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02.08.2016 11:17

Dorfeigene Talente singen und spielen

Zu einem musikalischen Allerlei hatte am 23. Juli die Kirchgemeinde Westenfeld in ihre Kirche eingeladen.

Von: Kurt Lautensack

Westenfeld – Die vier Worte von Pfarrer Wolfgang Hochstrate am Ende des Konzertes treffen es punktgenau: „Es schreit nach Wiederholung“. Damit sprach er wohl den ca.150 Besuchern aus dem Herzen und löste eine zweite Welle stehender Ovationen aus. Doch vorerst stand es ihm zu, Zuhörer und Musizierende auf seine eigene humorvolle Art zu begrüßen. „Sie werden staunen, welch eine Vielfalt von Künstlern wir in Westenfeld haben“, verkündete er nicht ohne Stolz auf seine Westenfelder. Denn bis auf den Milzer Sven Rußwurm waren alle aus dem Ort und so gab er die Moderation an die Lehrerin i.R., Brigitte Clemens, weiter, die sich ebenso wie die Sängerinnen und Musiker bestens auf diesen Spätnachmittag vorbereitet hatte. 

„Es ist die Energie der Liebe, die durch den Menschen strömt…“ zitierte Brigitte Clemens einen kirchlichen Spruch und leitete damit ihre Ansage ein. Diese Energie werde gleich jeder spüren, wenn die Westenfelder ihren „musikalischen Bogen“ spannen und dabei ihre bisher, zumindest teilweisen, unbekannten Fähigkeiten und Begabungen zu Gehör bringen. Ein Dank vorneweg ging an die Initiatoren dieses Konzerts, Bärbel Heubusch und Kirchenvorstand Andrea Brandt. Mit einem Orgelstück begann Sven Rußwurm den Bogen zu spannen, bevor alle Mitwirkenden, symbolisch betrachtet, ihre Pfeile ins Ziel brachten.

Ihre gesanglichen Fähigkeiten stellte dabei mehrmals Liesa Meininger mit unterschiedlichen Liedern unter Beweis. Dabei war im Hintergrund manchmal sogar eine weitere Stimme zu hören, die ihrer kleinen Tochter Lotte gehörte. Mit Sicherheit ein Nachwuchstalent. Treffend sang Liesa „Du bist mein Weg, du bist mein Ziel…“, war sich ziemlich sicher, wem ihr „Herz“ gehört und erntete stürmischen Beifall mit dem bekannten Song aus dem Musical „Cats“. Begleitet wurde sie jeweils am Klavier von Sven Rußwurm. begeistert waren die Zuhörer auch vom Gesang einer jungen Dame, Joselie Hummel. Sie beeindruckte u.a. mit „Halleluja“ und dem Lied von der „Rose“, begleitet von Bärbel Heubusch.

Ihre Vielseitigkeit bewies Bärbel Heubusch (Klavier, Akkordeon, Cello) als Solistin mit Mozarts „Fantasien in G-Moll“ oder im Duo mit Theresa Hauck (Querflöte, Klavier). Von klassisch bis volkstümlich reichte die Palette, wobei man bei den Akkordeonklängen an die herannahende Kirmes erinnert wurde. Kurz gesagt, es war eine gelungene Auswahl von Liedern und Musikstücken, die den Begriff „musikalisches Allerlei“ rechtfertigen. Zwischendurch immer wieder überleitende Worte, kleine Geschichten und Gedichte von Brigitte Clemens, die unter anderem die Frage stellte, „was ist Heimat“. Ihre Antworten waren einfach und einleuchtend und allen Besuchern aus Westenfeld und umliegenden Orten wurde deutlich gemacht, dass dort, wo ich mich wohl fühle, in der vertrauten Umgebung meines Dorfes, meine Heimat ist.

Pfarrer Wolfgang Hochstrate dürften die musikalischen Pfeile ebenfalls an rechten Fleck getroffen haben, denn er war begeistert von den Talenten in Westenfeld. Aus dem bekannten „Kirschendorf“, wie Westenfeld einst genannt wurde, könnte nun auf dem Ortsschild der Zusatz „Musikdorf“ stehen und fügte noch hinzu, „ein Glück, dass wir Bärbel Heubusch haben, die vor Jahren in Westenfeld ihre zweite Heimat fand. Die Besucher ihrerseits zeigten sich beim Verlassen der Kirche für die gebotene Unterhaltung großzügig. Und zum „Entspannen des Bogens“ lud das Organisationsteam bei Essen und Trinken zum Verweilen ein, was gerne angenommen wurde. Bei Gesprächen über Gott und die Welt und natürlich über die „Westenfelder Künstler“ ließ man sich Zeit bis in die späten Abendstunden hinein. 

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