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19.06.2017 20:16

Pferde und Reiter im Visier der Richter

Für den Reit- und Fahrverein Römhild/Grabfeld war das traditionelle Dressur-Turnier am Pfingstmontag nach dem niederschmetternden Brandanschlag im vorigen Jahr und den Mühen seiner Mitglieder ein voller Erfolg.

By: Kurt Lautensack

Römhild – Es war ein Mekka für Pferdeliebhaber und Turnierbesucher, was auf der Grabfeld-Reitanlage am Großen Gleichberg über den gesamten Tag hinweg geboten wurde. Um die 100 Pferde waren bereit, den Zuschauern und Fachleuten zu zeigen, was sie mit ihren Reiterinnen gemeinsam in der Lage waren zu leisten. Da war ein begeisterndes Mitfiebern im Publikum, gleich ob Groß oder Klein, insbesondere natürlich dann, wenn Vereinsfreunde in das Dressur-Viereck einritten bzw. wenn die Wertung bekanntgegeben wurde. Es war auch immer wieder wunderschön anzusehen, wie Pferd und Reiterin miteinander in stolzer Haltung harmonierten. Strahlende Gesichter gab es auch bei den Kindern beim Anblick der vielen Pferde oder wenn die Ponys in der Stallanlage geduldig die Streicheleinheiten hinnahmen.

Insgesamt 236 Starts in 11 verschiedene Prüfungen standen auf dem Programm, vom Führzügel- über den Reiter-Wettbewerb bis zu den Dressurprüfungen A, L und M. Dafür standen zwei Dressurvierecke in den Abmessungen 20 x 60m und 20 x 40m zur Verfügung, um einen ordnungsgemäßen zeitlichen Ablauf zu garantieren. Die Teilnehmer kamen aus den Reit- und Fahrvereinen aus Bayern (z. B. Beiersdorf, Großbardorf, Sonnefeld, oder Sulzthal/Ufr.), Hessen (z. B. Wendershausen/Rhön, Fulda) und Thüringen ( z. B. Oberpörlitz, Ringhofen, Mühlberg, Warza b. Gotha, Bad Berka-Lengefeld), um nur einige an dieser Stelle zu nennen. Die Römhilder Vereinsführung freute sich auch über eine gute Beteiligung der Vereine aus dem eigenen Landkreis, zu denen der RFV Buchenhof, der RV Kloster Veßra und der RV Schleusingen u.U. gehörten. Allerdings sucht man in den Starterlisten fast vergebens nach männlichen Vornamen bei den Reitern, obwohl es viele junge Besucher in die Grabfeld-Reitanlage zog.

Das Dressurreiten gilt als die Königsdisziplin im Reitsport, bei dem sich Pferd und Reiter im Gleichklang durch das Viereck bewegen und weit mehr als ein Präsentieren der Figuren ist. Das Pferd bewegt sich in den Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp auf geraden Bahnen oder diagonal im Dressurviereck. Dabei reagiert es auf minimale Signale des Reiters wie beispielsweise einen sensiblen Schenkel- und Gewichtsdruck oder den verschiedenen Arten der Zügelführung, so dass ein absolutes Verständnis zwischen Pferd und Reiter oder Reiterin diese „Hohe Schule“ ausmacht. Bewertet werden der Sitz des Reiters, die Bewegung und die Rittigkeit des Pferdes sowie die Korrektheit der Ausführung der verlangten Lektionen. Diese keineswegs einfache Aufgabe, die höchste Aufmerksamkeit, Konzentration und natürlich absolute Fachkenntnisse kam den Richtern Joachim Schwerdt, Dieter Schmiedel, Wilfried Licht und Annett Oschmann-Kohl, Landeskommission Dressur, zu.

Richter Wolfgang Erdenbrecher, seit Jahrzehnten im Pferdesport aktiv und bestens bekannt, war gewissermaßen der Chef auf der gesamten Anlage, beaufsichtigte den Abreiteplatz und achtete auf die Einhaltung von Sicherheitsbestimmungen und Verhalten von Pferd und Reiter auch am Rande des Turniers. Für ihn sei es ein „ganz hervorragendes Turnier, das sich in Thüringen sehen lassen kann“. Ja, es setze ein Zeichen, wie gut Südthüringen im Reitsport aufgestellt sei, auch wenn es seiner Meinung nach, so Erdenbrecher, etwas stiefmütterlich im Verband behandelt werde. Aus Richtersicht seien es „hervorragende Bedingungen“ mit einer ebensolchen Organisation bestätigt auch Joachim Schwerdt. „Hier stimmt die Basisarbeit bei gestiegener Qualität“, so der Richter. Dem Stimmt auch Dieter Schmiedel zu, der von einem „bestens präparierten Reitplatzboden“ und von einer guten Atmosphäre sprach. Beide waren sich darüber einig, dass „die Anlage auch für einen größeren Rahmen geeignet“ sei. Allerdings könnten halt Südthüringer Vereine finanziell kaum mit Hessen oder Bayern mithalten. Dass aber Reiter auch woanders erfolgreich sein können, hätten sie in den vergangenen Jahren bewiesen, so Schwerdt.

Um es mit dem einer Redewendung auszudrücken, das durchweg positive Echo der Richter, Aktiven und Besucher war natürlich „Wasser auf die Mühlen“ des Reitvereins und entschädigte Mitglieder und Helfer für ihren engagierten Einsatz beim Turnier. Ein Dank galt dem Versorgungsteam des Vereins, das neben Steak, Bratwurst, Kaffee und Kuchen auch Braten mit Thüringer Klöße aus dem Landgasthaus Gleichamberg auf dem Speiseplan hatte. Ebenso ging ein Danke an das Wettkampfbüro, an Klaus Menzel, der wie so oft, für eine ordentliche Beschallung sorgte und an den Reiterflohmarkt, der eine Menge Dinge rund um das Pferd anzubieten hatte.

Nach Einschätzung des Veranstalters – ansprechende Ergebnisse aus kreislicher Sicht:

Dressurpferdeprüfung Klasse A: Manuela Steiner mit Gold’s Just Magic, RFV Buchenhof, Platz 6; Marika Albrecht mit Cantano 32, RV Kloster Veßra, Platz 7.

Dressurprüfung Klasse A: Julia Birnstein mit Cassido 4, 2. Platz, Marika Albrecht mit Dancing Black Pearl, 5. Platz, Lea Amrell, 6. Platz (alle RV Kloster Veßra); Johanna Paul mit Casanova 482, 6. Platz und Leonie Volkmar mit Landor’s Boy 8. Platz (beide RFV Römhild/Grabfeld); Maike Mertens mit Penny Lane 315, RV Schleusingen u.U. erreichte den 7. Platz.

Reiter-Wettbewerb: Hanna Weber, 3.Platz, Juliana Köhler-Roth (beide mit Pferd Henriette) und Talia Truckenbrodt mit Holiday jeweils Platz 4 (alle RFV Römhild).

Im Führzügel-Wettbewerb erreichten Emma Mai und Romy Götz (RFV Römhild) einen 3. Platz. 

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