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19.11.2014 14:14

Mehr gesellschaftliche Anerkennung für wertvolle Züchterarbeit

Die 7. Gleichbergschau der Rassekaninchen in Simmershausen fand am am ersten November-Wochenende 2014 wieder regen Zuspruch durch Züchter und Besucher. Neben der hohen Anerkennung für die züchterische Arbeit fielen durchaus auch kritische Worte.

Von: Kurt Lautensack

Simmershausen – Es ist beeindruckend und höchst anerkennenswert, was der Verein T445 Simmershausen mit seiner Gleichbergschau leistet, die er mittlerweile zum 7. Mal durchführt. Dass diese Leistungsschau der Rassekaninchen nicht nur von den Züchtern des Kreises gerne angenommen wird, zeigt auch die Beteiligung von Ausstellern insgesamt. So konnte Vereinsvorsitzender Albrecht Schmidt bei der Eröffnung am Samstagvormittag feststellen, dass 110 Züchter 461 Kaninchen in 50 Rassen und verschiedenen Farbenschlägen sowie 244 Tiere in 30 Geflügelrassen (vorwiegend Tauben und Hühner) zur Bewertung ausstellten. Für die Preisrichter eine anstrengende Aufgabe, die sie umsichtig und gewissenhaft erledigten und von den Züchtern als „sehr zufrieden“ eingeschätzt wurde. So wurden bei der Bewertung der Rassekaninchen 29 Mal „vorzüglich“ und 94 Mal „hervorragend“ vergeben. Bei Geflügel gab es 12 Mal „vorzüglich“ und 15 Mal „hervorragend“. Bei Kaninchen gaben die Preisrichter sechs Mal „Nicht befriedigend“ und bei Geflügel blieben vier Tiere ohne Bewertung.

Dass die Gleichbergschau längst zu einem Gradmesser für die nachfolgenden Schauen geworden ist und sie darüber hinaus den Zuchtstandard sowie das große Interesse wiederspiegelt, mögen noch ein paar andere Zahlen verdeutlichen. So beteiligten sich nach den Worten des Vorsitzenden drei Landesverbände (Bayern, Hessen, Thüringen) aus acht Kreisverbänden an der Gleichbergschau, die einst als Gemeinschaftsschau in enger Zusammenarbeit mit Peter Hübner vom Verein in Alsleben (Markt Trappstadt) startete.

Als Anerkennung der Leistungen des Vereins wertete A. Schmidt auch die Tatsache, dass die Politprominenz „nicht nur vor sondern auch nach der Wahl“ ihr Interesse bekundete. So konnte er die Landtagsabgeordneten Kristin Floßmann und Henry Worm (CDU), Tilo Kummer (Linke) sowie Rolf Kaden als ehrenamtlichen Beigeordneten des Landrates begrüßen. Leider, so wurde zum Ausdruck gebracht, werde seitens der Stadt Römhild dieser Arbeit wenig Interesse entgegengebracht (trotz kleiner finanzieller Hilfe) und selbst der örtliche Stadtrat fern blieb. Allerdings sprang hier Stadtrat Wolfgang Sontag aus Bedheim in die Presche und dämpfte damit die Kritik etwas ab. In persönlichen Gesprächen war trotzdem zu hören, dass man sich von Stadträten mehr Präsens wünschte.

Da ein Verein auch „von der finanziellen Stabilität“ lebt, wie es Kristin Floßmann ausdrückte, hatten zur Bestätigung alle eine finanzielle Anerkennung in der Tasche. Alle Vertreter äußerten sich lobend und sehr positiv zur Arbeit der Vereinsmitglieder und der Leistungen der Züchter. Während Henry Worm von einer „hervorragenden Schau mit höchster Vorzüglichkeit“ sprach, verwies Tilo Kummer auf eine „Achtung dieser Arbeit und ihrer Wertschöpfung“, in dem er die Regionalentwicklung in den Vordergrund rückte und eine größere Beachtung heimischer Produkte einforderte.

Das war gewissermaßen auch ein Stichwort für den Kreisvorsitzenden Detlef Wirsing, der ausdrücklich auch den Dank des Landesvorsitzenden übermittelte. Denn die Züchter würden „privates Geld und Freizeit investieren“, so Wirsing, um dieses „wertvolle Kulturerbe in einer profitinteressierten Zeit“ zu pflegen und zu erhalten. Er forderte energisch die Politik auf, dafür zu sorgen, dass das Hobby der Züchter „ins rechte Licht gerückt und nicht noch Steine in den Weg gelegt werden“. Denn das würden derzeit die „selbsternannten Tierschützer“, wie er betonte, versuchen zu tun, die, so Wirsing sarkastisch, „womöglich ein Kaninchen nicht von einem Huhn unterscheiden können“.

Ein Dankeschön ging auch an Peter Hübner aus dem benachbarten Alsleben (Ufr.), Gebietsmanager „Deuka“, der, anders als manche heimische Firmen, Tierfutter für die Ausstellung stets bereitstellen würde. Danke sagte Albrecht Schmidt auch seinem Vereinsvorstand sowie seinen Vereinskollegen für die großartige Hilfe und Zusammenarbeit bei der Vorbereitung der Ausstellung, für die Betreuung der Tiere und die gesamte Organisation. Danke auch dem Thüringer Ehrenmeister Lothar Schmidt für seinen unermüdlichen Einsatz, wenn es um Vereinsbelange geht, den Sponsoren, Freunden und Gönnern der Kleintierzucht. Und natürlich gelten allen Titelträgern, Preis- und Pokalgewinnern die Glückwünsche.

Ehrungen:
Bester Aussteller Jugend: Larissa Zeitz, Simmershausen, Kleinsilber blau, 97 Pkt. (1.0 männliches Tier); Linda Hofmann, Alsleben, Feh-Rex, 97 Pkt. (0.1 weibliches Tier. Bester Aussteller Erwachsene: Jörg Michael, Schmeheim, Kleinsilber schwarz, 97.5 Pkt. (1.0); Egon Grötenhardt, Stressenhausen, Alaska, 97,5 Pkt. (0.1). Geflügel Jugend: Nina Seline Schubert, Simmershausen, Arabische Trommeltaube weiß, 96 Pkt.; Erwachsene: Harry Hergert, Friedelshausen (SM), Startaube blau, 97 Pkt. Ermittelt wurden auch die Gleichbergmeister, wobei vier Tiere in die Bewertung einflossen. Bei Kaninchen gab es 20 Gleichbergmeister, von denen acht aus dem benachbarten Franken kamen, einer aus Neuhaus und Berkach. Die 10 GM aus dem eigenen Kreis: Albrecht Schmidt (Simmershausen), Peter Käb (Brattendorf), Egon Grötenhardt und Günter Siebensohn (beide Stressenhausen), Heiko Kambach (Eisfeld), Jörg Michael (Schmeheim), Pirker Straub (Poppenwind), Uwe Leipold (Veilsdorf), Fabio Wetzig (Harras) und Nina Seline Schubert (Simmershausen), beide Jugend.

Gleichbergmeister bei Geflügel wurden; Hartmut Kühnhold (Pfersdorf), Marco End (Eisfeld), Harry Hergert (Friedelshausen), Florian Kuüfer und Lothar Schmidt (beide Simmershausen), Reinhard Kopp (Westhausen), Rolf Semineth (Schlechtsart), Peter Keller (Streufdorf), Udo Müller (Poppenwind) und Detlef Wirsing (Goßmannsrod).

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