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27.09.2018 14:51

Eine Kleintierzuchtanlage mit Erholungscharakter

Das 40-jährige Bestehen der Anlage des „Kleintierzuchtvereins Haina e.V.) an der Landstraße L 1131 am Ortsausgang von Haina gelegen, war eigentlich Anlass genug für das traditionelle Sommerfest.

Von: Kurt Lautensack

Haina – Doch für den Vereinsvorsitzenden Wilfried Bock, seinen Vereinsmitgliedern und anwesenden Gäste gab es noch einen weiteren Grund zur Freude. Denn um diese idyllisch gelegene weitläufige Kleintieranlage zu erhalten, die in ihrer Art wohl einmalig ist im Landkreis, war es dringend notwendig, schrittweise die Zaunanlage zu erneuern. Im Rahmen des Sommerfestes konnte nun ein größeres Teilstück in Anwesenheit von Bürgermeister Günther Köhler und der Landtagsabgeordneten Kristin Floßmann sowie weiteren Mitgliedern und Besuchern übergeben werden. Günther Köhler zeigte sich beeindruckt von der Gemeinschaftsanlage, die „mit ihrem parkähnlichen Aussehen eine Insel der Erholung“ darstelle, die gerade auch Kindern das Federvieh hautnah erleben lasse. Eine solche Anlage sei unbedingt erhaltenswert.

Die Gesamtkosten für das fertiggestellte Teilstück beliefen sich nach den Angaben von Bock auf ca. 10.000 Euro. Sein Dank galt daher auch Kristin Floßmann, die sich für eine Bezuschussung durch Fördermittel eingesetzt habe, die über das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft in Höhe von 3000 Euro ausgereicht wurden. In seinem Dank eingeschlossen war auch die Jagdgenossenschaft Haina, die weitere 1500 Euro beisteuerte. Die fehlende Summe wurde vom Verein erbracht, so Bock, denn der Zaunbau selbst musste durch eine Firma ausgeführt werden, da die Fördermittel daran gebunden waren. Den Abriss des alten Zaunes, vorbereitende Arbeiten sowie die Nachfolgearbeiten wurden unter der Mithilfe aller in Eigeninitiative der Mitglieder durchgeführt. Dabei dankte er insbesondere Brunnenbaumeister Horst Gängel aus Haina, der für verschiedene Arbeiten seine Technik kostenlos zur Verfügung stellte.

Nachdem bereits vor vier Jahren die Fassade des Vereinsheimes saniert wurde, müsse nun erst wieder ein paar Jahre angespart werden, bevor an den nächsten Zaunabschnitt gedacht werde. Dass in den vergangenen 40 Jahren stets einige Erneuerungen oder Veränderungen in der Anlage notwendig waren und weiter nötig seien, sei auch selbstverständlich. Der Verein selbst sei bereits 1950 u.a. von seinem Vater Erich, der 32 Jahre Vorsitzender war, und von Eberhard Gundelwein gegründet worden. Eberhard Gundelwein, der erst im Juni dieses Jahres verstorben sei, sei es auch gewesen, der eine Jugendgruppe geleitet habe und Mitinitiator beim Entstehen dieser Anlage gewesen sei, erinnert sich Wilfried Bock. Da zu Hause nicht überall die Möglichkeit gegeben war, die jungen Leute aber Geflügel halten wollten, sei 1972 mit dem Aufbau dieser Anlage begonnen worden, so Bock. Einst sei es ein Sumpfloch gewesen, aus dem in mühevoller und unermüdlicher Arbeit der Vereinsmitglieder und freiwilliger Helfer die Gemeinschaftsanlage entstanden sei und zu den Arbeiterfestspielen, die 1978 im damaligen Bezirk Suhl stattfanden, fertiggestellt wurde.

Die Kleintieranlage bietet alle Voraussetzungen für die Haltung von Wassergeflüge und Hühnern. „Gegenwärtig befinden sich in der Anlage 15 Ausläufe für Hüner und acht Ausläufe für Enten, Gänse und Puten“, erklärte der Vereinschef. Hinzu kommen einige Volieren für Tauben wie die Beneschauer Tauben oder die Kropftauben, auch kurz Kröpfer genannt. Bei den Hühnern werden von den Hainaer Züchtern vor allem die Sussexarten, verschiedene Farbenschläge der Marans, Deutsche Zwerghühner und Reichshühner gehalten. Hinzu kommen beim Wassergeflügel die Steinbacher Kampfgänse, die Elsässer und Fränkischen Landgänse sowie Deutsche Pekingenten, Cayugaenten oder Zwergenten. Eine kleine Auswahl ihrer Geflügelarten hatten die Züchter bei ihrem Sommerfest in einer Ausstellung zusammengestellt, um den Besuchern einen Einblick in die Arbeit des Kleintierzuchtvereins zu geben. Wilfried Bock, der mittlerweile seit 30 Jahren den Verein führt, zeigte sich erfreut darüber, dass viele Besucher die Einladung in die Vereinsanlage angenommen haben und dankte vor allem den engagierten Männern und Frauen die Mitwirkung beim Sommerfest.

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