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10.09.2018 20:20

25 Jahre Jugendfeuerwehr Westenfeld

Mit einem sehr gelungenen Jubiläumsfest feierten die Westenfelder am 1. September in der Mehrzweckhalle das 25-jähriges Bestehen ihrer Jugendfeuerwehr.

Von: Kurt Lautensack

Westenfeld - "Wer Jugendfeuerwehr sät, wird Feuerwehr ernten", sagte Feuerwehrmann und ehemaliger Jugendfeuerwehrwart David Wiedemann in Abwandlung eines Spruches am Schluss seiner einführenden Begrüßungsrede während der Festveranstaltung. Neben den Mädchen und Jungen aus den eigenen Reihen und benachbarter und befreundeter Jugendwehren konnte er führende Vertreter aus Kommunal- und Landespolitik sowie der Feuerwehr des Landkreises willkommen heißen. Mit den eingangs erwähnten Worten gewann er nicht nur dem eigentlichen Ausspruch etwas Positives ab, sondern traf hinsichtlich der Arbeit, die in der Jugendfeuerwehr (Jfw) Westenfeld geleistet wird, den berühmten Nagel auf den Kopf. Denn was seit 25 Jahren in der Jfw Westenfeld geleistet wird, die übrigens zu den größten im Landkreis gehört, kann sich hören und sehen lassen.

Dabei verzichtete Wiedemann auf eine lange Aufzählung von vielen Fakten und Aktivitäten, die ohnehin den Rahmen der Festveranstaltung gesprengt hätten, sondern ließ Kinder und Jugendliche sowie Jugendwarte in einem filmischen Rückblick selbst zu Wort kommen. Zuvor verwies er aber doch auf einige nennenswerte Aufgaben und Probleme, die es zu meistern galt und auch gilt. Neben einigen erwähnten Aktivitäten wie die Ausbildung der Mädchen und Jungen oder der regelmäßigen Teilnahme am Jugendleistungsmarsch, verwies er auf veränderte Strukturen, die es zu verkraften galt. Dazu gehörte die Schließung der Regelschule in Westenfeld 1998 oder die spätere Schließung von Kindergarten und Grundschule. Damit seien wichtige Institutionen weggebrochen, die zuvor Ansprechpartner bei der Gewinnung von Nachwuchs gewesen seien. Doch die Westenfelder haben auch diese Hürden übersprungen. Dabei habe das "Zusammenspiel von Feuerwehr, Heimatverein und Kirmesverein im Ort" eine wichtige Rolle gespielt. Auf die sehr wichtige Unterstützung durch die Eltern verwies er ebenso wie auf die Freizeitaktivitäten, zu denen u. a. Fahrten nach Erfurt (Landtag), Berlin und Straßburg (Europaparlament) gehörten.

Auf ein sehr dringliches Problem der Jfw wurde verwiesen, die schwierige Situation der Beförderung der Kinder und Jugendlichen zu Wettbewerben und Leistungsüberprüfungen. Hier sei ein MannschaftsTransportWagen (MTW) dringend notwendig, um die Sicherheit der jungen Feuerwehrleute zu garantieren. Ein geeignetes Fahrzeug stünde nicht zur Verfügung und eine ständige Fahrbereitschaft der Eltern könne man auf Dauer nicht verlangen. Hier hoffe man auf die Unterstützung der Stadt und übergeordneter Ebenen, an die der "Schwarze Peter" weitergereicht wurde. Den griff auch Bürgermeister Günther Köhler in seinem Grußwort auf und sah durchaus die Notwendigkeit einer sicheren Beförderung mit einem MTW. Doch trotz der "sehr guten Nachwuchsarbeit, die in Westenfeld von Anfang an geleistet wurde", hielt er sich mit einer Zusicherung zurück. Er verwies auf den momentanen Umbruch, der sich in der Feuerwehr abzeichnet, aber auch auf Probleme, die die Stadt und die Stadträte schon ca. drei Jahre beschäftigt. Unabhängig der noch zu lösenden Transportprobleme "MTW), hofft und wünscht er: "Bleibt der Feuerwehr treu, wir brauchen junge Leute".

Das bestätigte in seinem Grußwort auch Landrat Thomas Müller, der gerade in der FFw die "größte gemeinnützige Gemeinschaft" überhaupt sieht, die hohe Aufgaben im Sinne des Gemeinwohls tagtäglich erfüllt. Das brauche Zeit und große Einsatzbereitschaft, so Müller, soll Technik gemeistert und Leben und Gut geschützt werden. "Das geht nur, wenn es Nachwuchs gibt, denn die Jugendlichen bilden einmal die Leistungsabteilung", so der Landrat. Dabei richtete sich sein ausdrücklicher Dank auch an die Eltern der Jungfeuerwehrleute. Auch Dr. Dieter-L. Koch (Mitglied des Europäischen Parlaments), der die Jugendlichen zu einem Besuch ins EU-Parlament nach Straßburg eingeladen hatte, lobte die Einstellung der Jfw. Sie würden nicht als erstes fragen, "was kann der Staat für mich tun, sondern, was kann ich für den Staat tun". Ein solches Engagement verdiene hohe Anerkennung. Bei der Lösung angesprochener Probleme stehe aber jedes Land selbst in der Verantwortung, so Koch.

Kristin Floßmann (MdL, CDU) und gebürtige Westenfelderin, nahm die Gelegenheit wahr, um den EU-Abgeordneten die Bitte um eine Vereinfachung der Datenschutzgrundverordnung mit auf den Weg zu geben, die gerade in jüngster Zeit in der Bevölkerung für viel Verunsicherung sorge. Als positiv merkte sie an, dass das Land die Jugendpauschale von 20 Euro auf 25 Euro erhöht habe und damit auch die Leistungen vder Betreuer und Jugendlichen anerkannt werde. Ebenso verwies sie auf die großartigen Leistungen, die die Mädchen und Jungen in ihrer Ausbildung verbringen.

Zurück zur filmischen Präsentation der Aktivitäten und der 25-jährigen Geschichte der Jugendfeuerwehr, die sehr schön durch die Mitwirkung der Kinder und Jugendlichen als Interviewpartner der Jugendwarte herausgearbeitet wurden. So erfuhren sie von Peter Pfeifer (später Ortsbrandmeister), dass damals die Jugendlichen selbst auf ihn und den damaligen Bürgermeister Detlef Floßmann zu kamen, um eine Jfw zu gründen. Im Gespräch zwischen Bernd Hummel und seiner Tochter Joselie fanden sich weitere Informationen zur Entwicklung und Arbeit der Jfw wieder. Auch Wehrführer Andreas Hummel und David Wiedemann waren mit entsprechenden informativen Aussagen im Beitrag eingebunden. Als Jugendwart tätig waren und sind in den vergangenen 25 Jahren tätig: Peter Pfeifer, Bernd Hummel, Marko Seeber, David Wiedemann und seit 2017 Joselie Hummel mit Pauline Kuhles ams Stellvertreterin an ihrer Seite.

Wenn es um die Feuerwehr geht, deren Schutzpatron der heilige Florian ist, gehört natürlich auch Gottes Segen dazu, um den Pastorin Bettina Schlauraff, Pfarramt Queienfeld, gebeten wurde. In ihrer kurzen Predigt verwies sie auf Gemeinsamkeiten von Feuerwehr und Bibelworten, wie sie schon vor 3000 Jahren niedergeschrieben wurden. Geht es bei den Bibelworten darum, dass Gott die Menschen vor Gefahren schützen oder aus Notsituationen retten möge, so treffe dies genau auf die Feuerwehr zu, nämlich schützen, retten, bergen. Mit einem Zeitstrahl, symbolisch durch einen Feuerwehrschlauch, der vom ältesten Mitglied Peter Pfeifer bis zu den jüngsten Mitgliedern Leopold Otto und Moritz Hofmann (beide 6 Jahre) reichte, sollte das feste Band der Dorfgemeinschaft und ihrer Verein symbolisiert werden.

Dem Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes, Norbert Schneider, blieb es vorbehalten, den festlichen Teil mit einer Ehrung zu beschließen. Natürlich nicht ohne auf die gute Arbeit der Jfw Westenfeld als einer der größten zu verweisen sowie auf die noch stärkere Unterstützung, die er sich von der Politik erhoffe. Für ihre "Verdienste in der Verbandsarbeit der Feuerwehrvereine des Landkreises Hildburghausen" wurden Peter Pfeifer mit der "Ehrenurkunde mit Ehrenmedaille" und Bernd Hummel und David Wiedemann mit der "Ehrenurkunde mit Spange" des Kreisfeuerwehrverbandes geehrt.

Damit war natürlich die Jubiläumsveranstaltung längst nicht zu Ende, denn die Organisatoren hatten bei der Vorbereitung an Groß und Klein gedacht. So gab es beste musikalische Unterhaltung durch das Orchester "Singertal" aus Themar unter der Leitung von Andreas Lotz. Mit moderner und traditioneller Blasmusik, von Big Band-Klängen a la Hugo Strasser über ABBA-Melodien oder Streifzügen durch Russland und Italien bis zum Radetzkymarsch führten sie ihre Zuhörer quer durch ihr Repertoire. Neben einen Gaudiwettbewerb der jungen Feuerwehrleute, den Hildburghausen vor Römhild und Haina gewann, gab es beim Spielmobil, der Hüpfburg oder dem Roten Kreuz aus Meiningen ausreichend Betätigungsmöglichkeiten. Mit Bratwurst, Steaks, Zwiebelkuchen aus dem Backhaus, sowie selbstgebackenen Kuchen und Kaffee waren Gaumen und Magen gut versorgt.

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