Sie befinden sich hier

01.02.2017 22:28

Die Elfen sind „A weng verrückt“

Von: Kurt Lautensack

Mendhausen – Das bei den Elfen in Mendhausen der Startschuss zur fünften Jahreszeit im Grabfeld fällt, wahrscheinlich sogar im gesamten Freistaat, ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn zu ihren Büttenabenden holen sie sich sogar göttlichen Beistand in Person von Pfarrer Thomas Perlick. Und für ihn steht fest: „Jedes Jahr im Faschingshaus, such ich mir eine Elfe aus“. Zugegeben, wenn die Fabelwesen in den Saal schweben, haben sie ja auch alle etwas Göttliches an sich, so dass es gar nicht so einfach ist, eine herauszufiltern. Doch das gelingt ihm immer wieder aufs Neue, wobei er auch stets den passenden Bezug findet, so wie dieses Mal bei Elfe „Jenny“. 

Doch das ist längst nicht alles, was der „Pfaffe“ zu bieten hat, wenn er in die Bütt steigt. Seine jährliche Seniorenfahrt ist ebenso humorvoll gewürzt wie seine Begründung, warum er in der Karnevalszeit die Kanzel mit der Bütt vertauscht. Doch mehr soll hier nicht verraten werden. Ähnliches gilt für „Eddi aus Reuert“ (Helmut Ettlinger), der bei der Elfen-Sitzung seit anderthalb Jahrzehnten eine feste Größe im Programm ist. Und wenn dann seine „Apollonia“ im höheren Alter noch eine Fahrschule besucht, dann heißt es Nerven behalten, Auto in Sicherheit bringen und Autobahn meiden. Sein Markenzeichen ist der freie Vortrag ohne Bütt und Notenständer.

Besuch aus Unterfranken

Mit welchen Problemen sich der „Bauer und Tochter“ herumschlagen müssen, das erfuhr das närrische Saalpublikum von Peter Haueisen und seiner Tochter Giulia. Von falschen Urinproben, von Haferschleimsuppe und Bier und von einem arabischen Sprachkurs ist dabei die Rede. Kein Wunder, wird er doch bald Pflicht werden. Und ganz nebenbei hatten sie ihren eigenen Text von der „Vogelhochzeit“, bei der tüchtig mitgesungen werden konnte. Ein Volltreffer auf das Zwerchfell gelang den vier jungen Männern aus dem unterfränkischen Trappstadt, die zum ersten Mal in Mendhausen zu Gast waren. Sie waren mit dem Bus auf einer Kaffeefahrt in Richtung Norden, um an einer „Zuchtschau mit Zuchtsauen“ teilzunehmen. Natürlich wollten sie auch ihren versprochenen Gewinn einlösen und mit einem Wurstpaket die Heimreise antreten.

Wenn auch nicht gleich zu Beginn erwähnt, führten die beiden Moderatoren René Amberg und Peter Haueisen auch im verflixten siebten Jahr gekonnt durch den Abend. Doch sie moderierten nicht nur, sondern waren auch sonst fest in das Programm eingebunden, wenn es um Gesang und Tanz ging. So erwies sich René Amberg mit Manuel Kling als Tanzpärchen ziemlich sportlich, was beide dann doch ziemlich „Atemlos“ machte. Überhaupt haben die Mendhäuser bei ihrer Musikauswahl ein Gespür für Ohrwürmer, die beim Ballett die richtige Stimmung herbeiführen. Und für die Stimmung zwischendurch sorgte traditionell die Band „Herzblatt“, wenn es hieß: „Die Krüge hoch, schenkt nochmal ein, wir bleiben hier, denn eins geht immer noch rein“.

Showballetts – Entspannung fürs Auge

Natürlich sind es vor allem die Ballett- und Showtanz-Einlagen, die gewissermaßen das „Salz in der Suppe“ sind. Der tänzerische Auftakt war natürlich der Garde vorbehalten, wenn sie auch zahlenmäßig, bei knapp 300 Einwohnern, mit den großen Garden nicht mithalten konnten. Für die Synchronisation von Musik und Tanz sorgten Jenny Semm und Franziska Weigel. „Auf gehts, jetzt ist's wieder so weit“, sagten sich anschließend die Hotten Totten und rockten mit „Hodi odi ohh di ho di eh“ über die Bühne. Einstudiert haben dieses Hulapalu mit den Jüngsten Mandy Thomas und Jana Kellermann-Haueisen. Kathleen Friesecke hatte sich dem Teeneeballett verschrieben und kreierte eine Hochzeitsgesellschaft, während das Jungsballett seine Ideen eigenständig umsetzte. Das Männerballett, unter die Fittiche genommen von Anja Amberg, zeigte sich mit den „50ern in den besten Jahren“ als durchaus fit und gewappnet für sweet60.

Immer wieder eine Augenweide, das Showballett aus dem benachbarten Irmelshausen, das, seit vier Jahren dabei, kaum noch wegzudenken ist. Sie waren, um beim Motto zu bleiben, verrückt nach Meer. Verständlich auch, dass es den Männern beim Anblick dieser „Leichtmatrosen“ schwer fiel, der poppigen Aufforderung „Seemann, lass das träumen“, nachzukommen. Toll in Szene gesetzt wurden sie von ihrer bewährten Trainerin Jutta Denst. Dass die Elfen keinesfalls nur die Kulisse bilden, haben sie unter dem Motto „Wir schaffen das“ eindrucksvoll bewiesen. Da wurde tüchtig in die Hände gespuckt und sich als Bob der Meister präsentiert. Bei so einem Bauteam, da bleibt kein Stein auf dem anderen, oder war es nur Elfenzauber? Den Schlusspunkt setzte das Showballett „Bollywood“ mit ihrem erotisch anmutenden orientalischen Tanz.So war das Salz in der Suppe eher Zucker.

Fotos: Kurt Lautensack

Kontextspalte

weitere News