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12.01.2018 20:55

Tiefe Blechbläser für das KJO Gleichamberg

Der musikalische Nachwuchs sichert den Fortbestand so mancher Musik- und Kulturgruppen. Dazu braucht es interessierte Kinder, die ein Blasinstrument erlernen wollen.

Von: Kurt Lautensack

Gleichamberg – Genau um diese Nachwuchsförderung und des immer wieder neu zu formierenden Orchesters geht es dem Leiter des Kinder- und Jugendorchesters Gleichamberg (KJOG), Thomas Gütter und seinen Mitstreitern, den Instrumentallehrern. Denn die Mädchen und Jungen wachsen hinein in das „musikalische Karussell“, das sich eher wie eine Spirale aufwärts dreht. Sie beginnt (oftmals schon im Kindergarten) in der Flötengruppe und führt über das kleine und mittlere bis hin zum großen Orchester des KJOG. Doch irgendwann führt der berufliche Weg der Jugendlichen und Heranwachsenden woanders hin oder man hört und sieht sie wieder in einer der Musikgruppen landauf und ab.

So muss also im Laufe der Zeit immer wieder der musikalische Nachwuchs herangezogen und das Interesse für ein Instrument geweckt werden. Das beginne natürlich schon im Kindergarten, so Gütter, und müsse sich dann im Grundschulalter fortsetzen. Das ist auch der Grund dafür, dass sich der Orchesterleiter nach den Herbstferien auf den Weg gemacht hatte, um in den Grundschulen in Bedheim, Streufdorf und Hellingen vorzusprechen. Dabei sei er bei den Schulleitungen stets erhört worden und auf Verständnis für sein Anliegen gestoßen. So stellte er sich und verschiedene Instrumente bei allen drei Grundschulen vor, um sie zum Erlernen eines Instrumentes anzuregen bzw. einmal eine Orchesterprobe zu besuchen. Diese finden wöchentlich jeden Montag und Donnerstag ab 17.00 Uhr im Vereinshaus (Taubenhaus) in Gleichamberg statt.

Ob und wie es gelingt, die Mädchen und Jungen für ein Instrument zu begeistern und mitzumachen, das hängt natürlich auch sehr von der Unterstützung in der Familie ab, inwieweit Eltern bzw. Oma und Opa sich für die musische Bildung ihres Sprösslings begeistern. Doch darum sei es ihm noch nie bange gewesen, sagte Gütter, gerade wenn er an die große Fahrbereitschaft der Eltern und Großeltern zu den Proben und Auftritten denke oder an den vollen Saal bei den Adventskonzerten im Saal des Landgasthauses (Kulturhaus) Gleichamberg. Aber auch das gemeinschaftliche Musizieren und die gemeinsamen Erlebnisse in den Probenlagern machen den Kindern und Jugendlichen Spaß.

Für den musikalischen Leiter ist es natürlich immer wichtig, ein ausgewogenes Verhältnis bei den einzelnen Instrumentengruppen (Holzblas- und Blechblasinstrumente, Schlagwerk) zu erreichen. So möchte er im kommenden Frühjahr eine neue Bläserklasse zusammenstellen, der mindestens 10 „tiefe Blechbläser“ angehören sollen und hofft auf entsprechende Anmeldungen. „Bei Holzbläsern (Querflöte, Klarinette) sind wir schon ganz gut besetzt, ebenso bei den Trompeten“, sagt der Orchesterchef, „woran es noch etwas mangelt, sind die tiefen Bleche“. Diesen „tiefen Blechen“ werden Tenorhorn und Bariton sowie  Posaune und Tuba zugeordnet.

Hannes Frank, Eric Schüler und Leonard Frank sind drei hoffnungsvolle Nachwuchsmusiker, die zu den „tiefen Blechbläsern“ im KJO Gleichamberg gehören. Freies Wort unterhielt sich mit den drei Jungs und fragte nach Gründen für die Wahl ihres Instruments, wie es ihnen beim KJO Gleichamberg gefällt und wie sie es mit dem Üben halten. Hannes (Tenorhorn) und Eric (Tuba) kommen aus Milz, sind miteinander befreundet und besuchen beide die 5. Klasse in der Herman-Lietz-Schule Haubinda. Hannes kommt aus einer musikalischen Familie, denn Papa Rico (bekannt durch die „Hexenberger“) spielt Bariton, Mutti Silke hatte Querflöte erlernt und Opa Reinhard findet Freude am Alphorn blasen. Über zwei Jahre lernt Hannes schon Tenorhorn und zur Wahl des Instruments meinte er: „ich habe verschiedene Instrumente ausprobiert und beim Tenorhorn hatte ich den besten Ansatz“. Bei Eric fing es in der Grundschule in Milz mit der Flöte an. Bei der Wahl seines Instrumentes sagte er: „Die Tuba hat sich gut angehört, das gefiel mir“. Spaß am gemeinsamen Musizieren im Orchester haben beide und auch am Probenlager, das jeweils in den in den Ferien stattfindet, hatten sie ihre Freude.

Der dritte im Bunde ist Posaunist Leonard Frank aus Schweickershausen, der in die vierte Klasse nach Hellingen geht.  Inzwischen lernt er auch schon das zweite Jahr Posaune und den Anstoß dazu gab die Werbung für das Orchester in der Schule. Dass er ein Instrument lernt, darüber hätten sich auch sein Opa (spielt auch Posaune) und sein Onkel gefreut, die beide in einer Kapelle spielen, sagte Leonard. Da Laura Preßler aus dem gleichen Ort kommt und Trompete lernt, würden sich die Eltern bei Fahren abwechseln, was auch immer ganz gut klappen würde. Was ihr tägliches Üben betrifft, so schwanken die Angaben der drei  Jungs zwischen 10 und 30 Minuten, je nachdem, welche Schul- oder andere Arbeiten im Tagesablauf noch zu erledigen seien. Auf jeden Fall ist Thomas Gütter froh über die Verstärkung bei den Blechbläsern. 

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