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02.07.2018 17:50

Ein Sonntag auf dem Berg

Zu einem wahren Pfingstfest der Blasmusik sollte sich das Gipfelkonzert der „Gleichberg-Musikanten“ am Pfingstsonntag gestalten, das aber noch viel mehr als nur Musik zu bieten hatte.

Von: Kurt Lautensack

Gleichamberg – Viele Wege führen auf den Großen Gleichberg, so könnte man in Abwandlung eines bekannten Sprichwortes sagen, wenn man sah und hörte, welchen Weg die große Wanderschar zum Gipfel genommen hatte. Aber nicht unbedingt der Gipfel, sondern das Plateau des ehemaligen Basaltsteinbruches von Gleichamberg war das Wanderziel von Groß und Klein, mit oder ohne Kinderwagen. Ob vom Waldhaus über den „Rhönblick“, von der Römhilder Kurklinik oder vom Schwimmbad über das „Schnullerbrünnle“ oder aber von Gleichamberg über den befestigten Fahrweg, alle sind oben angekommen. Im großen Rund der Gleichberge würde wohl kaum ein Ort unbenannt bleiben, aus dem nicht Besucher das Plateau erstiegen haben. Von Rieth bis Reurieth und entlang der Werra oder aus dem Fränkischen, vom Coburger Raum bis zur Rhön waren die Besucher gekommen. Während manche einen „neuen Weg“ entdeckten, der zum Plateau führte, wie ihn Doris Hochstrate mit ihrem Mann aus Haina erwanderte, nutzte beispielsweise Norbert Wirsching das Erwandern des Gipfels als Training für eine geplante Alpenüberquerung.

Zahlreiche Besucher nahmen natürlich auch das Angebot an, mit der eingerichteten Buslinie dem „Ruf des Berges“ zu folgen. Dabei gilt ein besonderer Dank auch den beiden Busfahrern von Domhardt-Reisen, die sehr sicher und umsichtig über den gesamten Tag hinweg ihre Fahrgäste zum Plateau brachten. Schon früh am Morgen hatten sich die Besucher auf diese Weise oder zu Fuß auf den Weg zum Gipfelplateau gemacht, um am Festgottesdienst der Kirchgemeinde mit Pfarrer Michael Buchholz teilzunehmen. Mitgestaltet wurde er vom Männerchor und vom Kinder- und Jugendorchesters (KJO) Gleichamberg, die mit Liedern und Musikstücke für die ruhigen und besinnlichen Momente dieses Pfingstsonntags sorgten.

Längst liefen zu diesem Zeitpunkt durch die emsigen „Köchinnen und Köche“ und ihren Helfern auch die Vorbereitungen für die Versorgung der Besucher. Das Angebot reichte von einer sehr schmackhaften Erbsensuppe mit Wiener und dem Wildgulasch über Stecks und Bratwürste bis zu einem reichhaltigen Kuchenangebot. Dazu gab es ein musikalisches Unterhaltungsprogramm, das eine echte thüringisch-fränkisch-hessische Co-Produktion der Blasmusik über mehr als sechs Stunden bot.

Den Auftakt gab es mit den „Gleichberg-Musikanten“ (GBM), die ihre Gäste passend zum Tag mit „Grüß Gott ihr Freunde aus nah und fern“ begrüßten. Als Moderator des Tages und zugleich der Chef-Organisator des Gipfelkonzertes zeigte sich Bernd Wachenschwanz bestens vorbereitet und war überglücklich über das wunderschöne Wetter, das ihnen im vorigen Jahr einen Strich durch ihre mühevollen Vorbereitungen gemacht hatte. Deshalb galt sein uneingeschränktes Lob seinen „Musikern, Familienangehörigen und den zahlreichen Helfern, die über Tage hinweg Herausragendes geleistet haben“. Eingeschlossen in seinen Dank waren die Bauhofmitarbeiter der Stadt Römhild und Bürgermeister Günther Köhler, Bau- und andere Firmen, die die nötige Technik zur Verfügung stellten und für Strom und Wasser sorgten, die Feuerwehr und alle helfenden Hände.

Das 6. Gipfelkonzert sei eine einzigartige Veranstaltung, nur auf diesen Tag ausgerichtet, eben „ein Sonntag auf dem Berg“, sagte Bernd Wachenschwanz in Abwandlung des Musiktitels „Ein Sonntag auf dem Lande“. Weitere bekannte Blasmusiktitel bis zum wunderschönen Walzer „Nach meiner Heimat“ ließen die Gleichberg-Musikanten folgen. Abgelöst wurden sie von den Rothemännern“ vom Musikverein Rothemann bei Fulda, dem Ort mit den Blitzern am Ortsein- und -ausgang, fügte er scherzend hinzu. Mit dem Musikverein verbindet sie schon seit 1990 eine Freundschaft, was auch Gerold Witzel vom Musikverein bestätigte. Viele gegenseitige Auftritte habe es bereits gegeben und auch beim Theresienfest sind die Rothemänner längst bekannt, fügte der Kapellenchef vom Musikverein hinzu. Obwohl „total unterhopft“, so nach einem passenden Trinkspruch, zeigten sie doch mit ihren Titeln, dass sie „Blasmusik im Blut“ haben.

Da alle guten Dinge bekanntlich drei sind, setzte die „Blaskapelle Neundorf“, zwischen Ahorn und Seßlach gelegen, unter der Leitung von Sascha Dalke mit ihrem zweistündigen Konzert einen tollen Schlusspunkt. „Unser Herz schlägt böhmisch“ heißt es bei den Musikanten und so trifft der Titel „Wir sind die Egerländer Musikanten“ statt den Nagel den „richtigen Ton bei allen Musikern“. Damit hatte es der Dirigent beim Soundcheck besonders ernst genommen, als er sich mit jedem Musiker genau abstimmte. Was herauskam, war nicht nur ein „Böhmischer Traum“ sondern Blasmusik vom Feinsten.

Komplettiert wurde für die Besucher der Tag mit einer wunderbaren Aussicht vom „Frankenblick“, einem der Aussichtpunkte neben den Rhön- und Thüringenblick“ auf dem Großen Gleichberg. Mit den Klängen der Blasmusik im Ohr und einem fast Postkartenblick ins thüringisch-fränkische Grabfeld, Heldburger Unterland und Coburger Land, dürfte der Pfingstsonntag vielen in bester Erinnerung bleiben.

Bilder von Kurt Lautensack, weitere Bilder gibt es hier.

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