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05.04.2018 13:12

Drittes Bezirksmusikkorps-Treffen

Ein regelrechter Begrüßungstrubel war am Samstag, 17. März 2018 im Vereinsheim der RKG in Römhild zu erleben, als sich ehemalige Mitglieder des Bezirksmusikkorps Suhl (BMK) trafen.

Von: Kurt Lautensack

Römhild – „Grüß dich“, „Schön, dass du auch gekommen bist“, „Mensch, dich habe ich ja eine Ewigkeit nicht mehr gesehen“, Was machst du, wie geht es dir“, so und ähnlich wollten die gegenseitigen Begrüßungen und Umarmungen kaum ein Ende nehmen. Verständlich deshalb, das an einen pünktlichen offiziellen Beginn um 18.00 Uhr nicht zu denken war. Das Organisatoren-Team um Bianca Krempel-Münch aus Mendhausen mit ihren Mitstreitern aus Meiningen, Merkers Schmalkalden oder Suhl nahmen dies locker und gelassen. „Schließlich haben sich manche wirklich lange nicht gesehen, außerdem sind wir an keine Parteidisziplin gebunden“, meinte Bianca (Vorname reicht) scherzhaft, so wie sie eben viele aus der BMK-Zeit oder auch vom Karneval kennen.

Schließlich war es dann soweit und die Jagdhornbläser Herschdorf eröffneten mit „Grünes Herz“ von Günter Christ das Treffen. Die offizielle Begrüßung der weit über 250 Teilnehmer, die den Weg nach Römhild von überall her gefunden hatten, übernahm Bianca, nach dem sie auch ihre Ummerstädter Musikfreunde im Saal wusste. , und begrüßte die weit mehr als 250 Teilnehmer, die den Weg nach Römhild gefunden hatten. „Ich hab mich nochmal in meine Uniform von 1986 geschwungen und sie passt besser denn je“, sagte Bianca Krempel-Münch und sorgte damit gleich für Lacher und heitere Stimmung. Nach zwei früheren Treffen in Gleichamberg war es das dritte, so Bianca, ob es nochmals ein viertes geben wird, vermochte sie gegenwärtig nicht zu sagen. Denn es werde natürlich immer schwieriger die Musiker im wahrsten Sinne des Wortes „zusammenzutrommeln“. Das Trommeln beim Treffen übernahmen natürlich die Mitglieder der Fanfarenzüge.

Besonders freudig und mit viel Beifall wurden die ehemaligen Leiter des BMK, Musiklehrer, Betreuer und Leiter der verschiedenen Musikgruppen begrüßt. Unter ihnen Günter Christ aus Suhl, ein ehemaliger Milzer Lehrer und Leiter des Jugendblasorchesters (Jbo) Milz, später übernommen von Dieter Frank. Günter Christ war Mitbegründer und 1. Leiter des BMK von 1973 bis 1981. Ihm folgte als künstlerischer Leiter Uwe Gerwien (wohnt heute in Ehrenberg), der ebenfalls freudig begrüßt wurde sowie Siegfried Umbreit (Jbo Meiningen), Musiklehrer Herwig Fleischmann und Betreuerin Ingrid Werner (Meiningen), Günter Hunstock (Jagdhornbläser Herschdorf), Herwig Hopf (Betreuer Jbo Suhl) und Ralf Rüdiger vom Fanfarenzug Suhl.

„Wenn ich mich so umschaue und nach wie vor die Begeisterung für die Musik in euren Augen sehe, dann kann das, was wir gemacht haben, so falsch nicht gewesen sein“, sagte Uwe Gerwin im Namen seiner Mitstreiter zur Einstimmung auf den Abend. Viele der Teilnehmer hatten selbstverständlich ihre Instrumente zum gemeinsamen Musizieren dabei, so wie Egon Stark (ehemaliger Römhilder) seine Trompete, die allerdings nicht mehr so oft zum Einsatz komme, wie er eingestand. Ohne Klarinetten, aber doch aus Freude am Treffen waren auch Andrea Wachenbrunner und ihre Schwester gekommen, die beim Jbo Milz gespielt haben. Ob mit oder ohne Instrument, beim Ablaufen eines zusammengestellten Videos wurden für die Musikerinnen und Musiker Erinnerungen an tolle Zeiten und großartigen musikalischen Höhepunkten wach. Da seien politische Dinge in den Hintergrund getreten, so der allgemeine Tenor, weil das Erlebnis „Musizieren“ im Vordergrund stand. Natürlich seien die Anlässe zu Auftritten des BMK immer große Ereignisse gewesen wie Republikgeburtstage, Jugendfestivals, Pioniertreffen oder Musikfeste.

Zur Erklärung: Jeder Bezirk der ehemaligen DDR hatte ein Bezirksmusikkorps (BMK), auch der Bezirk Suhl, das mit Gera wohl zu den Kleinsten gehörte. Der offizielle Name des BMK: Bezirksmusikkorps der FDJ (Freie Deutsche Jugend) und der Pionierorganisation „Ernst Thälmann“. Unter diesen Namen vereinte das BMK Fanfaren- und Spielmannszüge, Schalmeienkapellen, Jugendblasorchester und Bläsergruppen (z.B. Jagdhornbläser) aus den einzelnen Kreisen des Bezirkes Suhl, aber auch Tanzgruppen gehörten dazu. Zum BMK Suhl gehörten u.a. die Fanfarenzüge Merkers, Suhl und Ummerstadt (heute noch Fanfarenzug Ummerstadt e.V.), die Jagdhornbläsergruppe Herschdorf und Lauscha und natürlich die Jugendblasorchester Milz (ihm folgte später die Neugründung des Kinder- und Jugendmusikvereins Römhild e.V.), Meiningen (heute Jugend-DRK-Orchester), Suhl (heute 1. Jugendblasmusikverein Suhl e.V) und das JBO der POS „Hermann Danz“ Schmalkalden (heute Musikverein Schmalkalden e.V.). Weiter waren damals integriert, die JBO Römhild, Haina und Hildburghausen, wie im Nachhinein zu erfahren war.

Viele der damals jungen Musiker sind heute noch in Blasorchestern oder anderen Musikgruppen aktiv oder sind selbst Gründer von Kinder- und Jugendorchestern gewesen. So z.B. Thomas Gütter (KJO Gleichamberg) oder Andreas Lotz (heute Singertaler Philharmonie), der als Stabschef noch unter Uwe Gerwien tätig war und dem mit dem Blasmusikverein „Singertal e.V.“ ein erfolgreicher Neustart in Themar gelang. Dass alle, die ihr Instrument mitgebracht haben, auch in dieser Formation das Musizieren noch beherrschten, bewiesen sie mehrfach. Unter dem Dirigentenstab von Günter Christ schmetterten sie das Rennsteiglied und gemeinsam mit Dirigent Uwe Gerwien sorgten sie beim Steigermarsch (Glückauf, der Steiger kommt) für Gänsehautfeeling. Sie ließen natürlich noch weitere Stücke und Lieder folgen, bevor im voll besetzten Vereinsheim der große Austausch von Erinnerungen begann. Ein Dankeschön galt dem Hauherren Heiko Bartholomäus und seiner Römhilder Karnevalsgesellschaft für die Bereitstellung des Vereinsheimes und der Absicherung der Versorgung.

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