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01.07.2015 21:35

175 Jahre Feuerwehr Gleicherwiesen

Am letzten Mai-Wochenende feierten die Kameraden der FFw Gleicherwiesen mit Gästen und benachbarten Wehren ihr 175. Gründungsjubiläum.

Von: Kurt Lautensack

Gleicherwiesen – „Helfen in der Not ist unser Gebot“, dieses Motto machten sie zum Leitspruch für ihr Feuerwehrjubiläum, das am Samstag mit einem Festkommerz im Gemeindesaal eröffnet wurde. Wehrleiter Hubert Kupfer konnte dazu Römhilds Bürgermeister Günther Köhler, den Stadtbrandmeister Christian Struck, Kreisbrandmeister Stefan Schlott sowie Kristin Floßmann und Dieter Waschek vom Brand- und Katastrophenschutz beim Landratsamt begrüßen.

„Feuer gab’s schon immer“, meinte Hubert Kupfer, und so gebe es auch eine lange Brandschutz- und Feuerwehrgeschichte, die bis in die Römerzeit zurückreiche. In großen Schritten kam er im 19. Jahrhundert an, in dem das Feuerwehrwesen einen rasanten Aufschwung nahm. In dieser Zeit begann auch die Entwicklung der FFw in Gleicherwiesen, die er kurz Revue passieren ließ. Dabei führte er auch interessante Details zur Entwicklung der Feuerwehr in Deutschland an. So sei beispielsweise die erste Rettungsschere in den 1970er Jahren zum Einsatz gekommen. „Vor allem nach der Wende standen die Kameradinnen und Kameraden vor neuen Herausforderungen“, so Kupfer, „die es zu bewältigen gab“. Es waren vor allem hohe technische Anforderungen, hohe Ansprüche an eine qualifizierte Ausbildung und an sicherheitsgerechter Kleidung. Deshalb galt sein besonderer Dank auch dem Feuerwehrverein und seinem Vorsitzenden Christian Baumbach, der die FFw in vielen Belangen kräftig unterstützte. Die heutige Besetzung der FFw Gleicherwiesen mit 14 Aktiven mit einem Durchschnittsalter von 33 Jahren sei vor allem auch ein Verdienst von Bruno und Heiko Bartenstein für ihre zurückliegende hervorragende Jugendarbeit.

Den Gedanken an die hohen Standards in der FFw griff auch Günther Köhler in seinem Grußwort auf und ging kurz auf die Situation der Stadt Römhild ein. Ihm sei durchaus bewusst, welche Verantwortung er „als oberster Dienstherr der Feuerwehr“ habe, doch zwinge die allgemeine Finanzsituation zu überlegten Schritten. Trotzdem versuche die Stadt, den Anforderungen, vor allem finanzieller und technischer Art, gerecht zu werden. Was die personelle Absicherung bei Einsätzen zwischen 7:00 Uhr und 18:00 Uhr betreffe, so werde es immer schwieriger, die Einsatzabteilung zu besetzen. Eine Ursache sieht er im Rückgang des Nachwuchses im allgemeinen, aber auch in der zurückgehenden Bereitschaft einiger Jüngerer. Deshalb sei es aus heutiger Sicht seiner Meinung nach kaum von Belang, wer nun die älteste Wehr habe, viel wichtiger sei es für ihn, die Aufgaben zu erfüllen. Deshalb sprach er allen Feuerwehrleuten seine Anerkennung aus, die sich engagiert in den Dienst der Allgemeinheit stellten.

Kristin Floßmann bezeichnete die FFw als einen sehr wichtigen Faktor in unserer Gesellschaft und dankte allen Kameraden für ihre ehrenamtliche Arbeit, aber auch den Familienangehörigen für ihre Unterstützung und für das Verständnis, das sie entgegenbringen. Stefan Schlott sprach die gute Zusammenarbeit mit ihm als Kreisbrandmeister an und Dieter Waschek die Jugendarbeit, die Pflege der Technik und eine sehr intensive Ausbildungsarbeit. Die Grüße im Namen der FFw Stadt Römhild überbrachte Christian Struck, der auch die „rasante Entwicklung bis zur Jahrtausendwende“ anriss. Anschließend nahm er gemeinsam mit dem Bürgermeister, dem Kreisbrandmeister und Hubert Kupfer die Beförderungen und Ehrungen vor. Außerdem überbrachten die Feuerwehren aus Gleichamberg, Milz, Römhild, Simmershausen, Eishausen/Steinfeld und Hildburghausen ihre Jubiläums-Glückwünsche. das galt auch für die FFw von Linden und Streufdorf, die sich bereits auf praktische Vorführungen vorbereiteten.

So wurden nach einer Kaffeepause die zahlreichen Zuschauer durch Schauvorführungen bestens unterhalten. Zunächst galt es, die alte Feuerwehrtechnik zum Einsatz zu bringen. Die Kameraden aus Streufdorf brachten ihre Handdruckspritze aus dem Jahre 1885 zum Einsatz, die benachbarte Wehr aus Linden rückte mit einem Spritzenwagen aus dem Jahr 1903 an und die eigene Wehr führte ihre Handdruckspritze vor, die von 1914 bis 1949 im Einsatz war. Die Kameraden aus Römhild präsentierten die aktuelle Technik, in dem sie die Rettung und Bergung von Menschen aus einem PKW nach einem Unfall mit einem hydraulischen Rettungssatz samt Zubehör demonstrierten. Dabei bewiesen sie einen äußerst fach- und sachgerechten Umgang mit Spreizer und Rettungsschere. Was in diesem Fall nur eine Schauvorführung war, ist im Alltag leider viel zu oft Realität, aber sicherlich auch zum Nachdenken anregte.

Hören und Schauen war am Jubiläumssonntag bei der Freiwilligen Feuerwehr Gleicherwiesen angesagt. Mit einem zünftigen Frühschoppen starteten die Gleichberg-Musikanten in den Tag. Zusammen mit den Straufhain-Musikanten und dem Musikverein aus der unterfränkischen Gemeinde Hollstadt sowie 11 teilnehmenden Wehren mit alter und neuerer Technik boten sie beim Festumzug den Besuchern ein prächtiges Bild. Dabei stand die Technik nicht unbedingt an vorderster Stelle, sondern es zählte die Umzugsteilnahme.

Angeführt vom Gästeblock und der FFw Gleicherwiesen waren Bedheim, Gleichamberg, Milz und Simmershausen aus dem Stadtgebiet Römhild dabei und die benachbarten Wehren kamen aus Leimrieth, Linden, Schlechtsart, Streufdorf, Stressenhausen und Westhausen. Leider waren die Wehren aus Haina, Eicha, Hindfeld, Mendhausen und Westenfeld nicht dabei. Dabei biete gerade ein solches Fest eine gute Gelegenheit in der Feuerwehr Geschlossenheit zu zeigen.

Den anschließenden Festbetrieb mit einem hohen Unterhaltungswert beim Platzkonzert durch die Gleichberg-Musikanten, die wieder einmal zur Hochform aufliefen bzw. aufspielten, tat das aber keinen Abbruch. Auch Wehrführer Hubert Kupfer und seine Mitstreiter zeigten sich zufrieden mit dem Jubiläumsverlauf, aus denen sie sicherlich neue Kraft für ihre weiteren Aufgaben schöpfen werden.

Ehrentafel:

 

  • Für 40 Jahre treue Dienste in der FFw wurde Oberlöschmeister Reimund Hammer mit der Silbernen Ehrennadel ausgezeichnet.
  • mit der Bronzenen Ehrennadel für 10 Jahre treue Dienste wurden geehrt: Hauptfeuerwehrmänner Steffen Bartenstein, Christian Krauser und Sascha Prager.
  • Befördert wurden: Christoph Stärker zum Feuerwehrmann, Ronny Hellfeier zum Hauptfeuerwehrmann und Sascha Prager zum Löschmeister.
  • Geehrt wurden außerdem Bruno und Heiko Bartenstein für die Jugendarbeit, Mario Theilicke von der gleichnamigen Firma für seine Unterstützung als Sponsor der FFw und Hubert Kupfer für sein engagiertes Wirken als Wehrführer seit 12 Jahren.

 

Fotos vom Festkommers und vom Umzug

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