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21.02.2018 22:50

Strohbären tanzten in Bedheim

Von: Kurt Lautensack

Bedheim – Fastnacht ist bekanntlich das Fest der Fruchtbarkeit und des Frühlings, wobei gleichzeitig der Winter ausgetrieben werden soll. Das war auch der Ursprung der Tradition der Strohbären am Aschermittwoch in Bedheim. Dabei verkörpert der Strohbär das Erwachen der Tierwelt aus dem Winterschlaf und damit den Frühlingsanfang. Und so erscheinen am Aschermittwoch die Strohbären, zwei in Stroh gewickelte junge Männer (René Simon und Benny Plonne), die von den Bärenführern (Wolfgang Juch und Andreas Frank) durch’s Dorf geführt werden. Zum Gefolge der Strohbären gehören zwei Hexen, die vor den Häusern den Winter auskehren, eine Marketenderin (Astrid Rühle mit Schlossbewohnern) und natürlich ein Musikus.

Seit wann es diese Tradition in Bedheim gibt, vermag niemand genau zu sagen. Auf jeden Fall seit Urzeiten meinen die Mitglieder des Heimatvereins, denn selbst die ältesten Bürger haben die Strohbären schon als Kind erlebt. Vor 40 Jahren, erinnert sich Wolfgang Juch, sei er als größerer Schüler erstmals als Strohbär verkleidet durch Bedheim gezogen. Nur für kurze Zeit sei sie ein wenig in den Hintergrund gerückt, aber Anfang der 1980er Jahre wieder belebt worden.

Die Verkleidung gestaltet sich sehr zeitaufwendig und nimmt fast zwei Stunden in Anspruch. Vollkommen verpackt von Kopf bis Fuß, müssen die jungen Männer den ganzen Nachmittag durchhalten. Hinzu kommt, das auch das Laufen erschwert wird. Bereits im Vorfeld müssen außerdem Strohmatten gebunden werden, was von den Mitgliedern des Heimatverein und weiteren Helfern übernommen wurde. Doch die alte Tradition gerät aus verschiedenen Gründen allmählich in Gefahr, sagt Andreas Opitz vom Heimatverein. Als sehr schwierig erweise sich die Strohbeschaffung und der Vorrat ist fast aufgebraucht. Denn für die Strohbären brauche man langes Stroh zum binden. Zum anderen sei es ein Problem, auch immer die Leute dafür zu finden. Doch eine Lösung haben die Bedheimer bisher immer gefunden, um diese Tradition aufrechtzuerhalten. Zumindest im Jubiläumsjahr des Ortes (11-69-2019) soll es die Strohbären-Tradition noch geben.

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