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Ortsbeleuchtung

Sehr geehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger,

in den vergangenen 2 Wochen kam es in unsere Einheitsgemeinde gleich 2mal zu nächtlichen Gebäudebränden. Am Osterwochenende ereilte es den Ortsteil Milz und in der Nacht vom Mittwoch auf Donnerstag den Ortsteil Westenfeld.

Beide Brände wurden in der Nacht gemeldet und unsere Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr aus den verschiedensten Ortsteilen wurden zum Einsatz alarmiert und sind ausgerückt.

Durch die vorherrschende Dunkelheit und die fehlende Ortsbeleuchtung kam es in beiden Brandfällen zu deutlichen Behinderungen und Beeinträchtigungen unsere Einsatzkräfte.

Bei beiden Brandereignissen wurde mir von den Vor-Ort befindlichen Einsatzleitern und auch vielen Kammeraden deutlich gemacht, dass es gerade am Anfang der Einsätze und beim Anfahren der Einsatzkräfte zu enormen Orientierungsschwierigkeiten am Einsatzort kommt und damit im Zweifelsfall zu deutlichem Zeitverlust beim Retten und Bergen sowie beim Anlauf der Löscharbeiten kommt. Ich habe durch meine Anwesenheit bei den Brandfällen selbst miterlebt, dass diese Situation nach meiner Auffassung unhaltbar ist.

Wir gefährden im Zweifelsfall mit dieser Situation Menschenleben!

Ich habe deshalb mit sofortiger Wirkung angeordnet, dass bis auf weiteres alle Ortsbeleuchtungen in unseren Ortsteilen bei Nacht wieder eingeschaltet werden.

Der Schutz von Menschenleben hat und muss oberste Priorität bei unserem Handeln und unseren Entscheidungen genießen.

 

Heiko Bartholomäus

Bürgermeister

30 Jahre Mauerfall – 65 Jahre Karneval

Erstellt von Kurt Lautensack | | Römhild

Mit ihrer Prunksitzung am vergangenen Samstag (18.01.) leitete die RKG den Sitzungsmarathon zu den insgesamt 14 Sitzungen der Karnevalsvereine der Stadt Römhild ein.

Römhild – Bruderkuss im Hintergrund, Trabi, Grenzzaun, Turm und der Schriftzug „Good bye DDR“, so präsentiert sich das dekorative Bühnenbild entsprechend dem Motto. Dazu leise das „Auferstanden aus Ruinen“ und die Ulbricht-Worte „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten. Die Jahreszahlen wechseln auf der Bühne und schließlich sind Genschers Worte "Liebe Landsleute, wir sind zu ihnen gekommen, um ihnen mitzuteilen, dass heute ihre Ausreise…", in die sich die Worte von Schabowski „Das trifft nach meiner Kenntnis…ist das sofort, unverzüglich“ mischen. Dann öffnen Präsident Lukas Möhring und Sitzungspräsident Martin Bartholomäus den „Grenzzaun“ und die Akteure betreten die Bühne. Der Jubel aus den Lautsprechern wird abgelöst vom Beifall des Narrenvolkes im prall gefüllten Saal als Anerkennung für einen karnevalistischen wie künstlerischen Einstieg in den Abend.

Das Ganze dauert weniger als drei Minuten und doch liegt darin ein historischer Meilenstein, der durchaus auch im Karneval seinen Platz finden muss. Der Sitzungspräsident, im vorigen Jahr noch gemeinsam mit Jan Schöppach, hat ihn bereits gefunden und führte sein Publikum durch einen bunten Mix für Augen und Ohren. Dabei dürfte so mancher gesünder als er gekommen war, nach Hause gegangen sein. Denn Lachen ist bekanntlich ein Gesundbrunnen und der sprudelte an diesem Abend reichlich. Dafür sorgten die Büttenredner jeder auf seine Art.

Denn Büttenreigen eröffnete der „kleine Metzger und Wurstfachverkäufer“ Paul Berghold, aktives Mitglied der RKG, aber erstmals in der Bütt. Er kann über den veganen Wahn nur den Kopfschütteln fragt sich mit Blick auf die „vor Auszehrung dürren“, was ist nur los auf dieser Welt. Dabei sei es doch „gut für Römhilds Gemüts, am Sonntag Braten und Hüts“. Da hat Luisa (Kerrutt) mit ihrem Robin (Werner) im Urlaubsparadies der Karibik ganz andere Probleme. Sie reichen vom (zu viel) Bier trinkenden Robin bis zu Thomas Cook, der den „CO2-Ausstoß auf Null“ gesenkt habe. Solche Sorgen hat Max alias Dieter Scholz als Beamter nicht, der nach der Robinson-Methode arbeitet: „Warten auf Freitag“. Und er versteht auch gar nicht, was „die Leute gegen uns haben. Wir machen doch gar nichts“.

Ein echter Zwerchfellkracher war der Auftritt von Fanny und Lisa Hänisch mit Mama Petra. Was sich die beiden Waldhaus-Erben so deftiges zu sagen hatten, das saß bei jedem Wortwechsel. Da war noch Mama Petra, die wieder einmal „die Pillenausgabe in der Klapse geschwänzt“ hatte und feststellte, dass die Gehirnwäsche sinnlos sei, weil sie immer noch „schmutzige Gedanken“ habe. Nicht aus der Klapse, sondern direkt aus der Hölle kam Teufel Babo (Sebastian Schmitt), der darüber aufklärte, „was euch nach dem Leben erwartet“. Dann war da noch seine Alexa, die Antwort auf die Frage gab, ob Sex in der Fastenzeit erlaubt ist. Einen echten Gesundheitstrunk servierte Jens Linser aus Metzels als „holländischer Gast und Kiffer vom Dolmar“. In seinem Dschungelcamp am Dolmar heißt es nicht „Hol mich hier raus“, sondern „Zieh dir was rein“. Auch bedauert er die Deutschen, die keine „nette Königin Beatrice“ haben, sondern „eine alte Stiefmutter“.

Für eine Augenweide zwischen den Büttenreden sorgten die unterschiedlichen Balletts mit ihren musikalischen wie choreografischen Ideen. Für die Trainerinnen Diana Graf, Lea Mendel und Lina Bartholomäus war fleißiges Üben das ganz Jahr über angesagt. Unter ihren Augen präsentierte sich das Kinder-Gardeballett, das Tanzmariechen Zoe Weidlich und das Kinder- und Juniorenballett mit dem farbenprächtigen „König der Löwen“. Hier gilt ein besonderes Lob dem Masken- und Schminkteam für ein tolles Outfit der 37 Tänzerinnen. Auf eine Zeitreise durch die Wende führte das Showballett und riss mit originellen Einfällen alle Mauern ein. Aufbauarbeiten leistete dagegen das Männerballett unter Trainerin Diana Graf am Vereinsheim. Dabei steigerten sie mit dem „Presslufthammer-Bernhard“ das „Bruttosozialprodukt“.

Natürlich fehlte nicht der traditionelle Video-Auftritt der „Weltenbummler“ und der dazu passende Gesang mit Doris Hochstrate am Klavier. Ihr Drehbuch muss schon beizeiten stehen, wie sonst könnten die Weltenbummler im Marktbrunnen baden oder mit dem Heißluftballon, frei nach dem Film „Der Ballon“ völlig losgelöst von der Erde schweben. Fast unverzichtbar auf der Römhilder Narrenbühne sind Annemarie und Ingolf Lins, die mit Ukulele, Gitarre und ihren besonderen Liedchen begeistern. Sie stellen nämlich fest: „Nicht alles was ein Loch hat muss gleich hie sei“.

Mein lieber Freund und Kupferstecher, blickte da nicht gerade Pfarrer Thomas Perlick in gewohnt humoristischer Manier durch das Loch in der Mauer, bevor er es auf den neuen Römhilder Swimming Pool abgesehen hatte? Da konnte Tochter Annegret nur feststellen: „Mein Vater hat eben manche Gaben, die nicht andere haben“, nur kochen könne er nicht. . Und so wird es auch künftig „keinen Karneval ohne Pfaff“ geben. Tusch! Bliebe noch die Krankenschwester „Bums“, die so ihre Probleme mit den leichten Fällen hat. Da wollen doch tatsächlich die alten Knaben noch „die Puppen tanzen lassen“, obwohl sie schon aus Schnabeltassen trinken. Ja und natürlich der „Partymuffel“ Eddi, der mit Feiern nichts mehr am Hut hat, wenn da nicht seine Chantal, Malte und Sören wären.

Den Schlusspunkt setzte das gemischte Ballett mit Udo Lindenbergs Musical „Hinter dem Horizont“, wobei sie mit Franziska Struck auf den „Sonderzug nach Pankow“ aufsprangen. Da konnten sich beim Abschlussbild Martin und Lukas nur noch bei allen auf, vor und hinter der Bühne bedanken, bevor es im Kult-Lied von Manfred Hummel heißt: „...doch ich bin zufriede, der Kalte Matt is uns gebliebe“.

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