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13.12.2017 08:58

Frühmorgens wenn die Hähne krähn…

Alljährlich im Dezember führt der Kleintierzuchtverein (KTZV) T 624 Haina seine traditionelle Lokalschau im Kulturhaus Haina durch. Am 2. Advent war es wieder soweit.

Von: Kurt Lautensack

Haina – Anders als bei den Rassekaninchen geht es bei der kombinierten Lokalschau von Rassekaninchen und Rassegeflügel in Haina lebhaft und lautstark zu, denn da geben Hähne, Gänse und Enten den Ton an. Dadurch waren die Gäste und Züchter bei der Ausstellungseröffnung etwas stärker gefordert, wollten sie sich Gehör verschaffen, was mit kleinen Unterbrechungen gelang. Doch auch darauf war man eingestellt und so konnte Vereinsvorsitzender Wilfried Bock den Kleintierchor übertönen und neben seinen Züchterfreunden Römhilds Bürgermeister Günther Köhler, den Vorsitzenden des Kreisverbandes Meiningen, Mario Arnold, Katrin Wengel vom Veterinäramt beim Landratsamt Hildburghausen und Ralf Bernhard, Vorsitzender des Dachverbandes „Heener Vereine“, begrüßen.

Wilfried Bock, seit 29 Jahren Vereinsvorsitzender, freute sich vor allem darüber, das „nach dem Ausstellungsverbot im vorigen Jahr wieder eine Lokalschau“ stattfinden konnte. Der Ausfall sei bedingt gewesen durch die Vogelgrippe und der damit verbunden Stallpflicht, was allerdings bei seinen Züchtern auf wenig Verständnis gestoßen sei, so Bock. Ein Diskussionspunkt, zu dem es natürlich bei Züchtern und Behörden geteilte Meinungen gibt, zumal einige Schauen genehmigt worden seien. Diese Stallpflicht, erklärte Bock, habe auch dazu geführt, dass in diesem Jahr bei Geflügel weniger Tiere zur Ausstellung gelangten, auch weil Züchter aus Verärgerung aufgeben würden. Und Züchternachwuchs zu kriegen, sei heutzutage auch nicht einfach.

„Eine Stallpflicht für Wassergeflügel ist schädlich für die Tiere“, ergänzte Zuchtfreund Thomas Gundelwein. Im Januar würde bereits die neue Zuchtsaison beginnen, so Gundelwein, und wenn von Januar bis März die Tiere eingesperrt werden, dann habe das negative Auswirkungen auf die Zuchtergebnisse. Sollte eine solche Sperre sich in diesem Jahr wiederholen, nur weil irgendwo ein Tier verendet, dann sei er sogar für „zivilen Ungehorsam“. In europäischen Nachbarländern sehe man es lockerer.

Das sei allerdings auch keine Lösung, meinte Katrin Wengel, weil es nun mal bestimmte Vorschriften und Verordnungen gebe. Der Lokalschau bescheinigte sie sehr gute Bedingungen und die Erfüllung aller Auflagen. Auch Köhler zeigte sich beeindruckt von der Schau im Kulturhaus. Sie sei sehr schön gestaltet, hell, großzügig und übersichtlich. Was die Unterstützung der Vereine betraf, griff er die Kritik von Wilfried Bock auf (als selbständige Gemeinde hat es immer etwas gegeben) und begründete eine Zuwendung nur noch bei Jubiläen (Beschluss Stadtrat) mit der großen Anzahl von Vereinen (83) der Stadt. Trotz allem galt sein Dank uneingeschränkt dem Kleintierzuchtverein Haina für die Präsentation der Tiere und seinen züchterischen Leistungen.

Auch Mario Arnold bestätigte den Züchtern eine übersichtlich gestaltete Schau nach dem Ausfalljahr wieder auf die Beine gestellt zu haben. Haina sei einer seiner aktivsten Vereine im Kreisverband, der bei allen Anlässen immer zur Stelle sei. Er sei froh über so aktives Mitglied. Angemerkt sei, dass Haina auf Grund einer engen Bindung nach wie vor im Kreisverband Meiningen organisiert ist, weil zum Verein auch Zuchtfreunde aus Bibra (Torsten Frebel) und Wolfmannshausen (Alfons Gündher, Manfred Mock) gehören, während amtliche Vorgänge über Hildburghausen laufen. Was die angesprochene Situation bei Wassergeflügel betrifft, so konnte er die negativen Auswirkungen der Stallpflicht nur bestätigen. 

Was diese Lokalschau ausmache, so die Aussteller, das sei eben die Arten- und Rassenvielfalt, die für den Besucher eine solche Ausstellung interessant werden lässt. Insgesamt 190 (2015 waren 260) Geflügel von 25 Ausstellern von Vereinen aus Haina, Milz, Simmershausen, Westhausen und Heldburg ausgestellt. Darunter eine große Anzahl Hühner und Tauben, aber auch 36 Gänse und Enten. Die Auswahl reichte zum Beispiel bei den verschiedenen Hühnerrassen von den Sussexarten, Marans schwarzkupfer, Araucana wildfarbig, verschiedenfarbigen Deutschen Zwerg Reichshühnern oder Zwerg Welsumer bis Sebright gold-schwarzgesäumt. Bei Wassergeflügel waren u.a. Peking-, Streicher- oder Zwergenten und Cayugaenten zu sehen sowie die stattlichen Pommerngänse, Steinbacher Kampfgänse, Höckergänse oder Fränkische Landgänse. Dazu Tauben unterschiedlichster Rassen und Farbenschlägen wie verschiedenfarbige Benschauer, Mährische Strasser, Fränkische Herzschecken und Trommeltauben oder Tümmler und Steinheimer Bagdetten.

Da von den 24 Vereinsmitgliedern keine Rassekaninchenzüchter mehr darunter sind, wurde lediglich eine Werbeschau für Kaninchen ohne Bewertung gestaltet, an der sich Züchter aus Berkach, Dingsleben, Simmershausen mit insgesamt 25 Tieren verschiedener Rassen und Farbenschlägen beteiligten. Für die gelungene Lokalschau bedankte er sich bei seinen Zuchtfreund und Helfern, aber auch bei den Züchterfrauen, die sich stets um die Versorgung der Besucher kümmern. Ein besonderer Dank galt auch den Preisrichtern Bernd Schneider (Viernau), Volkhard Reumschüssel (Christes) und Richard Schmidt aus Schleusingen.

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