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02.07.2018 17:16

Stelldichein der Ein- und Zweispänner beim Fahrturnier

Bei idealen Witterungs- und Fahrbedingungen hieß es kürzlich beim „Reit- und Fahrverein Buchenhof e.V.“ zum 13. Mal „Start frei“ zum Fahr- und Wertungsturnier des Rhön-Grabfeld-Cups.

Von: Kurt Lautensack

M. Koob mit Tochter Anna

Constanze Lieske im Gelände

Peter Kallenbach

Manfred Puff bei der Ehrenrunde

Michael Koob mit seinen Schwarzwäldern

Buchenhof – „Wo immer der Mensch auf seinem langen Weg zur Zivilisation einen Fußabdruck hinterlassen hat, da ist ein Hufabdruck direkt daneben”, so sagt der Volksmund. Und Hufabdrücke wurden am vergangenen Sonntag beim Fahrturnier in Buchenhof im Rahmen des Rhön-Grabfeld-Cups eine ganze Menge hinterlassen, sowohl auf den Geländestrecken als auch im Parcours auf der Buchenhofer Anlage. Mal kräftig ausschreitend und Geschwindigkeit aufnehmend, mal etwas verhaltener, um zielsicher durch die Hindernisse zu kommen, ließen die Wagenlenker ihre Pferde durch den Fahrparcours traben. Für Pferdesportinteressierte und –liebhaber ein tolles Sonntagsvergnügen. Auch sei es inzwischen schon eine gewisse Tradition, erklärte Vereinsvorsitzende Herbert Kalnbach, dass das erste Wertungsturnier des Rhön-Grabfeld-Cups in Buchenhof startet. Dem würden im Laufe der nächsten Monate noch „drei weitere Wertungsturniere in Geisa und Fischbach (beide Wartburgkreis) sowie in Geldersheim (LK Schweinfurt) folgen werden“. Die drei erfolgreichsten Turniere gehen dann in die Cup-Gesamtwertung ein, erklärte Kalnbach, der als geprüfter Richter auch die Turnierleitung inne hatte. .

Auf dem Wertungsprogramm standen die Disziplinen Geländefahren/Streckenfahren (hier mussten vorgegebene Hindernisse bzw. Pflichttore passiert werden) sowie das Hindernis- und Zeitfahren im Fahrparcours. Alle drei Disziplinen zusammen ergaben dann die „kombinierte Prüfung“. 23 Ein- und Zweispänner in den beiden Kategorien Pony und Großpferde gingen in Buchenhof an den Start. Informationen rund um den Fahrsport, zu Wagenlenkern und Pferden gab es von Herbert Kalnbach immer wieder während des Turnierverlaufs. So ist beispielsweise für die Einteilung in Pony und Großpferd die Widerristhöhe von 1,48 m (auch Stockmaß genannt) entscheidend, während sich die Durchfahrtbreite der Hindernisse nach der Wagenbreite richtet. Für einen Ballabwurf auf den aufgestellten Kegeln erfolgte eine Zeitstrafe von fünf Sekunden.

Da man sich aus vielen Turnieren auch untereinander kennt, blieben auch bei der Ankündigung der Gespanne oder bei der Auswertung so manche spaßige Bemerkungen nicht aus. Großartige Stimmung herrschte vor allem unter den Teilnehmern und mitgereisten Fans aus Geldersheim. Denn die Geldersheimer konnten bei der Siegerehrung mit sieben 1. Plätzen, einen 2. Platz und fünf 3. Plätze die meisten Erfolge verbuchen, weitere Platzierungen nicht eingerechnet. Die Ein- und Zweispänner kamen aus Bayern (Bad Rodach, Geldersheim, Ostheim vor der Rhön), aus Hessen (Hünfeld, Kerzell)) und aus Thüringen (Wartburgkreis - Geisa, Fischbach, Mihla; Unstrut-Hainich-Kreis – Bad Langensalza; Ilmkreis – Stadtilm sowie vom RFV Buchenhof und dem LSV Streufdorf.

Teilnehmer nach ihrer Motivation zur Teilnahme an solchen Turnieren und zum Fahrsport befragt, waren sich in einem einig, nämlich dass dieses Hobby unheimlich Spaß mache, sowohl der Fahrsport allgemein als auch der tägliche Umgang „mit sehr verständnisvollen Vierbeinern“. Michael Koob (RFV Buchenhof) aus Hildburghausen fährt seit sechs Jahren Turniere mit. „Vorher bin ich auch Turniere auf Westernpferde mitgeritten. Aber man wird ja auch älter und da ist der Fahrsport eine echte Alternative“. Insgesamt 10 Pferde, darunter seine zwei stolzen Schwarzwälder Kaltblüter, kann Michael sein eigen nennen und da er mit Anna (16 Jahre) und Paula (13 Jahre) zwei Pferdesport begeisterte Kinder habe, so Koob, sei auch für Bewegung der Pferde gesorgt. Reitunterricht erhalten sie über den RFV Buchenhof. Außerdem sei seine Tochter Anna „als Mitfahrerin das erste Mal ein Fahrturnier mitgefahren“. Für ihn selbst sei sein Hobby natürlich auch ein Zeitproblem.

Auch Manfred Puff vom Landsportverein Streufdorf fährt erst seit fünf Jahren aktiv bei Turnieren mit, wie er selbst sagt. „Aber Pferdesport betreibe ich schon seit DDR-Zeiten und habe auch an vielen Reit- und Springturnieren teilgenommen“. Er sei auch bei Kinderfesten u.ä. gefahren, aber die Bürokratie der Ämter halte ihn inzwischen davon ab. Manfred Puff besitzt zwei Ponys, die ihm seinen Fahrspaß genießen lassen. Eines der beiden habe er im vorigen Jahr erst in Hamburg geholt und an den Fahrsport herangeführt. „Aber die zwei (seine Ponys) verstehen sich prächtig“ (was sicherlich auch an seinen Erfahrungen im Umgang mit Pferden liegt) freut sich Manfred Puff, „und fahren mit mir gute Platzierungen ein“. So errang er im Geländefahren den ersten Platz.

Ebenfalls Freude am Fahrsport hat inzwischen Constanze Lieske (RFV Buchenhof) aus Hildburghausen, die seit 2014 Turniere mitfährt. Als junges Mädchen sei sie zwar einmal geritten, hatte aber „Jahre lang nichts mehr mit Pferden zu tun. Bis mir mein Mann ein Pferd kaufte“. Das Interesse war wieder geweckt. Es sei dann ein zweites und drittes Pferd dazugekommen und so ist der Fahrsport, sie liebe die Tempofahrten im Gelände, zum Hobby geworden. Im vorigen Jahr mit am Richtertisch gesessen, fuhr Peter Kallenbach vom „Reit-Club am Hainich“, Bad Langensalza am Sonntag erfolgreich das Turnier mit. Als angehender Richter fehle ihm nur noch eine Dressurprüfung im Gespannfahren, erklärte Kallenbach. „Aber mehr Spaß macht natürlich das Fahren“. Kein Wunder, beim Turnier in Buchenhof wurde er in den Einzeldisziplinen zwei Mal Erster und einmal Zweiter und sicherte sich so den Gesamtsieg in der kombinierten Prüfung.

Apropos Fußabdrücke, die hinterließen natürlich auch die zahlreichen kleinen und großen Zuschauer auf dem Buchenhofer Gelände. Unter ihnen auch Herbert Kirchner vom RFV Römhild, der die Jahre vorher immer zu den Aktiven gehörte. Aber ein Unfall (nicht mit den Pferden) verdammte ihn verletzungsbedingt zum Zuschauen. Als echter Pferdefreund hatte er aber auch am Zuschauen seine Freude. Der Turnierleitung blieb es schließlich vorbehalten, Reimo Kalnbach als Eigentümer für die kostenlose Bereitstellung des weitläufigen Geländes zu danken und den Mitgliedern und Helfern des RFV Buchenhof für eine wiederum tadellose und umfangreiche Versorgung von Gästen und Aktiven sowie für die Unterstützung beim Turnier.

Ergebnisse unter www.gut-buchenhof.de

Fotos von Kurt Lautensack

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