Sie befinden sich hier

10.09.2018 20:33

Gelebte Städtepartnerschaft in Sülzdorf

Das kleine, aber doch liebenswerte Dörfchen macht im Laufe des Jahres in der Öffentlichkeit wenig von sich reden, doch auch seine Bewohner haben Aufmerksamkeit verdient.

Von: Kurt Lautensack

Sülzdorf – Die Sülzdorfer sind nicht weniger aktiv, wenn es um ihren Ort geht, auch wenn er ein wenig abseits der Hauptverkehrsstraßen liegt und verkehrsmäßig wenig frequentiert wird. Das bezieht sich sowohl auf Festlichkeiten als auch auf ihre örtlichen Aktivitäten, wenn es um einen öffentlichen Spielplatz, um Arbeiten am Gemeindehaus oder um die Verschönerung des Kirchenvorplatzes oder im Ort geht. Zwei Gremien arbeiten dabei eng zusammen, wenn es um ihren Ort geht, ohne das so manche gute Nachricht über eine Aktion die Dorfgrenze verlässt. Das sind die Kirchgemeinde, deren Kirchenältester Heiko Otto ist und der Verein „Lichtstube Sülzdorf e.V.“ mit ihrem Vorsitzenden Peter Kreußler. Dabei wird alles gemeinsam angepackt, auch wenn vordergründig Kirchgemeinde oder Lichtstubenverein bei der einen oder anderen Veranstaltung den Hut auf hat.

„Drei Veranstaltungen prägen unser dörfliches Leben“, sagt Peter Kreußler, „das ist das Backhausfest, das Kindercamp und das Gemeindefest“. Und dann gebe es noch eine Kirmes, zwar klein, aber fein, hieß es. Das Gemeindefest auf dem Platz hinter der Kirche und dem Gemeinde- und Vereinshaus war am vergangenen Sonntag gerade in vollem Gang, freut sich auch Heiko Otto über den guten Besuch (für Sülzdorfer Verhältnisse) und der guten Stimmung, die vor allem der „PromiBand“ aus Bad Königshofen zu verdanken ist, die in Sülzdorf schon bestens bekannt ist. Die Leute würden schon immer fragen, ob die Band aus Bad Königshofen wieder dabei sei, so Otto.

Die Prominenten-Band mit Clemens Behr, Altbürgermeister von Bad Königshofen, an der Spitze, versteht es, die Besucher mit ihrem Humor und ihrem Repertoire zu begeistern. Von gängigen Schlagern über Dixieland-Rhythmen bis zu Stimmungs- und Volksliedern haben die 14 „Jungs“ alles drauf. Mit fünf Akkordeonspielern, Gitarristen, Klarinette, Saxophon und Blechbläsern sind sie gut besetzt. Mit seiner Trompete, die er noch bewundernswert gut beherrscht, ist Adolf Herda, gebürtiger Mendhäuser und im fränkischen Höchheim beheimatet, mit 84 Jahren das älteste Bandmitglied und mit Begeisterung dabei.

Und wer Clemens Behr schon erlebt hat, der weiß, dass er seine Zuhörer zum Mitmachen animieren kann. So kommt es in Sülzdorf zu einer Premiere mit der PromiBand und dem Kirchenchor Römhild, der bereits den Gottesdienst mit Oberpfarrer Thomas Perlick mit Liedern umrahmt hatte. Für den Chor gab es auch kein Zögern und so gab es eine sangesfreudige unterhaltsame Viertelstunde. Das war echte gelebte Städtepartnerschaft Römhild-Bad Königshofen, die sich auch Clemens Behr und seine Musikkollegen verstärkt wünschen würden. Man habe das Gefühl, so Behr, die Partnerschaft sei ein wenig eingeschlafen, was andere Besucher ähnlich sahen. Auch bei den Tageszeitungen wünschte man sich einen aktiveren Nachrichtenaustausch. An uns liegt es nicht, meinten die Musiker, wir versuchen immer Schwung hinein zu bekommen und fühlen uns beiderseits der Landes- und Städtegrenze wohl. Das Gemeindefest ist nur ein Beweis dafür. Für ihre Mitwirkung beim Gemeindefest fand Oberpfarrer Perlick dankende Worte.

Ein besonderer Höhepunkt sei auch in diesem Jahr wieder das Kindercamp in der letzten Ferienwoche gewesen, war von Heiko Otto und Gemeindepädagogin Ivonne Seeber zu erfahren, die im Bereich Milz, Römhild und der Gemeinde Grabfeld tätig ist. Mit 70 Kindern seien sie, bei aller Unterstützung durch Kirchgemeinde, Lichtstube und anderen Helfern, übergebührlich gefordert worden. Normal liege die Höchstgrenze bei 50 Kindern von der 1. Bis zur 6. Klasse, meinte Ivonne Seeber. Bei dem Kindercamp komme natürlich immer Leben ins Dorf. Doch all diese Aktionen gingen von der übrigen Öffentlichkeit fast unbemerkt über die Bühne. „Wir Sülzdorfer sind halt bescheiden“ stapelt Ulrich Härtter tief. Als sie noch zur Gemeinde Haina gehörten, bevor der Zusammenschluss zur Stadt Römhild 2013 erfolgte, habe es immer gehießen: “Die Sülzdorfer sind ein eigenes Völkchen“, sagte Ulrich Härtter, der einst als Gemeinderat seinen Ort vertrat. Doch in Zukunft wollen die Sülzdorfer mit ihren dörflichen Aktivitäten „nicht mehr hinterm Berg halten“.

Kontextspalte

weitere News