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06.09.2017 11:21

9. Keramikmarkt mit Besucherrekord

Am dritten August-Wochenende wurde Schloss Glücksburg in Römhild wieder zur Kulisse für den 9. Thüringer Keramikmarkt und zum Treffpunkt für tausende Besucher und 50 Keramikern aus allen Regionen Deutschlands.

Von: Kurt Lautensack

Römhild – „Römhild, das ist schon eine Historie, wenn es um Keramik geht“, sagte der aus Rheinsberg mit seiner Frau angereiste Wolfgang Titze während einer Gesprächsrunde mit Bürgermeister Günther Köhler, dem Vorsitzenden des Fördervereins „Internationales Keramiksymposium Römhild e.V., Michael Knie und weiteren Vertretern des Vereins. Wolfgang Titze ist Vorsitzender des Fördervereins „Keramik in Rheinsberg“ und kennt Römhild noch aus früheren Zeiten. Der Einladung nach Römhild ging ein besonderer Grund voraus, der abgeschlossene Leihvertrag zwischen beiden Vereinen über die Ausstellung „Künstlerische Spielräume in der Keramik“. 

Diese Ausstellung, erklärte Michael Knie, umfasse eine Auswahl von Künstlerarbeiten aus den vergangenen letzten drei Symposien in Römhild. Sie wird im Rahmen der erstmaligen „Internationalen Keramiktage Rheinsberg“ vom 7. Bis 15. Oktober 2017 und des 23. Rheinsberger Töpfermarktes (13. Und 14.10.) erstmals zu sehen sein dort bis November 2017 verbleiben. In dieser Ausstellung sieht Titze „die vermutlich erste Kooperation zwischen zwei deutschen Keramikstädten seit der Verbandsgründung“. Außerdem werde für diese Ausstellung in Rheinsberg auch geworben und mit Künstlergesprächen das Thema Keramiksymposium Römhild begleitet. 

Immer wieder eine Werbung für die Stadt Römhild ist natürlich auch der jährliche Keramikmarkt, der am Samstagvormittag nach dem traditionellen Einzug der Keramiker von Günther Köhler und Michael Knie eröffnet wurde. Und da Petrus wettermäßig seinen Römhildern und Gästen gut gesinnt war, füllten sich die beiden Innenhöfe der Glücksburg und die Parkanlage zusehends mit Besuchern und die angrenzenden Straßen mit PKW’s. Die wegen der Baumaßnahmen am Schloss stärkere Verlagerung auf die Rückseite des Schlosses fanden die Aussteller eher als angenehm, bot doch auch das Grün der Parkanlage ein entsprechendes Ambiente.

Die Qual der Wahl hatten die Besucher auf Grund der riesigen Auswahl an traditioneller Gebrauchskeramik, hochwertige Töpferwaren, einmalige Accessoires sowie filigraner Keramikkunst. Jeder der Aussteller zeigte seine individuelle Stilrichtung, Vasen oder Tischgeschirr in den schönsten Farben, vom flammenden Rot über zartem Hellblau bis floralem Grün, erdigen Brauntönen oder Regenbogenfarben. Dazu gab es Informationen und Vorführungen zur Brenntechnik, so wie zum Beispiel bei Andreas Leonhardt aus Plauen, der die japanische Technik „Raku“ vorführte. Mit dieser Technik entstehen Farb- und Oberflächeneffekte mit unikaten Strukturen, wie sie bei anderen Brennprozessen so nicht erzielt werden.

Schon fast als Stammgast darf die Töpferei Drehwurm von Heike Flaschka aus Mainleus b. Kulmbach bezeichnet werden, denn sie ist mit ihrem Mann schon zum sechsten Mal in Römhild dabei. Ihr Aktionsradius reicht von Naumburg bis ins südliche Bayern, so der Ehemann, mehr geht nicht, was Entfernungen und Aufwand betreffe. Ähnlich oft war auch Martin Wolf aus Osterwieck/Harz schon in Römhild, der nach Lehre,  Gesellenzeit und Meisterprüfung 20 Jahre lang au Mallorca eine Töpferwerkstatt betrieb. Nun sei er an seine Wurzeln zurückgekehrt.

Als Neueinsteigerin in Römhild präsentierte Katarina Petersilge aus Immenhausen bei Kassel ihre Produkte. „Meine Keramik ist im Gasofen bei 1300°C reduzierend gebrannt und mit giftfreier Ascheglasur versehen. Die Asche gewinnt sie selbst aus gefällten Bäumen der Region und ihre Keramik sei spülmaschinenfest und mikrowellengeeignet. Wie es in Römhild läuft, das konnte sie zum Zeitpunkt, wie andere Aussteller auch, natürlich noch nicht sagen. Doch die Atmosphäre empfand sie als sehr angenehm. Ihre Arbeit mache ihr sehr viel Spaß, wobei die Märkte, es sei der achte hintereinander, schon hart und anstrengend seien. Doch das gehöre eben dazu, so die Keramikerin.

Natürlich zeigten auch die einheimischen Werkstätten, wie der Töpferhof Gramann und die Töpferei Markus Weingarten aus Römhild oder Ingo Müller aus Haina ihre Produkte. Kurz gesagt, alles was die Töpfer und  Keramikkünstler im Laufe eines Jahres unter der laufenden Töpferscheibe mit ihren Händen kunstvoll haben entstehen lassen, das war in Römhild zu sehen und natürlich auch käuflich zu erwerben. Für zusätzliche Informationen rund um den Keramikmarkt stand Vereinsmitglied Marion Martin mit ihrem Team den Gästen zur Verfügung. Selbstverständlich sorgten die Organisatoren auch für das entsprechende „Drumherum“ und einem Rahmenprogramm. Am Stand der „Gemeinde der Steinsburgfreunde“ gab es reichlich Information über Natur und Umwelt, über das Grüne Band, über die Siedlungsgeschichte der Kelten und natürlich über den Verein selbst. Corinna Gehre bot an beiden Tagen „Musik frei Haus“, wobei sie öfters ihren Standort wechselte. Am Sonntagnachmittag gab es am hinteren Schlossportal eine Modenschau der „Ideen-Quelle“ mit Rosel Frank und ihrem Team mit Mode für jedermann. Genüssliches bot außerdem die Hofkäserei Hohenleuben an, Eierlikör in vielen Varianten gab es aus Bad Lobenstein oder Honig vom Bienenhaus Erfurt/Bischleben. Dazu eine tadellose Versorgung der Gäste an den einzelnen Ständen mit den unterschiedlichsten Angeboten, ob zum Mittag oder Kaffeetrinken. Alles in allem wieder ein gelungenes Wochenende, dass dem guten Ruf der Stadt Römhild und seiner Gleichberg/Grabfeldregion gut zu Gesicht stand. 

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