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22.07.2014 17:43

Sportverein als Träger des dörfliche Lebens

Anlässlich des 90-jährigen Vereinsjubiläums des „TSV 1924 Eicha e.V.“ fand am letzten Juni-Wochenende ein Sportfest statt, verbunden mit einer Festveranstaltung im Kulturhaus als Höhepunkt, zu der Gäste und Einwohner eingeladen waren.

Von: Kurt Lautensack

Eicha – Der TSV 1924 Eicha ist nicht nur einfach ein Sportverein, der neben dem Fußballspielen sein jährliches Sportfest organisiert und durchführt, sondern er ist als einziger Ortsverein auch für die geselligen und kulturellen Belange seiner 230 Einwohner zuständig. Grund genug, um dieses Gründungsjubiläum gebührend zu feiern. Zur Festveranstaltung konnten Vereinsvorsitzender Frank Zöller und Vorstandsmitglied Volker Schurg, die gemeinsam den offiziellen Part übernahmen, Römhilds Bürgermeister Günther Köhler, den Vizepräsidenten des Kreissportbundes (KSB) und Vorsitzenden des TSV 08 Gleichamberg, Arno Schmidt, den Geschäftsführer des KSB und Vereinsberater Ulrich Hofmann sowie den Vorsitzenden des Spielausschusses des KFA Südthüringen, Manfred Brehm und Vertreter des SV 07 Milz begrüßen.

In einem kurzen Abriss ließen Zöller und Schurg abwechselnd dann die 90 Jahre vorüberziehen. Im Gründungsjahr seien natürlich die sportlichen Bedingungen und die Vorstellung von sportlicher Betätigung anders gewesen. Hier habe der Schwerpunkt auf die körperliche Ertüchtigung gelegen, was ja auch der Name Turn- und Sportverein zum Ausdruck bringt. „Auf dem Platz standen Reck, Barren und Pferd“, hieß es von den Vortragenden. Bereits zwei Jahre später haben die Sportfreunde (damals Turnbrüder) am Bezirkssportfest des Grabfeldgaus teilgenommen, die sich allgemein in der Weimarer Republik (1919-1933) großer Beliebtheit erfreuten. Mit dem Nazi-Regime und dem II. Weltkrieg kamen die Aktivitäten zum Erliegen. Eine Wiederbelebung des Sports in Eicha habe es erst wieder in den 1950er Jahren durch den Fußball gegeben.

Zur Verbesserung der sportlichen Bedingungen sei 1988 der heutige Sportplatz entstanden, hieß es. Nach der Wende verschwanden meistens die „Traktor“-Bezeichnungen und auch Eicha nahm die Umbenennung in TSV wieder vor. Die Vereinsfahne habe sich ebenfalls wieder gefunden und sei mit Hilfe von Sponsoren und Spenden der Dorfbevölkerung restauriert und vor 10 Jahren die Fahnenweihe vollzogen worden. Die „Hoch“-Zeit im Eichaer Fußball, so Zöller, sei Mitte der 1990er Jahre gewesen. Zu diesem Zeitpunkt gab es eine Frauen-, Junioren- und Männermannschaft. Doch der demografische Wandel habe auch Lücken im Verein hinterlassen, so dass seit zwei Jahren mit Milz eine Spielgemeinschaft besteht.

Wie bereits erwähnt, sei der Verein auch kultureller Motor im Dorf und setze die Akzente. Backhausfest, Sportfest und Kirmes sind die drei Höhepunkte im dörflichen Leben der „Drächer“, wie die Einwohner im Volksmund genannt werden. Da es dazu auch Räumlichkeiten brauche, war die Erhaltung und Erneuerung des Kulturhauses ein festes Ziel. Schließlich sei im Rahmen der Dorferneuerung der damaligen Einheitsgemeinde Gleichamberg „für Eicha und einem sehr rührigen Dorferneuerungsbeirat“ sei ein großer Wunsch in Erfüllung gegangen. Vor sechs Jahren wurde der Umbau mit einem Festkommers eingeweiht und die Kosten betrugen seinerzeit ca. 380 000 Euro. Großen Anteil an der Umsetzung hätten Günther Köhler und der damalige Gemeinderat, aber auch die aktiven Vereinsmitglieder gehabt. Das Haus, das für das Dorf und den TSV sehr wichtig sei, besitzt mit einem Saal, einem Feierraum, Küche und sanitären Anlagen alles, um auch Familienfeste in einem niveauvollen Rahmen feiern zu können.

Günther Köhler sprach in seinem Grußwort ebenfalls die demografische Entwicklung, deren Ursache vor allem auch die Suche nach Arbeitsplätzen sei. Umso wichtiger seien die Vereine, wie es der TSV 1924 ist, da ohne sie ein dörfliches aktives Leben nicht möglich sei. Dass es vom TSV betrieben werde, zeige, dass es in einer funktionierenden Dorfgemeinschaft möglich sei. Für das Jubiläum übergab er eine Zuwendung, die bei 94 Vereinen der Stadt kleiner ausfalle, als es früher der Fall gewesen wäre, fügte er hinzu. Uli Hofmann überbrachte die Grüße des Präsidenten des KSB. Er sei auch gern nach Eicha gekommen, sogar als früherer Schiedsrichter. Auch er übergab vom KSB eine Zuwendung, die bei 117 Vereinen ebenfalls bescheiden bleiben müsse. Manfred Brehm überbrachte die Grüße des KFA und überreichte zum Jubiläum Spielbälle.

Schließlich stehen bei einem solchen Anlass auch einige Ehrungen und Auszeichnungen an. In Anerkennung und Würdigung der langjährigen verdienstvollen Tätigkeit für die Förderung des Sports wurden mit der Ehrenplakette und der dazugehörigen Ehrenurkunde Franziska Baumann und Frank Zöller ausgezeichnet. Mit der Ehrennadel des Landessportbundes wurde Volker Schurg geehrt. Die Ehrennadel des Thüringer Fußballverbandes in Silber erhielt für seine aktive Arbeit Jens Leupold. Außerdem wurden durch den TSV Eicha mit der Einladung zur Ehrenamtsgala des Landkreises für ihr ehrenamtliches Engagement gewürdigt: Franziska Baumann, Volker Schurg und Jens Leupold. Für das leibliche Wohl sorgte das Landgasthaus Gleichamberg und zur Unterhaltung gab es Vorführungen mit dem Rhönrad und eine Zaubershow. Natürlich durfte auch das Tanzbein geschwungen werden.

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