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02.08.2016 11:09

Mit Pfeil und Bogen unterwegs

Für das erste Juli-Wochenende hatten die Mitglieder vom „Bogensport Gleicherwiesen“ zu ihrem 6. Mittsommerturnier auf den Sportplatz nach Gleicherwiesen eingeladen.

Von: Kurt Lautensack

Gleicherwiesen – Der Sportplatz mit dem Vereinsanlage des Feuerwehrvereins Gleicherwiesen, das den Bogensportlern alljährlich zur Verfügung gestellt wird, war dabei natürlich nur der Treff- und Sammelpunkt für die Turnierteilnehmer. Ausgetragen wurde der Wettbewerb auf der angrenzenden Wald- und Wiesenfläche, dem Jagdrevier von Jagdpächter Rudi Sauer aus Trappstadt, das von ihm, bei allen nicht vorhersehbaren Unwägbarkeiten, stets problemlos zur Verfügung gestellt wird. Beiden, Feuerwehrverein und Jagdpächter sowie der Waldgenossenschaft Gleicherwiesen  möchten die Bogensportler dafür Dank sagen.

Welchen Stellenwert das Turnier in Gleicherwiesen besitzt, mag man auch daran ermessen, dass eine Kilometer lange Autoschlange den Weg bis zum Sportplatz weist, deren Autokennzeichen vor allem Bogenschützen aus Thüringen, Bayern und Hessen auseisen. Da war regelrechtes Gedächtnistraining zum „Superhirn“ angesagt, wollte man sich all die Kennzeichen merken von AN für Ansbach oder APD für Apolda über FD und MTK oder GTH, SHL bis WW für Westerwaldkreis (Rheinland-Pfalz), um nur einige zu nennen. Denn die Bogensportler Gleicherwiesen haben sich seit ihrer Gründung im Jahr 2000 mit ihren bisher sechs Turnieren längst bundesweit einen Namen in dieser Sportart gemacht.

So konnte Platzwart und Mitorganisator Manfred Tomandl am frühen Samstagmorgen knapp 140 Bogensportler aus den unterschiedlichsten Kreisen der Bundesländer willkommen heißen, um noch einmal kurz auf den Ablauf und die Wegführung zu verweisen. Er rief allen Sportlern nochmals die Sicherheitsmaßnahmen in Erinnerung und warnte auch zur Vorsicht vor Zecken, die im Gebüsch oder Gras lauerten. Mit dem Ruf der Bogensportler „Alle ins Kill“ entließ er die Gruppen zum Start an die jeweiligen Anfangspositionen. Nach dem diese von allen erreicht wurden, begann für alle gleich, pünktlich um 10:00 Uhr der Wettkampf. Und während sich Manfred Tomandl bei einem Rundgang durch eine der Doppelschleife, die nach seinen Angaben etwa 5 km betrug, vom geordneten Ablauf an den Stationen überzeugte, bereitete sich das Versorgungsteam auf die Zwischenaufenthalte der Schützen vor. Denn innerhalb des gesamten Durchlaufs von ca. sechs Stunden, kamen sie je nach Routenstart ein- bis zweimal am Treffpunkt Sportplatz vorbei.

Zum Einsatz kommen Primitiv-, Lang- oder Jagdbogen Recurve sowie die Compound-Bögen, erklärte Tomandl während des Rundganges. Wertungen erfolgten in der Kategorie Schüler, Jugend, Damen und Herren. Der Bogenschütze muss durch Astgabeln und Bäume hindurch, Hänge hinauf oder hinunter, stehend oder kniend versuchen, sein 3-D-Ziel zu treffen. Das heißt es wird auf Tierattrappen geschossen, die in Art und Größe mit lebenden Tieren vergleichbar sind. Dabei reicht die Auswahl an Tieren auf den gesamten Parcours vom Hasen über Fasan, Bussard oder Fuchs bis hin zu den größeren Tieren wie Wildschwein, Rehbock, Hirsch oder Wolf. Die Entfernung ist dabei nicht bekannt und muss geschätzt werden, um den Pfeil im richtigen Winkel abzuschießen. Der Abstand zwischen Tier und Bogenschütze richtet sich dabei nach Tierart und der Größe und lag zwischen 20 m und 60 m. Ziel sei es natürlich, möglichst „ins Kill“, dem Bereich von Herz und Lunge, zu treffen. Trifft der Pfeil ins Kill, dann gibt es 20 Punkte und 16 Punkte, gestaffelt abwärts für Körpertreffer. Maximal können 560 Punkte erreicht werden.

Ein solcher Umlauf erfordert natürlich auch vom Veranstalter eine optimale Vorbereitung und hohen persönlichen Einsatz, erklären die Organisatoren. Zwei Tage waren Mitglieder des Vereins (kein eingetragener) im Gelände unterwegs, um Wege freizuschneiden und zu markieren, um die Tiere an die betreffenden Standorte zu zu bringen (ein Dankeschön an Günter Weinland) und natürlich auch eine einwandfreie Begehbarkeit der Ortsunkundigen zu gewährleisten. Die Bogensportler von Gleicherwiesen selbst mussten natürlich größtenteils auf eine aktive Teilnahme verzichten, da sie in die Organisation und Durchführung eingebunden waren, so dass lediglich der Nachwuchs, wie beispielsweise Robert und Sebastian Vogler oder Johannes Lange (alla aus Bedheim), seine Bogen spannen und die Pfeile abschießen konnten. Einzelkämpfer kamen u.a. aus Hellingen. Stark vertreten waren neben einigen bayerischen und hessischen Vereinen z. B. auch die „Bogenschützen Mengersgereuth-Hämmern“, die „Bogenschützen Mittelstille“, die „Armbrustschützen Wichtshausen“ oder die „Werrataler Bowhunters“ (Sachsenbrunn).

Stark in die Vorbereitung und Durchführung des Turnies sowie bei der Versorgung neben Tomandl, der extra seinen geplanten Urlaub um einen Tag verschob, Herbert Hildebrand (Gleicherwiesen), Bernd Popp und Silvio Urban (Rentwertshausen), insbesondere auch als Wettkampfgericht, Michael Böckler (Trappstadt), Julia Nußbaum (Schönbrunn), Christian Lange sowie die Familie Matthias Vogler. Für ihren Einsatz sowie allen anderen Helfern galt ein großes Dankeschön. Im Wettkampfbüro liefen die Computer heiß, um eine zügige Auswertung der Ergebnisse zu erreichen. Sie können unter www.bogensport-gleicherwiesen.de eingesehen werden.

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