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19.06.2017 20:12

Naturfreunde „Gleichbergrotte“ auf dem richtigen Weg

Es braucht immer wieder engagierte Leute, die sich uneigennützig und selbstverständlich ehrenamtlich darum kümmern, unsere heimische Natur erlebbar zu machen.

Von: Kurt Lautensack

Gleichamberg – Wer auf den Großen Gleichberg wandern möchte, dem zeigen nicht nur Hinweisschilder den richtigen Weg, sondern er findet unterwegs auch Bänke zum Verweilen und Erholen. Dazu gibt es für den Natur- und Wanderfreund an Schrift- und Anschauungstafel auch die nötigen Informationen. Eine erste Info-Tafel steht an der vor einigen Jahren errichteten Wanderhütte am Fuße des Großen Gleichberges, nahe dem ehemaligen Basaltwerk. Von dort gibt es auch reichlich Wegweiser, um sich für eine Strecke hinauf zum Gleichberg oder in Richtung Römhild zu entscheiden, mit ausreichender Beschilderung auch unterwegs. Was das bereitliegende Informationsmaterial betrifft, erklärt Thomas Franz, müsse er natürlich im Wesentlichen auf Materialien der Stadt Römhild zurückgreifen.

Auf dem Plateau des Gleichberges, dem ehemaligen Steinbruchgelände, bietet sich dann bei guter Sicht ein berauschender Rundblick in die thüringisch-fränkische Landschaft. Der reicht von Bedheim in Richtung Thüringer Wald im Osten, weiter über den Straufhain, Bad Rodach und der Veste Coburg, über Gleichamberg bis in die Haßberge im Süden und weiter bis nach Milz und den Rhönbergen im Westen. Eine auf Initiative der „Gemeinde der Steinsburgfreunde“ auf einen Felsblock angebrachte Panoramatafel, hilft bei der Suche geografischer Punkte. Das Gipfelkreuz verleiht dem Wanderer dazu das nötige Berggefühl und eine Schutzhütte lädt zum Rasten und Entspannen ein. Seit diesem Jahr informiert darüber hinaus eine neue Info-Tafel über geologische Verhältnisse des Gleichberges, über die Geschichte des Basaltsteinbruchs und ihrer einstigen russischen „Bewohner“. Auf einem Foto ist sogar der heutige Kreml-Chef Putin zu erkennen.

Doch wer kümmert sich um all die genannten Dinge, die dem Wanderern und Naturfreunden damit die heimische Landschaft, die Flora und Fauna nahebringen und „Ein sich wohlfühlen in freier Natur“ schaffen wollen. Es sind die Naturfreunde „Gleichbergrotte“, zwar (noch) kein Verein, aber im wahrsten Sinne des Wortes eine Handvoll Leute, die sich um die Natur rund um den Großen Gleichberg sorgen. Allen voran Thomas Franz, der sich der Unterstützung durch Dietmar Frank, Uwe Graf, Rolf-Günter Thomae und Bernd Rilke sicher sein kann. Ihr Hauptaugenmerk galt und gilt vor allem der Kennzeichnung und der Gestaltung von Wanderwegen und der Schaffung von Ruhepunkten für Leute, die den Berg erwandern möchten, erklärte Thomas Franz, aber auch dem Schutz des Gleichberggebietes.

Sich dieser Aufgabe intensiver zu widmen, begann er 1997, also vor 20 Jahren, mit dem Anbringen erster Wegweiser und Markierungen an Bäumen oder großen Steinen. In den Folgejahren war er des Öfteren mit Rucksack, Werkzeug und Wegeschildern anzutreffen, teilweise auch mit seinen Wanderfreunden. Inzwischen seien die Schilder weitestgehend von den Bäumen verschwunden und sind an festen Pfählen angebracht. Alles werde in Eigeninitiative und meistens mit Eigenmitteln erledigt, wobei ein Verein vielleicht auch Möglichkeiten der Unterstützung eröffnen könnte. Unterstützung erhalte die Gruppe, wenn „Not am Mann ist“ aber trotzdem, unter anderem von der Baufirma Tino Köhler, wenn Technikhilfe gefragt sei oder von Firmen, die gerade im Gleichberggebiet arbeiten. So gab es zum Beispiel kürzlich beim Forstwegebau am Gleichberg Unterstützung durch Mitarbeiter der Erich Koch Bau GmbH die erwünschte Hilfe. Er selbst war erst vor Tagen wieder unterwegs, um Wanderwege und Aussichtspunkte (Franken-, Rhön-Grabfeld- und Thüringen-Blick) freizuschneiden.

Maßlos ärgern könnte sich die „Gleichbergrotte“ aber immer wieder darüber, wie er sagt, wenn reine Wanderwege durch Mountainbike-, Motorcross- oder Quadfahrer missbraucht würden, obwohl Sperranlagen oder Hindernisse in Absprache mit der Stadt errichtet wurden. Da würden zum Beispiel, wie vor kurzem geschehen, große Steine beiseite gerückt, bei denen es dazu drei oder vier Mann bedarf oder Hinweisschilder, die das Befahren der Wege untersagen, einfach missachtet. Erst kürzlich habe sich „in aller Hergottsfrühe“ ein Motocrossfahrer am Großen Gleichberg „ausgetobt“, wie Thomas Franz an Hand von tiefen Spuren und Motorenlärm festgestellt hat. Zwar sei fast immer einer seiner Wanderfreunde in dem Gebiet unterwegs, aber eben nicht schon früh um Vier, wie das letzte Beispiel gezeigt habe. Was allgemein die Pflege von Wegen betrifft, so Franz, könne er sich vorstellen, auch als „ehrenamtlicher Wegewart“ der Stadt Römhild aktiv zu sein.

Was insgesamt das Gleichberggebiet betrifft, so sei denjenigen gesagt, denen es bisher entgangen ist, dass es einen mehrfachen Schutzstatus aufweist. Die beiden Gleichberge sind ausgewiesene Landschaftsschutz-, Vogelschutz- und FFH-Gebiete (Flora-Fauna-Habitat). Diese natürlichen Lebensräume stehen teilweise sogar unter besonderen Rechtsschutz der EU und werden als „Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung“ bezeichnet.