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29.11.2018 14:25

Ringmauern als Zeitzeugen der Kelten

Mehrmals im Jahr ruft der Verein der „Gemeinde der Steinsburgfreunde“ zur Unterstützung notwendiger Arbeiten rund um die Gleichberge auf.

By: Kurt Lautensack

Römhild-Waldhaus – Dabei geht es natürlich vordringlich um Einsätze an der Steinsburg (Kleiner Gleichberg), aber auch um die Schaffung bzw. das Freischneiden von Wanderwegen, um das Herrichten von Rastplätzen, Aufstellen von Sitzgruppen und Panoramatafeln, wie sie auf beiden Gleichbergen zu finden sind. Manche Wanderwege und Rastplätze wären verwaist oder gar nicht geschaffen worden und den herrlichen Aussichtspunkten würden die Panoramatafeln fehlen. Doch ein besonderer Schwerpunkt gilt alljährlich immer wieder den Arbeitseinsätzen an der Steinsburg zur Erhaltung des flächengrößten Bodendenkmals Südthüringens. Dabei geht es um das Blockmeer am Gipfel als auch um die Reste der einst mächtigen Ringmauern.

Genau eine solche einstige Hauptmauer dieser historischen Wallanlage verläuft in unmittelbarer Nähe zum Delfinbrunnen. Auf ein solches gut 100 m langes Teilstück der Ringmauer konzentrierten sich am vergangenen Samstag die Pflegearbeiten der Vereinsfreunde und der weiteren freiwilligen Helfer. Das aus den vergangenen Einsätzen zur Seite geräumte und liegen gebliebene Reißig und Geäst kann schlecht oder gar nicht abgefahren werden und musste geschreddert werden. Das geht natürlich nicht ohne den Einsatz von Technik und der nötigen Unterstützung. Eine Anfrage bei Bürgermeister Günther Köhler stieß auf Verständnis und Zustimmung und so gab es durch den Bauhof der Stadt Römhild die erforderliche Technik, die natürlich sehr hilfreich war. Enrico Brauner, selbst Vereinsmitglied und Leiter des Bauhofes, fungierte als Traktorist und Maschinist. Das geschredderte Material wird dann später auf dem Waldboden verteilt und eingeebnet.

Bei den Steinsburgfreunden wird natürlich auch langfristig gedacht, so wie es auch die Jahrtausende alte Geschichte der Steinsburg verlangt. Dabei ist nicht die Entstehung der Gleichberge gemeint, sondern ihre Besiedlungsgeschichte mit dem Oppidum und seinen Wallanlagen, den sogenannten Ringmauern. Im nächsten Jahr wird das Steinburgmuseum 90 Jahre, erklärte Vereinsvorsitzender Horst Worliczek, und langfristig werde natürlich auch seitens des Museums für  Ur- und Frühgeschichte Weimar, dessen Außenstelle das Steinsburgmuseum ist, auf das 100-jährige Jubiläum 2029 hingearbeitet.

Überlegungen der Gemeinde der Steinsburgfreunde, deren Geschichte untrennbar mit der Steinsburgforschung und des Museums verbunden ist, sind natürlich auch auf das Jubiläum gerichtet. Nach Vereinsvorstellungen könnte im besagten Teilstück am Delfinbrunnen, einige hundert Meter westlich der Seeberhütte gelegen, ein Stück Mauer annähernd originalgetreu als „Schauobjekt“ errichtet werden. Vorerst aber, so die Überlegung, könnte eine Info-Tafel an Ort und Stelle auf ein solches Vorhaben verweisen. Das alles gehe natürlich nicht von heute auf morgen, sondern müsse langfristig vorbereitet werden, verlange Mühe und Einsatzfreude, wohl auch noch so manche Arbeitseinsätze. 

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