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10.09.2018 20:26

Den Durst nach Leben stillen

Er hat inzwischen nicht nur eine lange Tradition, sondern auch seine Anziehungskraft ist ungebrochen, der gemeinsame „Gottesdienst im Grünen“ der Pfarrämter Bedheim-Pfersdorf, Gleichamberg und Milz.

Von: Kurt Lautensack

Gleichamberg – „Es war wieder ein wunderschöner Gottesdienst“, dieser Satz war gleich mehrfach von verschiedenen morgendlichen Besuchern am letzten Sonntag im August zu hören. Ein kurzer Satz, und doch lag eine große Freude und Zufriedenheit in den wenigen Worten, wie aus Gesprächen unschwer zu entnehmen war. So sprach die Predigt von Pastorin Christine Buchholz zum ausgewählten Thema „Wasser“ die ca. 200 Gottesdienstbesucher ebenso an wie die einführenden Worte von Pfarrer Michael Buchholz oder die Texteinschübe von Pastorin Irene Wiertelorz beim Kyrie eleison, einem Bittruf als Bestandteil des Gottesdienstes.

Doch ebenso aufmerksam und immer wieder auch mit Beifall bedacht wurden auch die übrigen Mitwirkenden, die diesen Gottesdienst im Grünen zu etwas Besonderen machten. „Sonntag ist´s! In allen Wipfeln rauschet es der dunkle Wald, alle Bäche leise fließen, alle Vögel wonnig grüßen und von fern die Glocke halt“ sangen die vereinten Männerchöre Gleichamberg/Milz. Später ließen sie noch die „Abendglocken klingen“, auch wenn das keineswegs eine Aufforderung zum nach Hause gehen war, denn dem Gottesdienst sollte noch das Gemeindefest folgen. In einer großen Formation erstmals dabei, das Kinder- und Jugendorchester Gleichamberg, das mit wunderschönen Klängen den Platz am Fuße des Großen Gleichberges unterhalb des Kriegerdenkmals erfüllte. Vom Treff im Grünen nicht mehr wegzudenken ist auch die christliche Rockband „Haevens Gate“ mit ihren Songs, ebenso wenig die Kinder des Kinderkreises, die die Ausgestaltung des Gottesdienstes bereichern.

Immer wieder gespannt sind die Besucher auf das erwählte Thema, das sich wie ein roter Faden durch den Gottesdienst zieht und Inhalt der Predigt ist. Mit dem Thema „Wasser“ wurde sehr passend die diesjährige sommerliche Situation mit der lang anhaltenden Trockenperiode gewählt. Eingestimmt dazu haben mit einem kleinen Exkurs zum Blumengießen Gärtnerin Ina Eyring mit ihren Enkeltöchtern Paula und Romy. Wie sich fehlendes Wasser auswirkt, daran erinnerte Pastorin Wiertelorz bei ihrem Bittruf, als es um ausgetrocknete Flüsse oder verdörrte Wiesen ging. Sie mahnte in ihrem Gebet an, dass das Wasser gerecht verteilt werde und allen Menschen auf der Erde zugänglich gemacht werde. Mit kleinen Bibeltexten aus dem alten und neuen Testament erinnerten auch die Vorkonfirmanden an das wertvolle Gut Wasser.

„Ohne Wasser gibt es kein Leben“, so Pastorin Buchholz in ihrer Predigt. „Müssen wir erst wieder daran erinnert werden, wie wichtig es ist“, stellte sie die Frage. Dabei sei das Recht auf Wasser erst 2010 als ein erklärtes Menschenrecht festgeschrieben worden, doch nicht in allen Regionen der Welt werde dieses Recht gesichert, werden die Worte Jesus Christus von der Gewinnsucht einiger weniger ignoriert. Es sei der „Durst nach Leben“, von dem Jesus sprach, so die Pastorin, den er im festen Glauben an Gott stillen möchte. Diesen Durst in der Welt zu stillen, daran könne jeder mithelfen, auch wenn es vielleicht nur eine Meinungsäußerung ist. „Tut es gut, was du machst“, stellte sie schließlich die Frage, die allerdings jeder ganz allein für sich beantworten könne und müsse. Dass aber bei aller Ernsthaftigkeit eines Themas die humorvolle Seite nicht fehlt, wissen wohl alle, die schon des Öfteren einen solchen Gottesdienst miterlebt haben.

Und so spielte das Löschen des Durstes natürlich auch beim anschließenden Gemeindefest im Grünen eine Rolle. Da die Leute aus vielen Orten den Weg an den Gleichberg fanden, war auch der Gesprächsbedarf groß. Und wie stets war an eine ausreichende und gute Versorgung der Besucher bei Bratwurst, Steaks oder Kaffee und Kuchen gedacht. Auch für die Kinder gab es wiederum eine Reihe von Betätigungsmöglichkeiten, ob es die Spielstraße oder das Basteln war, wobei auch kleinere und größere Preise zu gewinnen waren. Helfend und unterstützend zur Seite standen den Kindern die Vorkonfirmanden. Christine Buchholz dankte bereits am Ende des Gottesdienstes im Namen ihrer beiden Berufskollegen den Kirchgemeinden, allen Mitwirkenden des Gottesdienstes und Helfern des Gemeindefestes, den Sponsoren für die Preise und den Mitarbeitern des Bauhofes der Stadt Römhild für die Unterstützung.

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