderung.

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