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16.03.2019 15:26

Wanderwege am Großen Gleichberg neu ausgeschildert

Die beiden Gleichberge, auch Zwillingsberge genannt, ziehen alljährlich viele Natur-und Wanderfreunde in ihren Bann, doch fehlen manchmal Orientierungshilfen.

Von: Kurt Lautensack

Gleichamberg – „Die Sonne glänzt, es blühen die Gefilde, die Tage kommen blütenreich und milde…“, so heißt es in einem Frühlingsgedicht von Friedrich Hölderlin. An diese Zeilen hatte wohl auch eine Hand voll Natur- und Heimatfreunde aus Gleichamberg gedacht, als sie sich kürzlich an einem sonnigen Februar-Wochenende bei frühlingshaftem Wetter aufmachten, um Wanderern die Orientierung am Großen Gleichberg zu erleichtern. Es ging um die verbesserte Beschilderung vorhandener Wanderwege, um das Aufstellen einer weiteren Informationstafel und einer weiteren Ruhebank im Bereich des Großen Gleichberges. Denn seit vor fast 30 Jahren der Zugang zu allen Punkten im Gleichberggebiet, insbesondere zum Großen Gleichberg, wieder möglich ist, sind die Zwillingsberge längst wieder ein beliebtes Wanderziel für alle Altersgruppen.

Doch braucht es immer wieder engagierte Leute, die sich uneigennützig und selbstverständlich ehrenamtlich darum kümmern, unsere heimische Natur erlebbar zu machen. Zu ihnen gehören ohne Zweifel Thomas Franz aus Gleichamberg und seine Mitstreiter Uwe Graf, Dietmar Frank, Rolf-Günter Thomae, Gabriele Wehner und Bernd Rilke. Sie alle widmen sich als Natur- und Gleichbergfreunde seit vielen Jahren der Erschließung des Großen Gleichberges für Wanderfreunde. Denn mit seinen drei Aussichtspunkten, dem Franken-, Rhön- und Thüringenblick, werden die Wanderer nach ihrem Aufstieg mit einem herrlichen Rundblick belohnt. Um solche Zugänge freizuhalten, komme in der Wachstumsperiode auch mehrmaliges Mähen dazu.

Bereits seit 1997 habe er begonnen, Wegweiser und Markierungen an Bäumen und großen Steinen anzubringen, die jedoch kritisch betrachtet wurden. Und so ist er seit ca. 20 Jahren mit Werkzeug im Rucksack, mit Schildern und Pfählen anzutreffen, um Wegweiser zu setzen. Thomas Franz ist gewissermaßen die treibende Kraft, hat aber von Anfang an aktive Mitstreiter gefunden. Natürlich ging und geht es dabei oft nicht ohne Fahrzeug, denn die Zahl der Wegweiser nahm zu, dazu kamen der Transport von Anschauungstafeln und Ruhebänken. Inzwischen sei es notwendig, erklärten die Gleichbergfreunde, die „nach ca. 15 Jahren die zweite Generation Schilder anzubringen“ bzw. eine weitere ergänzende Beschilderung der Wanderwege vorzunehmen. „Man muss ständig unterwegs sein“, meinten die Akteure, „um Bänke und Wanderhütten oder Tafeln zu streichen, um Wegweiser zu erneuern oder zu unterhalten“. Leider werde ihre mühevolle Arbeit, den Bergwanderern Orientierung zu geben und Ruheplätze zu schaffen, mitunter von Vandalismus nicht verschont. Hier hoffen sie auf Unterstützung und Aufmerksamkeit der Leute beim Gang durch die Natur.   

Auf dem Gipfelplateau nahe beim Telekom-Sendeturm kommt die Aktivtruppe mit dem Ehepaar Schnabelrauch aus Suhl ins Gespräch, später auch mit weiteren Wanderern am „Frankenblick“. Die beiden älteren Herrschaften, der Mann ist schon über 80 Jahre, waren noch erstaunlich gut zu Fuß. Sie hatten den Weg vom Waldhaus-Parkplatz über den Rhönblick zum Gipfel genommen, ließen aber auf den langen Weg zum Gipfel (mit Ausnahme am Rhönblick) eine Bank zum Ausruhen vermissen. Wären sie von der Wanderhütte in Höhe des ehemaligen Basaltwerkes (Brecherwerk) in Gleichamberg gestartet, dann hätten sie auf dem knapp drei Kilometer langen Weg bis zum Gipfel in Abständen vier Ruhebänke vorgefunden. Es werden auch sicherlich im Laufe der Zeit noch weitere folgen.

Doch das Aufstellen von Hinweisschildern, Orientierungstafeln oder Bänken ist das eine, es „koste auch Zeit, Material und Geld“. Die vergangenen Monate nutzten die Gruppe, um ca. 50 Hinweisschilder anzufertigen, die wie bereits erwähnt, die älteren oder kaputten Schilder ersetzen sollen oder neu aufgestellt werden. Dazu kommen eine weitere Bank und ein neuer Aufsteller auf dem Gipfelplateau. Die dafür vorgesehenen Schrifttafeln oder Übersichten sind gegenwärtig noch in Arbeit. Vor allem haben sie mit Manfred Schenk ihren „Künstler“ gefunden, der in ehrenamtlicher Arbeit die Beschriftung der Wegweiser und Hinweistafeln übernimmt. Unterstützung für so manches Vorhaben gebe es auch, wenn es nötig sei, vom Bauhof der Stadt Römhild, Standort Gleichamberg sowie von Tino Köhler, vor allem dann, wenn Technik gefragt sei. Thomas Franz nach bisherigen Kosten gefragt, meinte er, „eine Bergtour in die Gebirgsregion der Anden (Südamerika) käme da schon zusammen“. Hierzu sei gesagt, das Thomas Franz vor Jahren schon in den Anden, im Kaukasus, auf dem Kilimandscharo und im Himalaja unterwegs war. Aber es gäbe auch hin und wieder mal Unterstützung auf andere Art und Weise von Naturfreunden, „die selbst nicht mehr Hand mit anlegen können“.

Maßlos ärgern können sich aber die Natur- und Gleichbergfreunde auch immer wieder darüber, wenn reine Wanderwege durch Motorcross- oder Quad-Fahrer missbraucht würden oder sich eigene Wege gebahnt werden. „Da werden die Hinweis- oder Fahrverbotsschilder einfach ignoriert“, stellt die Gruppe fest und frische Reifenspuren mit eindeutigen Profilen untermauern das Gesagte. Dabei scheint vielen Leuten immer noch nicht klar zu sein, welchen Schutzstatus die Gleichberge haben, das es selbst Forstleuten manchmal erschwert, vorgesehene Waldarbeiten rechtzeitig abzuschließen. Zur Erinnerung: Die beiden Gleichberge sind ausgewiesene Landschaftsschutz-, Vogelschutz- und FFH-Gebiete (Flora-Fauna-Habitat) und stehen teilweise sogar unter besonderen Rechtsschutz der EU, weil sie „Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung“ sind.  

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