Sie befinden sich hier

03.06.2015 09:56

DRK im Kindergarten Pfiffikus

Zu einem Erste-Hilfe-Kurs waren Mitarbeiter des Kreisverbandes des Deutschen Roten Kreuzes zusammen mit dem DRK-Rettungsdienst im März im Kindergarten „Pfiffikus“ in Bedheim.

Von: Kurt Lautensack

Bedheim – „Unser Anliegen ist es, die Kinder frühzeitig an die Themen der Ersten Hilfe heranzuführen“, sagte Andreas Zeuner, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Hildburghausen, am Dienstagmorgen beim Treff im Kindergarten. Mit dem Kurs sollen die Kinder unter anderem eine positive Einstellung zum Helfen erhalten“, so Zeuner weiter, „und Gefahren einzuschätzen lernen“. Mit Irmtraud Languth steht dem DRK dabei eine berufserfahrene ehrenamtliche Mitarbeiterin zur Seite, die 45 Jahre als Erzieherin im Kindergarten tätig war.

Doch bevor es in der großen Gruppe der „Pfiffikusse“ mit dem Kurs los ging, stand erst einmal eine Besichtigung des Rettungswagens durch die Kinder an, mit dem der Leiter des Rettungsdienstes, Peter Fersch und Wachleiter Michael Weiß vorgefahren waren. Während die Größeren weniger Berührungsängste zeigten, betrachteten manche Jüngere das „Gefährt“ mit seiner Innenausstattung zunächst etwas skeptisch, bevor sie in den Rettungswagen stiegen oder sich gar trauten, die Liege einmal auszuprobieren. Aber genau damit war der erste Schritt getan, den Kindern ein wenig die Ängste zu nehmen und obendrein war es ein besonderes Erlebnis.

Natürlich waren die DRK-Leute nicht ohne ein passendes Geschenk nach Bedheim gekommen, dessen Besuch Landtagsmitglied Kristin Floßmann in die Wege geleitet hatte. So übergab Andreas Zeuner im Beisein von Römhilds Bürgermeister Günther Köhler an die Leiterin der Kindertagesstätte Susanne Janny einen normgerechten Sanitätskasten und einen Sanitätsrucksack, der bei kleinen Wanderungen mitgeführt werden kann.

Beim anschließenden Kurs hätten bei Irmtraud Languth selbst die Erwachsenen noch einiges lernen bzw. ihr Wissen auffrischen können. Auch spürte man beim Umgang mit den Mädchen und Jungen ihre jahrelange berufliche Erfahrung. Durch ihren geschickten Wechsel zu unterschiedlichen Tätigkeiten zeigten sich die kleinen Sanitäter sehr aufgeschlossen und ließ sie aktiv und begeistert mitarbeiten. „Was macht ihr denn, wenn bei eurem Spielgefährten die Nase blutet“, lautete eine Frage, die auch gleich praktisch beantwortet wurde. Kopf nach vorn und mit kaltem Wasser kühlen, hieß es da, nicht wie irrtümlich immer angenommen werde, „den Kopf nach hinten“, klärte die Kursleiterin auf.

Bei allen Übungen wurden die Mädchen und Jungen einbezogen und auch Kristin Floßmann war als Versuchsperson bereit, wenn es galt, einen Verletzten richtig zu lagern. Kindgemäß wurden so bestimmte Fragen beantwortet und praktische Übungen durchgeführt, bei denen die Kinder tätig werden mussten. Sie halfen sich gegenseitig, lernten wie man die Beine hochlagert oder reagieren muss, damit ein Verletzter nicht auskühlt. Selbst die stabile Seitenlage wurde ausprobiert oder das gegenseitige Ansprechen geübt, wenn es jemanden nicht gut geht. Auch das Anrufen des Notrufes 112 mit den üblichen Fragen wurde nachgestellt, wobei den älteren Kindergartenkindern das Telefon oder Handy durchaus schon vertraut ist.

Irmtraud Languth, die sich immer wieder am emsigen Mitmachen begeistern konnte, vergaß weder die freie Natur noch die notwendige Hygiene. So bot sich die Jahreszeit an, um Bilder von Frühblühern zu zeigen, die die Kinder als Krokusse, Schneeglöckchen, Märzenbecher oder Osterglocke erkannten. Dass diese Blumen auch giftig sein können und deshalb das Händewaschen wichtig ist, gehörte zur Aufklärung. Schließlich gab es auch Bilder zum Ausmalen, die sich auf vorher gezeigte Tätigkeiten bezogen (z.B. Nasenbluten) und für das eifrige Mitmachen eine österliche Belohnung. Für die Kinder war es auf jeden Fall ein erlebnisreicher Vormittag, der ihnen nicht nur die Arbeit des Rettungsdienstes näherbrachte, sondern auch für einen kindgemäßen Wissenszuwachs sorgte und auch der Spaß dabei nicht zu kurz kam.

Im Übrigen zeigten sich alle Gäste sehr beeindruckt von der Großzügigkeit des Kindergartengebäudes mit seinen verschiedenen Räumlichkeiten auf zwei Etagen. Sie bieten den 72 Kindern, die gegenwärtig die Einrichtung besuchen, ausreichend Platz zum Spielen, Sporttreiben und Schlafen oder einfach, um sich für eine gewisse Zeit in eine „Entspannungs- und Ruhezone“ zurückzuziehen. Aber auch für die zehn Erzieherinnen, die mit unterschiedlicher Stundenzahl arbeiten, lassen die Gruppen- und anderen Räume genügend Möglichkeiten, um den Aufenthalt der Kinder freudvoll und angenehm zu gestalten. Hinzu kommt für die Zeit im Freien ein ausgedehnter Garten mit Spielmöglichkeiten, die allen Altersgruppen Fantasie und Kreativität freien Lauf lassen.

Kontextspalte

weitere News