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Kalter Markt in Römhild

Eine der erhaltenen Traditionen in Römhild ist sein “Kalter Markt”.

Jeweils am letzten Donnerstag im Januar treffen sich seit über 200 Jahre die Händler und Käufer. Fördernd für die Entwicklung des Handels und die Abhaltung von Märkten war die Anbindung an die alten Handelsstraßen. Es entwickelte sich für den Fernhandel arbeitendes Handwerk. Zu ihnen gehörten die Gerber, die Leineweber, Strumpfwirker und die Töpfer.

Das Marktrecht erhielt die Stadt Römhild im Jahr 1498 vom Kaiser bestätigt, eine rege Handelstätigkeit lässt sich noch früher zurückverfolgen. Die Stadt bot 3 Flächen für die Jahrmärkte und den Wochenmarkt an, so den Marktplatz, den Töpfermarkt und den Viehmarkt. Die Zahl der im 18. Jahrhundert durchgeführten Märkte war beachtlich. So fanden neben den Wochenmärkten allein pro Jahr 8 Jahrmärkte und 4 Viehmärkte statt. Seit 1842 weist Römhild neben der auf 13 gestiegenen Zahl der Viehmärkte noch 2 Wollmärkte auf. Auf den Schafmärkten, welche seit 1840 durchgeführt wurden, waren teilweise bis zu 3.000 Tiere im Angebot. Der Kapitel- und Kirchweihmarkt war in erster Linie der Töpfermarkt. Dieser scheint einer der ältesten zu sein, der sich bis 1450 zurückverfolgen lässt. Jünger jedoch ist der “KALTE MARKT”, der erstmals 1800 abgehalten wurde. Als Kram- und Taubenmarkt ausgewiesen, hat sich gerade dieser, trotz der kalten Jahreszeit in seiner Tradition bis in unsere Gegenwart erhalten. Die Kälte und die frühen Morgenstunden gehören zu den Charakteristiken des traditionellen Marktes, vielleicht sogar zu seinen Reizen. Schon zu nachtdunkler Stunde ist der Markt hell erleuchtet, Musik ist zu hören und es herrscht reges Treiben.

Der “KALTE MARKT” zieht jährlich Tausende Besucher und 200 Händler an. Neben Spielzeug, speziellem Handwerk, Seilerwaren, Korbwaren, Porzellan, Textilien und Erzeugnissen aus Töpferwerkstätten findet der Besucher eine reiche Auswahl an Tauben jeder Art, an Kaninchen und Geflügel. Regen Zuspruch findet alljährlich auch die Ausstellung des Vereins “Rassekaninchen”. Während die Züchter sachkundig die Qualität der angebotenen Tiere prüfen und einen Kauf oder Tausch vereinbaren, bieten die Händler ihre Waren an, auch “alter Trödel” aus Omas Zeiten wird angeboten. Reichlich gesorgt für das leibliche Wohl wird mit Thüringer Rostbratwürsten, Zwiebelkuchen, gegrilltem Geflügel, Eintopfgerichten aus der Gulaschkanone, Grog und Glühwein.

So manches Jahr wurde der “KALTE MARKT” zum nassen Markt, aber das regnerische Wetter konnte die Besucher trotzdem nicht abhalten. Selbstverständlich haben die Römhilder für ihren “Kalten Markt” auch eine Hymne, das Lied vom “Kalte Matt”, welches in den Gassen und Gaststätten gesungen wird, und einen geflügelten Spruch parat

– entweder du erfrierst oder du ersäufst –

Jährlich am letzten Donnerstag des Januars wissen wir es genau, ob es ein kalter oder ein nasser Markt war. Eines wissen wir jedoch heute schon, der “Kalte Markt” wird auch im 21. Jahrhundert weiter Tradition und Anziehungspunkt von Römhild sein.

Kontextspalte

Termin

Der Kalte Markt findet immer am letzten Donnerstag im Januar statt.

 

25.01.2018

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